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05.08.2012

13:24 Uhr

MS Deutschland

Traumschiff-Reeder erwägt Flaggen-Soli

Die MS Deutschland bleibt unter deutscher Flagge - doch für diese patriotische Entscheidung sollen die Gäste zahlen. Der Solidaritätszuschlag soll nach Plänen der Reederei aber freiwillig sein.

Das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" im Mai 2012 in Hamburg. dpa

Das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" im Mai 2012 in Hamburg.

Neustadt / HamburgNach dem Verzicht auf die Ausflaggung des Kreuzfahrtschiffs MS Deutschland hofft die Reederei Peter Deilmann auf die Hilfe ihrer Reisegäste. Demnach sollen sie ihre Solidarität mit der deutschen Flagge zeigen können - mittels eines freiwilligen Bonus in Höhe von drei Prozent des Reisepreises, wie "Der Spiegel" berichtete.

Eine Sprecherin des Unternehmens aus dem schleswig-holsteinischen Neustadt bestätigte die Pläne auf dapd-Anfrage. "Wir denken darüber nach, es ist jedoch noch nicht entschieden", sagte sie. Indes winkt der Crew des Kreuzfahrers eine "Ausflaggungsverhinderer"-Medaille.

Reedereien in Deutschland

Platz 10

Bernhard Schulte Group - 4,1 Millionen dwt (Deadweight Tonnage = Tragfähigkeit eines Schiffs in Tonnen): Die Schulte Group umfasst die Reederei Bernhard Schulte als Eigner- und Reeder der eigenen Schiffe, die Bernhard Schulte Shipmanagement als Schiffsmanagementunternehmen, die OPDR als eigenständige Linienreederei und die BS Treuhand als Treuhandunternehmen.

Platz 9

Rickmers Reederei - 4,3 Millionen dwt: Keimzelle der Rickmers Reederei war die 1834 von Rickmer Clasen Rickmers in Bremerhaven gegründete Rickmers Werft. Später wurde das Unternehmen um eine Reederei sowie verschiedene Reismühlen erweitert. Die beiden Brüder Bertram R. C. Rickmers und Erck Rickmers, Nachkommen des Firmengründers in fünfter Generation, betreiben heute zwei rechtlich vollständig voneinander unabhängige Unternehmensgruppen.

Platz 8

Hapag Lloyd - 4,4 Millionen dwt: Die Hapag-Lloyd AG ist ein Transport- und Logistikunternehmen mit Firmensitz in Hamburg. Am 28. März 2012 bewilligte die Hamburgische Bürgerschaft mit den Stimmen der SPD und Die Linken 420 Millionen Euro für einen weiteren Anteilskauf an der Reederei. Damit wird die Stadt Hamburg mit 39,6 Prozent der größte Einzelaktionär der Hapag-Lloyd AG.

Platz 7

Hartmann Group - 4,6 Millionen dwt: Die Hartmann AG ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Leer.

Platz 6

Neu Seeschifffahrt - 5,4 Millionen dwt: Das Unternehmen hat seinen Sitz am Alsterufer in Hamburg.

Platz 5

Peter Döhle Schiffahrts KG - 6,0 Millionen dwt: Die Flotte des Hamburger Unternehmens umfasst 450 Containerschiffe.

Platz 4

Conti Holding - 6,2 Millionen dwt: 73 Containerschiffe, 22 Bulker, acht Produktentanker, zwei Gastanker, ein Hochsee- und zwei Flusskreuzfahrtschiffe machen Conti zu einer der größten und modernsten Reedereien weltweit.

Platz 3

E.R. Schifffahrt - 6,3 Millionen dwt: E.R. Schiffahrt ist maritimer Dienstleister für die Container-, Massengut- und Multipurpose-Schifffahrt. Derzeit disponiert die Reederei 137 Schiffe in Fahrt. Die E.R. Offshore managt 13 Spezialschiffe für die Öl- und Gasförderung auf See.

Platz 2

Dr. Peters - 7,1 Millionen dwt: Bisher investierte die Dr. Peters Gruppe ca. 6,56 Milliarden Euro in Flugzeuge, Schiffe, Immobilien und den Zweitmarkt von US-Lebensversicherungen. Das von mehr als 85.000 Beteiligungen eingezahlte Eigenkapital beträgt rund 3,18 Milliarden Euro.

Platz 1

C.P. Offen - 8,4 Millionen dwt: Die Reederei Claus-Peter Offen (gegründet 1971) gehört zu den weltweit größten Anbietern moderner Containerschiff-Tonnage und hat ihren Sitz in Hamburg.

Die aus der ZDF-Reihe "Traumschiff" bekannte MS Deutschland ist das einzige Kreuzfahrtschiff unter deutscher Flagge. Die geplante Ausflaggung war auf heftige Kritik gestoßen, auch aufseiten der Bundesregierung. Vor einer Woche schließlich sah die Reederei von dem Flaggenwechsel ab und begründete dies mit dem "großen Interesse an der Flagge unseres Traumschiffes".

Die Reederei hatte ursprünglich geplant, dass derzeit in London liegende, 175 Meter lange Schiff aus Kostengründen künftig unter der Flagge Maltas fahren zu lassen. Die "Deutschland" soll nach den Olympischen Spielen die deutschen Sportler nach Hause bringen. Die Ankunft ist für den 15. August in Hamburg geplant.

Die Reederei Deilmann gehört seit ihrer Insolvenz 2010 zum Finanzinvestor Aurelius. Die Reederei befinde sich "noch immer in einer Sanierungsphase", schrieben die Geschäftsführer jüngst in einem offenen Brief an Bundespräsident Joachim Gauck. Laut "Spiegel" verzeichnete der Aurelius zuletzt mehr als 8,5 Millionen Euro Minus für seine MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft. Allein das Schiff verursachte 2011 einen operativen Verlust von 1,5 Millionen Euro.

Kommentare (1)

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emilioemilio

05.08.2012, 17:59 Uhr

Hallo gehts noch?

Legt das "Wrack auf Kiel" und laßt es in Indien verschrotten! Dann haben die wenigstens etwas davon, natürlich nicht die Schrotter, sonder die Schrottkönige!

Den Reeder gleich mit!

Diese Land ist eh verloren, da brauchts auch keine "Deutschland" mehr!
Wo soviel Selbsthaß und Selbstzerstörung gesellschaftsfähig ist und von der eigenen Polit Oligarchie betrieben wird ....da läßt sich gut untergehen!


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