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21.01.2010

10:16 Uhr

Möbelhandel

Möbelriese Porta auf Discount-Expansion

VonFlorian Brückner

Der deutsche Möbelhändler Porta will in diesem Jahr neun neue Discount-Filialen eröffnen. Damit geht die Nummer vier des deutschen Möbelhandels weiter in die Offensive, während die Branche vor unsicheren Zeiten steht. Der Verdrängungswettbewerb unter den Händlern wird schärfer - und könnte für manches Unternehmen das Aus bedeuten.

Eine Kundin betritt eine Filiale des Möbelhändlers Porta. dpa

Eine Kundin betritt eine Filiale des Möbelhändlers Porta.

PORTA WESTFALICA. Der deutsche Möbelhandel ist noch mal davon gekommen. Während die Möbelindustrie von der Krise hart getroffen wurde und zehn Prozent an Umsatz verlor, sind die Erlöse der Händler mit einem Gesamtvolumen von 29,7 Milliarden Euro laut dem Bundesverband des deutschen Möbelhandels stabil geblieben. So auch bei Porta Möbel. "Wir haben wie die Branche insgesamt keinen Einbruch erlebt", sagt Kurt Jox, Sprecher der Geschäftsführung von Porta Möbel, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Wie andere Familienunternehmen auch ist Porta zugeknöpft, was eigene Zahlen angeht.

Der Gewinn, so heißt es lediglich, sei zufriedenstellend. Der Fachverlag Holzmann taxiert das Umsatzvolumen 2008 auf 1,08 Milliarden Euro. Damit ist Porta mit seinen 6500 Mitarbeitern hinter der Branchenprimus Ikea und den Unternehmensgruppen Höffner-Krieger und Lutz die Nummer vier der Branche. Und Porta ist gut durchs Jahr gekommen. Trotz der schlechten Wirtschaftsnachrichten, so Jox, hätten viele Deutsche anstehende Ersatzbeschaffungen etwa in Wohnzimmer oder Küche getätigt.

Aber die Zeichen sind trügerisch. Jox weiß das: "Sollte sich der Arbeitsmarkt negativ entwickeln, dann wird das auf den Möbelhandel durchschlagen." Ein Grund, warum sich Porta für die bestehenden Flächen auf Stagnation und einen härteren Wettbewerb einstellt.

In den Vorjahren hatte das in Porta Westfalica ansässige Unternehmen auf vergleichbaren Flächen noch ein Wachstum von drei Prozent erreicht. Und wachsen will das Familienunternehmen auch weiterhin - durch Expansion. "Wir hatten 2009 die höchste Investitionssumme in der Geschichte des Unternehmens, und wir werden in diesem Jahr wieder eine Summe in ähnlicher Höhe investieren", sagt Jox. Über 90 Millionen Euro sind für die unter der Marke Porta firmierenden Wohnkaufhäuser und die hauseigene Discountmarke SB Möbel Boss in diesem Jahr geplant. Die Discountmarke steuert mit ihren 83 Filialen ein Drittel des Gesamtumsatzes bei. Neben Modernisierungen bestehender Filialen und Flächenerweiterungen sollen deswegen neun neue Discountfilialen in 2010 eröffnet werden.

Und damit befindet sich Porta in bester Gesellschaft. Denn in der Branche tobt schon seit Jahren ein Verdrängungswettbewerb, wie Möbelexperte Sebastian Deppe von der BBE Handelsberatung sagt. Egal ob die Discountmarke Poco Domäne oder die Lutz-Gruppe mit ihren XXXL-Einrichtungsmärkten: Bundesweit werden neue Filialen aufgebaut. Folge: Von 1995 bis 2008 sind die Verkaufsflächen laut Zahlen von BBE und dem Holzmann-Verlag um 20,1 Prozent gewachsen. Im selben Zeitraum ist allerdings auch der Umsatz real um 23,1 Prozent zurückgegangen.

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