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11.06.2012

13:25 Uhr

Mögliche Straftaten

Staatsanwälte auf den Spuren der Schlecker-Pleite

Im Rahmen der Pleite der insolventen Drogeriemarktkette laufen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft derzeit Vorermittlungen. Bankrott, Betrug und Untreue stehen im Fokus der Untersuchungen.

Eine Filiale der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker. dapd

Eine Filiale der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker.

Stuttgart/Berlin/Hamburg/EhingenDie Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft die Schlecker-Pleite auf mögliche Straftatbestände. Es gebe Vorprüfungen, ob ein Ermittlungsverfahren wegen Bankrotts, Betrugs oder Insolvenzverfahrensverschleppung eingeleitet wird, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Eventuell könne es in Insolvenzfällen auch zu Untreue kommen. Untersucht werde beispielsweise, ob die Zahlungsunfähigkeit zu spät angezeigt wurde oder ob die Pflichten zur Buchführung nicht erfüllt wurden.

Anton Schlecker führte die Drogeriemarktkette als eingetragener Kaufmann. Die Insolvenzverfahrensverschleppung kann laut Staatsanwaltschaftssprecherin nicht bei Einzelpersonen greifen, wohl aber bei den als GmbH firmierenden Töchtern Ihr Platz und Schlecker XL. Zur voraussichtlichen Dauer der Vorermittlungen konnte die Sprecherin keine Angaben machen.

Indes plant die Gewerkschaft Verdi offenbar keine Klage gegen Anton Schlecker wegen der umstrittenen Immobilienverkäufe. „Nach meiner Kenntnis ist eine Klage nicht in Vorbereitung und auch nicht geplant“, sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Sie reagierte damit auf einen Artikel des Magazins „Der Spiegel“. Darin war berichtet worden, dass die Gewerkschaft „fest entschlossen“ sei, den Schlecker-Gründer zu verklagen, falls sich die Vorwürfe bestätigten.

Schlecker soll kurz vor der Insolvenz ein österreichisches Zentrallager samt Grundstück für 2,8 Millionen Euro sowie die Österreich-Zentrale bei Linz für 1,8 Millionen an seine Kinder Meike und Lars verkauft haben. Bereits vergangene Woche hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, dass Schlecker ein Logistikzentrum im österreichischen Pöchlarn an seine Kinder veräußert hatte. Durch den Verkauf sind die Immobilien nicht mehr Teil der Insolvenzmasse.

Von

dpa

Kommentare (1)

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11.06.2012, 13:39 Uhr

"Staatsanwälte auf den Spuren der Schlecker-Pleite"

Dies stellt HOFFENTLICH eine saubere Insolvenz ohne offene Fragen sicher.

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