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04.09.2014

08:51 Uhr

Nach Butterpreis-Senkung

Bauern greifen Aldi & Co. an

Russland verhängt Sanktionen gegen Landwirte, kurz drauf senkt Aldi die Butterpreise. Andere Discounter wollen nachziehen. Der Bauernverband wirft der Kette vor, die Verunsicherung durch die Ukraine-Krise auszunutzen.

Preise im Fall: Das 250-Gramm-Paket Deutsche Markenbutter kostet bei Aldi statt 0,99 Euro nur noch 0,85 Euro. dpa

Preise im Fall: Das 250-Gramm-Paket Deutsche Markenbutter kostet bei Aldi statt 0,99 Euro nur noch 0,85 Euro.

OsnabrückDer Bauernverband wirft deutschen Handelsketten vor, die negativen Folgen des Einfuhrverbots für Lebensmittel nach Russland für Preissenkungen in Deutschland zu missbrauchen. „Die aktuelle Verunsicherung der Märkte wird genutzt, um Einkaufspreise zu optimieren“, sagte Verbandsgeschäftsführer Bernhard Krüsken der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag).

Krüsken appellierte an den Handel, die Landwirte mit den negativen Auswirkungen nicht alleine zu lassen. Der Discounter Aldi hatte am Montag den Preis für 250 Gramm Butter von 99 auf 85 Cent gesenkt. Weitere Lebensmittelhändler wollten nachziehen.

Aldi Süd in Zahlen

Nettoumsatz in Deutschland

2013: 13,8 Milliarden Euro
2012: 12,35 Milliarden Euro
2011: 11,4 Milliarden Euro

Nettoumsatz in anderen Ländern 2012

USA: 6,09 Milliarden Euro
Großbritannien: 2,65 Milliarden Euro
Österreich: 2,51 Milliarden Euro

Verkaufsstellen in Deutschland

2013: 1830
2012: 1812
2011: 1800

Anzahl der Verkaufsstellen in anderen Ländern

USA: 1230
Großbritannien: 485
Österreich: 442

Nettoumsatz pro Quadratmeter

7900 Euro pro Quadratmeter
(in Deutschland im Jahr 2012)

Kundenzufriedenheit

Wert 2013: 2,14
Wert 2012: 2,16

Auf einer Skala von (1) sehr zufrieden bis (5) unzufrieden. Der Branchendurchschnitt lag bei der Umfrage bei 2,34, insgesamt lag Aldi mit der Wertung von 2,14 auf Platz eins.

Quelle

EHI Retail Institute

Auf den deutschen Bauern laste infolge des Einfuhrverbots ein starker Preisdruck. Weil europäische Anbieter nicht mehr nach Osten liefern könnten, wichen sie zunehmend auf den deutschen Markt aus, so Krüsken. Dies führe zu einem Überangebot und fallenden Preisen.

Derzeit seien diese Entwicklung bei Obst und Gemüse aber auch bei Milch zu spüren. Fleischerzeuger hätten schon länger mit diesem Problem zu kämpfen, da Russland den Import von Schweine- und Rindfleisch bereits vor einigen Monaten untersagt hat.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Alfred E. Neumann

04.09.2014, 09:21 Uhr

Ich lach mich tot!
Bauern kassieren seit Jahrzehnten Hunderte von Milliarden von der EU.

Herr Steffen Rupp

04.09.2014, 10:43 Uhr

Der Markt ist eben manchmal so böse. Dass bei sinkender Nachfrage die durchsetzbaren Preise sinken könnten, konnte ja schließlich keiner von den Betroffenen ahnen.

Aber die Hilfe ist nahe. Zum Glück gilt ja für wirklich wichtige Mitglieder der Gesellschaft der Preismechanismus des Markts nicht. Für die gibt es dann nämlich in der Not oder auch so nebenbei ein paar Milliarden extra (z.B. aus EU-Fördermitteln) .

Herr Kurt Siegel

04.09.2014, 13:10 Uhr

Angebot und Nachfrage regeln bekanntlich den Preis; der Ausfall von Russland als Abnehmerland sollte deshalb als Chance verstanden werden, die Preise für die breite Bevölkerung noch weiter zu senken; nicht immer gleich nach Subventionen schreien.

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