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21.03.2014

11:51 Uhr

Mögliche Szenarien

Wie Etihad bei Air Berlin landen will

Die arabische Airline Etihad will sich offenbar noch stärker bei der angeschlagenen Berliner Fluglinie engagieren, Insider sprechen schon von einer geplanten „Machtübernahme“. Die hat allerdings einen Haken.

Börsenrückzug möglich

Air Berlin: Übernahme auf Umwegen?

Börsenrückzug möglich: Air Berlin: Übernahme auf Umwegen?

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DüsseldorfDie Anzeichen für einen Machtwechsel bei Air Berlin verdichten sich. Wie das „Handelsblatt“ (ePaper der Freitagsausgabe) aus Insider-Kreisen erfuhr, arbeitet die Fluglinie Etihad an einer „Machtübernahme“ bei der Fluggesellschaft. Schon seit längerem gab es Gerüchte über ein entsprechendes Szenario.

Dafür spricht etwa, dass Air Berlin am Donnerstag seine Jahresbilanzpressekonferenz verschob – „aufgrund von fortgeschrittenen Gesprächen über Handlungsoptionen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Genaueres wollte die Fluggesellschaft nicht mitteilen.

Die arabische Fluggesellschaft stieg Ende 2011 bei Air Berlin ein und ist seitdem mit knapp 30 Prozent größter Einzelanteilseigner. Etihad hat damit auch seinen Einfluss in Europa weiter ausgebaut, die Golf-Airline ist auch an der Schweizer Fluggesellschaft Darwin Air sowie Air Serbia beteiligt.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Einfach aufstocken kann Etihad seine Anteile an Air Berlin aber nicht. Ein Gesetz hat festgeschrieben, dass die Aktienanteile ausländischer Investoren nicht die 50-Prozent-Grenze überschreiten darf. An der Berliner Fluglinie hält aber neben Etihad auch die türkische ESAS Holding einen hohen Stamm von Aktien (etwa 15 Prozent).

Würden die Araber ihre Anteile erhöhen und damit die vorgeschriebene Marke von 50 Prozent überschreiten, hätte das gravierende Auswirkungen auf den Flugverkehr von Air Berlin: Die Fluggesellschaft würde automatisch ihre internationalen Verkehrsrechte verlieren und dürfte nur noch innerhalb von Deutschland und Europa fliegen.

Nun entwirft Etihad offenbar verschiedene Szenarien, um die 50-Prozent-Hürde zu umgehen. Das „Manager Magazin“ berichtet etwa, dass Etihad einen Abschied Air Berlins von der Börse erwäge. Das würde der angeschlagenen Berliner Fluglinie frisches Kapital einbringen und gäbe die Gelegenheit, die Gesellschafterstruktur zu verändern. Damit würde sich die arabische Fluggesellschaft mehr Einfluss bei Air Berlin verschaffen.

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