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21.01.2014

17:00 Uhr

Möbelhaus in der Innenstadt

Gericht schränkt Öffnungszeit von Ikea-Filiale ein

Ein Ikea-Möbelhaus in einer Fußgängerzone – dieses Pilotprojekt war auf Kritik gestoßen. Nach einer Klage gegen die Baugenehmigung fällt das Gericht eine Eilentscheidung: Das Haus muss am Abend früher schließen.

Ein Teil der Außenfassade auf der Baustelle des neuen „Ikea-Stadtmöbelhaus Altona“ in Hamburg. Das Verwaltungsgericht hat die Öffnungszeiten des geplanten ersten innerstädtischen Ikea-Möbelhauses in Hamburg vorerst eingeschränkt. dpa

Ein Teil der Außenfassade auf der Baustelle des neuen „Ikea-Stadtmöbelhaus Altona“ in Hamburg. Das Verwaltungsgericht hat die Öffnungszeiten des geplanten ersten innerstädtischen Ikea-Möbelhauses in Hamburg vorerst eingeschränkt.

HamburgDas Verwaltungsgericht hat die Öffnungszeiten des geplanten ersten innerstädtischen Ikea-Möbelhauses in Hamburg vorerst eingeschränkt. Laut einer Eilentscheidung bleibt die Baugenehmigung vorläufig bestehen, vorausgesetzt, das neue Kaufhaus schließt aus Rücksicht auf Anwohner bis zum endgültigen Richterspruch im Hauptsacheverfahren um 19.30 Uhr. Bis zu dieser Entscheidung könnten allerdings Jahre vergehen, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Das Ikea-Möbelhaus im Stadtteil Altona soll schon am 30. Juni eröffnet werden. Zuerst hatte das „Hamburger Abendblatt“ über den Gerichtsbeschluss berichtet.

Geklagt hatte die Firma Wohnbau GmbH, der ein Wohnkomplex in der Nachbarschaft - am Lawaetzweg - gehört. Sie befürchtet unter anderem Beeinträchtigungen durch mögliche Rückstaus von Autos der Ikea-Kunden. Nach Angaben von Ikea ist das Möbelhaus in Altona die weltweit erste Filiale in einer Fußgängerzone.

Die Geschichte von Ikea

1943 - Gründung

Ingvar Kamprad gründet im zarten Alter von 17 Jahren seine eigene Firma. Als Startkapital nutzt er eine Belohnung, die ihm sein Vater für den bestandenen Schulabschluss schenkte. Der Name Ikea setzt sich zusammen aus den Initialen des Gründers (I. K.), sowie dem Bauernhof, Elmtaryd (E), und dem Dorf Agunnaryd (A), in dem er aufwuchs. Anfangs verkaufte Kamprad Stifte, Portemonnaies, Bilderrahmen, Tischläufer, Uhren, Schmuck und Nylonstrumpfhosen.

1948 - Möbel im Sortiment

Möbel werden ins Sortiment aufgenommen. Die Möbel werden von lokalen Herstellern in den Wäldern in der Nähe von Ingvar Kamprads Wohnort produziert.

1951 - Der erste Katalog

Kamprad verkauft seine Möbel auch per Katalog - und steigert so die Verkaufszahlen. Der erste Ikea-Katalog unterscheidet sich allerdings noch deutlich von heutigen Ausgaben.

1956 - Möbel zum Selbstbauen

Ikea beginnt eigene Möbel zu entwerfen, nachdem ein Mitbewerber die Lieferanten von einem Ikea-Boykott überzeugen möchte. Erstmals verpacken die Schweden ihre Möbel als Paket. Die Entdeckung der Selbstmontage ist ein Zufall: Ein Ikea-Mitarbeiter schraubte die Beine seines Tisches ab, damit der in sein Auto passte.

1958 - Das erste Einrichtungshaus

Das erste Ikea-Einrichtungshaus eröffnet in Älmhult, Schweden. Mit 6.700 Quadratmeter war es das zum damaligen Zeitpunkt größte Möbelgeschäft in Skandinavien.

1963 - Ikea expandiert ins Ausland

Das erste Ikea-Einrichtungshaus außerhalb Schwedens wird in Oslo, Norwegen, eröffnet.

1968 - Ikea verwendet erstmals Spanplatten

Für das Sofa „Privat“ setzt Ikea erstmals gepresste Holzplatten aus Spänen ein. Mit weißer Lackierung und braune Cretonne-Bezüge wird das Sofa zum Verkaufsschlager.

1974 - Ikea kommt nach Deutschland

Das erste Ikea-Einrichtungshaus in Deutschland wird am 17. Oktober in Eching bei München eröffnet. Nach der Schweiz und Dänemark ist Deutschland damit der vierte Auslandsmarkt für Ikea - und der größte.

1979/1 - Die Erfindung des Billy-Regals

Das Billy Bücherregal wird in das Sortiment aufgenommen – und entwickelt sich zum Klassiker. Mittlerweile haben die Schweden auch nach Australien, Österreich, Kanada und in die Niederlande expandiert.

