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22.09.2016

13:56 Uhr

Møller-Maersk

Ein Containerriese spaltet sich auf

Die größte Containerreederei der Welt will sich auf das Kerngeschäft mit Transport und Logistik konzentrieren. Dazu plant Møller-Maersk die Abspaltung der Ölsparte. Auch im Containerbereich steht der Konzern unter Druck.

Der Container-Bereich steht unter Druck, weil sich vor allem in Asien neue Konkurrenz formiert und der Welthandel derzeit lahmt. Reuters

Maersk-Schiff im Hafen von Singapur

Der Container-Bereich steht unter Druck, weil sich vor allem in Asien neue Konkurrenz formiert und der Welthandel derzeit lahmt.

KopenhagenUnter dem Druck der Schifffahrtskrise und des Ölpreisverfalls steuert der dänische Großreeder Moeller-Maersk eine Aufspaltung an. Die Energiesparte solle abgetrennt werden, kündigte das 112 Jahre alte Unternehmen am Donnerstag an. Die weltgrößte Container-Reederei wolle sich künftig auf das Kerngeschäft Transport und Logistik konzentrieren. Ziel sei es innerhalb von 24 Monaten eine Lösung für das Energiegeschäft zu finden.

Denkbar seien Fusionen, Gemeinschaftsunternehmen oder ein Börsengang. Beide Bereiche hätten mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen, sagte Aufsichtsratschef Michael Pram Rasmussen. Nach der Aufteilung könnten sie sich besser auf ihre Märkte konzentrieren.

Reederei A.P. Møller-Maersk: Dänemarks ganzer Stolz in Seenot

Reederei A.P. Møller-Maersk

Dänemarks ganzer Stolz in Seenot

A.P. Møller-Maersk gilt als Logistiker der Globalisierung. Doch die größte Container-Reederei der Welt leidet unter fallenden Frachtraten und niedrigem Ölpreis. Der massive Gewinneinbruch lässt sich nicht beschönigen.

Experten hatten den Schritt seit längerem erwartet, nachdem der Konzern im Juli mit Sören Skou einen neuen Chef bekam. Seither hat der Aktienkurs etwa um ein Fünftel zugelegt. Am Donnerstag notierten die Papiere gut ein Prozent fester. Mehrere Fachleute verwiesen auf die schwierigen Bedingungen, denen die beiden Geschäftsbereiche ausgesetzt seien.

Die Ölsparte leidet unter dem Ölpreisverfall. Der Rohstoff kostet inzwischen 60 Prozent weniger als Mitte 2014. Zahlreiche Firmen der Branche haben deswegen ihre Investitionen zusammengestrichen. „Maersk ist so weit gegangen wie möglich“, sagte Morten Imsgart, Analyst bei der dänischen Sydbank. Eine weitergehende Lösung könne es derzeit nicht geben, wenn man einen vernünftigen Preis erzielen wolle. Maersk Oil sei ein kleiner Wettbewerber, es gebe daher viele Konkurrenten, die groß genug seien, um das Geschäft zu übernehmen. Allerdings seien dort die Mittel ebenfalls knapp.

Im zweiten Quartal verdiente der Konzern nur noch 134 Millionen Dollar (120 Millionen Euro). Ein Jahr zuvor lag der Gewinn noch bei 1,1 Milliarden Dollar. Auch haben die Dänen weniger umgesetzt: Nach 10,5 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal verbuchten sie nun nur noch 8,8 Milliarden Dollar.

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