Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.08.2015

20:11 Uhr

Monsanto bläst Syngenta-Übernahme ab

Hugh Grant gibt auf

VonBert Fröndhoff

Der Chef des US-Agrochemiekonzerns Monsanto zieht die 47-Milliarden-Dollar-Offerte für Syngenta zurück. Er scheitert am hartnäckigen Widerstand der Schweizer. Das hat auch Auswirkungen auf BASF und Bayer.

Monsanto erklärte, sich auf die Wachstumsmöglichkeiten seiner eigenen Aktivitäten zu konzentrieren, um der Landwirtschaft „eine neue Welle von Innovationen“ zu bieten. ap

Monsanto-Mitarbeiter auf einem Maisfeld

Monsanto erklärte, sich auf die Wachstumsmöglichkeiten seiner eigenen Aktivitäten zu konzentrieren, um der Landwirtschaft „eine neue Welle von Innovationen“ zu bieten.

DüsseldorfHätte Hugh Grant den Charme seines Namensvetters aus der Filmbranche, wäre sein Werben womöglich erfolgreich gewesen. So aber muss der kantige Chef von Monsanto die Waffen strecken. Der weltgrößte Agrochemiekonzern hat seine Offerte für den Schweizer Konkurrenten Syngenta zurückgezogen. Vor wenigen Tagen erst hatte Monsanto die Offerte auf rund 47 Milliarden Dollar aufgestockt. Doch aus der Schweiz kam erneut eine höfliche Ablehnung.

Das Syngenta-Management um CEO Mike Mack darf sich als klarer Sieger fühlen, denn der zähe Widerstand der Schweizer hat sich ausgezahlt. Von Beginn an hatte Mack die Avancen von Monsanto mit klaren Worten zurückgewiesen: Das Angebot sei in „jeder Hinsicht“ ungenügend, Syngenta brauche diese Fusion nicht, ohnehin sei der Deal kartellrechtlich zum Scheitern verurteilt. Tiefgehende Gespräche oder gar Verhandlungen zwischen beiden Chefs hat es nicht gegeben. Monsanto ließ sich zuletzt sogar zu einer höheren Offerte hinreißen, obwohl der Konzern zu keiner Zeit Einblick in die Bücher bekommen hat.

Der Monsanto-Chef hatte zuletzt versucht, den Druck auf Syngenta zu erhöhen. Wichtige Anteilseigner, darunter US-Fonds, wurden kontaktiert. Hedgefonds-Manager John Paulson kaufte Anteile der Schweizer in der Erwartung einer Fusion. Syngenta betonte stets, wichtige Anteilseigner auf seiner Seite zu haben. Der Aktienkurs blieb deutlich unter den 470 Franken, die Monsanto zuletzt geboten hat. Am Mittwoch brach die Syngenta-Aktie um 15 Prozent auf 320 Franken ein.

Die Umstände für die geplante Übernahme wurden für Monsanto immer widriger. Der Großteil der Offerte bestand aus Aktien des Konzerns, dessen Kurs zuletzt deutlich gesunken war. In den USA wurden zudem die Proteste von Farmern gegen den Zusammenschluss immer lauter. Sie fürchten die Marktmacht, wenn sich Nummer eins und Nummer zwei bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln zusammenschließen. Die kartellrechtlichen Hürden waren von Beginn an hoch.

Mit dem Rückzug von Monsanto ändern sich auch die Optionen für die deutschen Agrochemiehersteller BASF und Bayer. Vor allem BASF galt als Interessent Nummer eins für den Kauf des Saatgutgeschäfts von Syngenta, das Monsanto nach einer Fusion abgegeben hätte.

Für Aufsehen sorgte vor wenigen Wochen die Aussage eines Monsanto-Managers, man sehe im Kauf von Teilen des Bayer-Agrochemiegeschäfts eine Alternative, falls der Deal mit Syngenta scheitert. In der Führung des Leverkusener Konzerns hat dies nur für ein müdes Lächeln gesorgt. Bei Monsanto ist von Zukäufen nun ohnehin keine Rede mehr: Man konzentriere sich auf organisches Wachstum und einen Aktienrückkauf, hieß es.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×