1979/2 - Klippan feiert Premiere

Mit dem Klippan-Sofa gelingt den Schweden im selben Jahr ein weiterer Klassiker. Der Bau des Billigsofas ist umstritten - es soll teilweise von DDR-Zwangsarbeitern gebaut worden sein.

1984 - Ikea Family wird gegründet

Mit Ikea Family wird der erste Kundenklub gegründet.. Heute besitzen rund 15 Millionen Menschen eine Ikea-Kundenkarte.

1985 - Ikea erreicht die USA

Das erste Einrichtungshaus in den USA wird in Philadelphia eröffnet. Mittlerweile hat Ikea auch Filialen in Frankreich und Belgien. Die Schweden haben nun 10.000 Mitarbeiter über 60 Einrichtungshäuser.

1986 - Kamprad gibt die Konzernleitung ab

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad zieht sich von der Konzernleitung zurück und wird Berater. Anders Moberg wird Konzernchef.

1991 - Ikea nutzt die Wende

Schon kurz nach der Wende eröffnet Ikea mehrere Einrichtungshäuser in Polen, Ungarn und Tschechien.

1998 - Ikea expandiert nach China

Der Möbelriese erkennt früh die Potentiale des chinesischen Wirtschaftswachstums. Das erste IKEA Einrichtungshaus in China wird in Shanghai eröffnet.

1999 - Anders löst Anders ab

Der IKEA Konzern beschäftigt nun 50.000 Mitarbeiter und hat 158 Einrichtungshäuser in 29 Ländern. Anders Dahlvig löst Anders Moberg ab und wird Konzernchef.

2000 - Ikea startet Online-hop

Zuerst darf nur Schweden und Dänemark online bei Ikea eingekauft werden. Nach und nach schließen sich andere Märkte an.

2006 - Ikea hat 100.000 Mitarbeiter

Der IKEA Konzern hat nun mehr als 100.000 Mitarbeiter und ist in 44 Ländern tätig. Kamprad gilt als reichster Mann der Welt.

2012 - Entschuldigung für dunkles DDR-Kapitel

Ikea beschäftigte in der DDR Zwangsarbeiter. Im Jahr 2012 legte das Unternehmen dazu eine eigene Studie vor. Demnach wusste die Führung bereits seit 1981 davon, reagierte aber nicht. Ikea entschuldigte sich für den Einsatz von DDR-Zwangsarbeitern.

2014 - Ikea feiert 40-jähriges Jubiläum in Deutschland

Am 17. Oktober feiert Ikea sein 40-jähriges Bestehen in Deutschland.

Die Hamburger Stadtentwicklungsbehörde sieht den Beschluss im Eilverfahren als Bestätigung. Trotz einiger Bedenken etwa zu Lärm und Luftschadstoffen habe das Gericht keinen Baustopp verhängt, betonte eine Sprecherin.

Die Wohnbau GmbH erklärte, das Gericht habe „die irrige Annahme, nur etwa die Hälfte der Kunden von Ikea Altona würden das Einrichtungshaus mit dem eigenen Pkw anfahren, (...) stark angezweifelt“. Mit der Verkürzung der Öffnungszeiten ist die Wohnbau GmbH nicht zufrieden: Die Verkehrsprobleme blieben in der restlichen Zeit unverändert bestehen. Das Konzept müsse überarbeitet werden.

Ikea und die Behörde prüfen noch, ob sie gegen die Auflage, die Öffnungszeiten erst einmal einzuschränken, Beschwerde einlegen. Ikea hatte nach eigenen Angaben Öffnungszeiten bis 20 Uhr vorgesehen. „Zudem arbeiten wir unabhängig von gerichtlichen Auflagen auch an einer zusätzlichen Linksabbiegerspur für die Anwohner im Lawaetzweg, um die Situation für sie noch einmal deutlich zu verbessern“, betonte das schwedische Einrichtungshaus.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

21.01.2014, 17:05 Uhr

Ich bin wahrlich kein IKEA-Fan. Zu zwielichtig sind deren Steuer-Optimierungs Praktiken. Jedoch: Deutschlands Judikative scheint "die dümmste weltweit" zu sein. Diesen Richter würde ich fristlos, hochkant und eigenhändig aus dem Verwaltungsgericht werfen. Das Urteil greift zum einen unverhältnismäßig die unternehmerische Freiheit ein und zum anderen gehört Rückstau schlichtweg zum allg. Lebensrisiko. Dann könnte ich dies jedem grösseren Händler/Geschäft anlasten bzw. müsste individuell unterschiedliche Ladenschlußzeiten errechnen: Laden A hat x Kunden und produziert x Kilometer Rückstau und ziehe diesen von der allg. 20 Uhr Ladenschlußzeit ab. Usw. usw. Was soll das? Das ist eine Farce...

Hugo

21.01.2014, 18:57 Uhr

Wie gut, daß Tommorow1 nichts zu sagen hat.
Auch, weil er sich mit dem Thema überhaupt nicht beschäftigt hat. Der alte Witz trifft hier: wenn einer zum Imbiss geht und ein Würstchen kauft, was würde passieren, wenn das Jeder macht.

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