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15.09.2015

17:45 Uhr

MyTaxi

Taxi-App darf mit 50-Prozent-Rabatten werben

Das Taxigewerbe wehrt sich juristisch gegen Konkurrenten aus dem digitalen Lager wie Uber und MyTaxi. Oft mit Erfolg, aber nicht immer. Das neueste Urteil bedeutet für die Taxibranche einen Rückschlag.

MyTaxi kündigte umgehend eine neue 50-Prozent-Aktion ab dem 21. September für zwei Wochen in 40 Städten an. dpa

Logo der MyTaxi-App

MyTaxi kündigte umgehend eine neue 50-Prozent-Aktion ab dem 21. September für zwei Wochen in 40 Städten an.

HamburgDie Taxi-App MyTaxi darf in Deutschland weiterhin in Aktionen den Fahrgästen 50 Prozent Rabatt einräumen und damit werben. Das Landgericht Hamburg wies am Dienstag den Antrag des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP) auf eine einstweilige Verfügung gegen MyTaxi zurück, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Der Verband hatte damit ein Verbot des 50-Prozent-Rabatts erreichen wollen. Die Entscheidung gilt für ganz Deutschland außer für Stuttgart, wo bislang eine gegenteilige Entscheidung eines Gerichts vorliegt. Dort ist der Instanzenweg noch nicht ausgeschöpft.

Eine Begründung der Entscheidung liegt noch nicht vor und wird zunächst den beteiligten Parteien zugestellt. „Wir bedauern diese Fehlentscheidung und sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Rabatte von MyTaxi rechtswidrig sind“, sagte Verbandspräsident Michael Müller. Jede Rabattierung des offiziellen Taxitarifs sei durch das Personenbeförderungsgesetz untersagt. Die Taxifahrer hätten diese Möglichkeit nicht und sie könne auch keinem Dritten eingeräumt werden. Dann gebe es keinen offiziellen Tarif mehr und keinen Wettbewerb unter Gleichen. Der Verband werde nun die Begründung der Entscheidung prüfen und über die weiteren juristischen Schritte beraten.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Die Firma Intelligent Apps GmbH, die hinter MyTaxi steht, begrüßte die Entscheidung. „Das freut uns sehr und ist ein Erfolg für uns und insbesondere für unsere Kunden“, sagte ein Sprecher. MyTaxi kündigte umgehend eine neue 50-Prozent-Aktion ab dem 21. September für zwei Wochen in 40 Städten an. „Unser ausgewiesenes Ziel ist es, die Digitalisierung der Taxibranche voranzutreiben“, erklärte das Tochterunternehmen der Daimler AG. Der Rabatt ist an Bedingungen geknüpft; so muss das Taxi über die App bestellt und bezahlt werden. Der Taxifahrer erhält den vollen Preis; die Lasten des Rabatts trägt MyTaxi.

Von

dpa

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