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25.09.2012

10:43 Uhr

Nach Briefporto

Post will auch für Express-Pakete mehr Geld

Nach der geplanten Verteuerung beim Brief-Porto, dreht die Deutsche Post für das kommende Jahr auch bei Express-Sendungen an der Preisschraube. Und auch der US-Konkurrent FedEx will mehr Geld für seine Expresslieferungen.

Soll ab 2013 teurer werden: Der DHL-Versand von Express-Paketen. dpa

Soll ab 2013 teurer werden: Der DHL-Versand von Express-Paketen.

DüsseldorfDie Deutsche Post bittet ihre Kunden zur Kasse: Im kommenden Jahr sollen neben Briefen auch Express-Sendungen teurer werden. In Deutschland will der Konzern dabei für das Verschicken von eiligen Dokumenten oder Paket-Sendungen im Schnitt 4,9 Prozent mehr Geld verlangen, kündigte die Post am Dienstag an. Weltweit würden die Preise im Schnitt um fünf Prozent angehoben, ergänzte ein Sprecher der Post-Express-Sparte DHL.

"Die Preiserhöhung, die DHL Express für das Jahr 2013 weltweit vornimmt, dient dem Ausgleich steigender Kosten", sagte Post-Vorstandsmitglied Ken Allen. Zusätzliche Sicherheitsanforderungen im internationalen Flugverkehr belasteten etwa die Express-Dienste. Die Post steht mit ihrer Preispolitik nicht allein. Auch der US-Riese FedEx hatte erst vor einer Woche angekündigt, von den Kunden weltweit ebenfalls mehr Geld zu verlangen - hier sollen die Preise im Mittel um 5,9 Prozent zulegen.

Marktanteile im Express-Geschäft in China

Logistiker in China

In China boomt die Logistk, weshalb die Deutsche Post dort ihren Marktanteil ausbauen möchte. Im Expressgeschäft teilen sich fünf Unternehmen die Marktanteile. 6 Prozent besitzen sonstige Unternehmen.

Platz 5

Den fünften Platz belegt TNT mit 9 Prozent. Das Unternehmen hat seinen Sitz in den Niederlanden und ist an der Amsterdamer Börse notiert.

Platz 4

UPS liegt mit 16 Prozent auf dem vierten Platz. Das international tätige Logistikunternehmen wurde 1907 von James E. Casey in Seattle gegründet.

Platz 3

Auf Platz drei befindet sich China Post mit 17 Prozent. China Post ist der nationale Postdienstleister der Volksrepublik.

Platz 2

Auf Platz zwei ist Fedex mit 20 Prozent Marktanteil. Die Firma betreibt inzwischen eine der weltweit größten Luftfrachtflotten.

Platz 1

Auf dem ersten Platz ist DHL-Sinotrans mit 32 Prozent Marktanteil. Das Unternehmen wurde 1986 gegründet. DHL-Sinotrans ist ein Joint Venture von DHL und dem chinesischen, staatseigenen Unternehmen Sinotrans.

Für die Post wird das Express- und Logistikgeschäft abseits des traditionellen Brief-Geschäfts immer wichtiger - in diesen Bereichen wächst der Konzern weltweit, vor allem in den Wachstumsregionen Asiens kann die Post zulegen. Im Express-Geschäft fuhr der Bonner Konzern im ersten Halbjahr 2012 bei einem Umsatz von rund 6,3 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (Ebit) von 598 Millionen Euro ein. Damit steuerte die Sparte knapp die Hälfte des operativen Gewinns im Gesamtkonzern bei, der bei rund 1,2 Milliarden Euro lag. Von den angekündigten Preiserhöhungen im Express-Geschäft sind vor allem Geschäftskunden der Post betroffen - sie nutzen solche Dienste am stärksten.

Deutsche Post: Briefporto soll auf 58 Cent steigen

Deutsche Post

Briefporto soll auf 58 Cent steigen

Die Deutsche Post hat eine Erhöhung des Briefportos von derzeit 55 Cent bei der Bundesnetzagentur beantragt. Von der Preiserhöhung sind auch Geschäftskunden betroffen. Unternehmenschef Appel verweist auf den Kostendruck.

Beim Briefporto will der Konzern aber auch die Verbraucher im kommenden Jahr stärker zu Kasse bitten. Der Konzern hatte bereits angekündigt, den Preis für den Standardbrief bis 20 Gramm im nationalen Versand von derzeit 55 Cent auf 58 Cent zu erhöhen. Beim nationalen Maxibrief mit einem Gewicht bis 1.000 Gramm soll der Preis von 2,20 auf 2,40 Euro in die Höhe geschraubt werden. Die Bundesnetzagentur als Regulierer für den Briefmarkt muss den Anträgen für das Brief-Porto aber noch zustimmen. Die Entscheidung der Behörde wird noch im September erwartet.

Im Express-Bereich kann die Post indes ohne die Zustimmung des Regulierers an der Preisschraube drehen. Hier steht der Konzern im weltweiten Wettbewerb. Im deutschen Briefmarkt ist die Post dagegen der einzige Dienstleister, der sicherstellt, dass die Bundesbürger zwischen Flensburg und Garmisch ihre Briefe erhalten. Konkurrenten wie die niederländische PostNL konzentrieren sich auf Geschäftspost - hier liegen die Margen deutlich höher als bei der Versorgung der Verbraucher in der Fläche.

Von

rtr

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