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30.08.2016

08:54 Uhr

Mondelez scheitert bei Hershey

Schoko-Tradition verpflichtet

VonChristoph Kapalschinski

Milka-Hersteller Mondelez ist mit der 23 Milliarden Dollar schweren Offerte für Hershey gescheitert. Die US-Traditionsfirma bleibt unabhängig – ein gutes Signal für alle Mittelständler in der Branche. Ein Kommentar.

Das amerikanische Traditionsunternehmen bleibt unabhängig. AFP; Files; Francois Guillot

Hershey-Schokolade

Das amerikanische Traditionsunternehmen bleibt unabhängig.

HamburgDas Familienunternehmen Hershey bleibt als unabhängiges Unternehmen erhalten. Der Konkurrent Mondelez, einer der weltgrößten Süßwarenkonzerne, hat seine 23 Milliarden Dollar schwere Übernahme-Attacke in der Nacht abgeblasen. Das neue Unternehmen wäre zum Branchenführer aufgestiegen und hätte dabei den US-Konzern Mars von Platz eins verdrängt.

Für die Branche ist das keine schlechte Nachricht: Der Konzentrationsprozess stockt. Das belebt die Konkurrenz – auch in den USA, dem Kernmarkt von Hersheys. Eigentlich ist der Lebensmittel-Sektor sowieso in mittelständischer Hand - von einigen großen Spielern wie Nestlé, Unilever und eben Mondelez abgesehen. Sie haben Chancen, sich in der Nische gegen die Großen durchzusetzen.

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Mit Hershey bleibt zudem eine lange Tradition als unabhängiges Unternehmen erhalten. Schließlich wird in der gleichnamigen Stadt in Pennsylvania schon seit über 120 Jahren Schokolade hergestellt. Mondelez, entstanden aus einer Abspaltung von Kraft, steht dagegen für einen Konzern, der quasi künstlich geschaffen ist. Es ist nicht sicher, ob die neue Mutter den Traditionsmarken wie Kisses und KitKat (in den USA) gut getan hätte.

Gescheitert ist die Übernahme auch daran, dass die Hershey-Treuhandgesellschaft nicht verkaufen wollte – und wohl nicht nur wegen des gebotenen Preises. Sie hat schon 2002 bei einem Übernahmeversuch von Wrighley gezeigt, dass sie auf Eigenständigkeit bedacht ist. Wohl nicht zu Unrecht.

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