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10.03.2004

18:50 Uhr

Mögliche Massenentlassungen verschoben

SAS beschließt Airline-Aufteilung

Der Aufsichtsrat der mit Verlusten arbeitenden skandinavischen Fluggesellschaft SAS hat am Mittwoch in Stockholm die Aufteilung des Unternehmens in drei selbstständige Einheiten beschlossen. Damit sollen Rentablität und langfristiges Überleben der Gesellschaft gesichert werden.

HB STOCKHOLM. „Der Verwaltungsrat hat dem Management das Mandat erteilt, drei verschiedene Unternehmen als Töchter des SAS-Konsortiums in jedem Land zu gründen“, teilte der Sprecher der Fluggesellschaft Schwedens, Norwegens und Dänemarks am Mittwoch in Stockholm mit. Einen vierten Geschäftsbereich für interkontinentale Langstreckenflüge habe der Verwaltungsrat entgegen der Erwartungen nicht eingerichtet.

Im Rahmen der Umstrukturierung, die dem allgemeinen Trend der Konsolidierung der Luftfahrtindustrie in Europa zuwiderläuft, werden SAS zufolge drei rechtlich voneinander getrennte Unternehmen in Norwegen, Schweden und Dänemark entstehen. „Die SAS-Gruppe arbeitet intern bereits in vier getrennten Bereichen. Wir passen nur die rechtliche Seite der Geschäftsstruktur an“, sagte der Sprecher.

Darüber hinaus suche SAS wegen der wachsenden Konkurrenz durch Billigflieger, wie der irischen Ryanair nach Wegen, die Kosten um jährlich rund zwei Mrd. schwedische Kronen (knapp 267 Mill. €) zu senken. Dies sei Teil eines Sparpaketes von 14 Mrd. Kronen, teilte der Konzern mit. Einzelheiten wurden dazu nicht genannt.

Am Mittwoch sei eine Einigung mit den Gewerkschaften zur Senkung der Bezüge des norwegischen fliegenden Personals erzielt worden. Zuvor hatte SAS die 39 Gewerkschaften, die die rund 34 000 Beschäftigten des Konzerns vertreten, vor weiteren Entlassungen und der Stilllegung von Geschäftsbereichen gewarnt, falls diese ihren Widerstand gegen neue Lohnvereinbarungen und Arbeitsbedingungen nicht aufgäben.

SAS hatte im vergangenen Monat für 2003 einen überraschend hohen Verlust ausgewiesen. Zugleich hatte das Unternehmen angesichts des unsicheren Geschäftsumfeldes vor weiter sinkenden Renditen je Flugschein gewarnt.

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