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19.08.2014

14:17 Uhr

Moeller-Maersk

Supermarktverkauf beschert Reederei Milliardengewinne

Moeller-Maersk überrascht mit starken Quartalszahlen: Der Gewinn des Reedereikonzerns ist deutlich gestiegen. Zudem haben die Dänen ihre Geschäftserwartungen nach oben geschraubt. Das war auch an der Börse zu spüren.

Der weltgrößte Reedereikonzern Moeller-Maersk machte zuletzt Milliardengewinne. dpa

Der weltgrößte Reedereikonzern Moeller-Maersk machte zuletzt Milliardengewinne.

KopenhagenDer weltgrößte Reedereikonzern A.P. Moeller-Maersk hat im zweiten Quartal kräftig zugelegt. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal von 856 Millionen auf 2,3 Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro). Bereits im ersten Quartal 2014 hatten die Dänen 1,2 Milliarden Dollar (700 Millionen Euro) eingefahren. Den Umsatz konnte Maersk um 2,3 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar (rund 8,9 Milliarden Euro) steigern.

Konzernchef Nils Andersen kündigte bei der Vorstellung des Quartalsbericht am Dienstag in Kopenhagen an, die Maersk Gruppe werde in den kommenden Monaten für eine Milliarde Dollar Aktien zurückkaufen.

Vor allem der Verkauf der Mehrheitsanteile an der dänischen Supermarktkette Dansk Supermarked Group hatte Geld in die Kassen des Unternehmens gespült. Mit den acht Milliarden Dollar konnte Maersk kompensieren, was durch die Wertminderung von brasilianischen Ölanlagen (1,7 Milliarden Dollar) und höheren Projektkosten negativ zu Buche geschlagen hatte.

Hohe Gewinne machte Maersk mit seiner Containerreederei, der Maersk Line, die 576 Schiffe unterhält. Größere Volumen bei gleichzeitiger Kostenreduktion hätten dazu beigetragen, die Frachtraten niedrig zu halten, hieß es in dem Bericht. Man erwarte, dass die Nachfrage nach Containerschifffahrt in diesem Jahr um vier bis fünf Prozent wachse, die Frachtraten aber aufgrund des starken Wettbewerbs unter den Druck blieben.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben die Maersk Line und die in der Schweiz ansässige MSC Mediterranean Shipping Company eine Vereinbarung über die gemeinsame Nutzung der Schiffe auf wichtigen Strecken zwischen Europa, Asien und Nordamerika getroffen. Stimmen die zuständigen Behörden zu, soll damit 2015 begonnen werden.+

Die guten Ergebnisse haben Moeller-Maersk am Dienstag an der Börse angetrieben. Die Aktien stiegen um bis zu 5,6 Prozent. Börsianer sahen neben den Zahlen und der Prognose noch einen weiteren Grund für das Kursplus. „Das Aktienrückkaufprogramm unterstreicht, dass das Unternehmen den Fokus stärker auf seine Aktionäre richtet – das ist ein großartiges Signal“, sagte Sydbank-Analyst Jacob Pedersen. Ricky Rasmussen von Nykredit zeigte sich von den Plänen ebenfalls beeindruckt. „Das Rückkaufprogramm kommt früher als ich erwartet hatte, aber angesichts der Finanzstärke des Unternehmens ergibt es Sinn, schon jetzt damit anzufangen.“

Von

dpa

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