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08.04.2014

11:20 Uhr

Nach dem Streik

Lufthansa und Pilotengewerkschaft sprechen miteinander

Für eine Einigung in den Tarifverhandlungen werden die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft am Donnerstag zusammenkommen. Dafür mache die Airlines kein neues Angebot. Weitere Streiks werde es aber zunächst nicht geben.

Damit die Flugzeuge wieder nicht auf dem Boden bleiben, werden die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Donnerstag verhandeln. AFP

Damit die Flugzeuge wieder nicht auf dem Boden bleiben, werden die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Donnerstag verhandeln.

Frankfurt/MainNach dem folgenreichen Pilotenstreik der vergangenen Woche plant die Lufthansa erstmals wieder Gespräche mit der Vereinigung Cockpit. Ein Treffen mit der Gewerkschaft sei für Donnerstag vereinbart, sagte ein Lufthansa-Sprecher auf AFP-Anfrage am Dienstag in Frankfurt am Main. Ziel des Gesprächs sei es, die „nächsten Schritte“ zu besprechen, um einen Wiedereinstieg in Verhandlungen zu ermöglichen.

Die Piloten bei der Lufthansa, der Tochter Germanwings und Lufthansa Cargo hatten in der vergangenen Woche von Mittwoch bis Freitag gestreikt. Die Lufthansa stellte den Flugbetrieb in den drei Tagen deswegen weitgehend ein, rund 3800 Flüge fielen aus. Nach dem Streik forderte die Lufthansa die Piloten-Gewerkschaft auf, "ohne Vorbedingungen" an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Vereinigung Cockpit hatte ein neues Angebot des Konzerns verlangt, die Fluglinie lehnte dies ab.

Streiks im deutschen Luftverkehr

5. März 2008

Auf dem Frankfurter Flughafen legen laut Gewerkschaft Verdi rund 2.000 Mitarbeiter von Vorfeld, Passagierkontrolle und Werkstätten für vier Stunden ihre Arbeit nieder.

23. Januar 2009

Wegen eines Warnstreiks des Kabinenpersonals fallen 44 Flüge von und nach Frankfurt aus. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verlangt Tariferhöhungen.

Februar 2012

Bei einem tagelangen Arbeitskampf in Frankfurt fallen mehr als 1.700 Flüge aus. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März 2012

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht.

7. September 2012

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verursacht den bis dahin größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1.000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100.000 Passagiere sind betroffen. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

Januar/Februar 2013

Streiks des Sicherheitspersonals privater Dienstleister legen mehrere deutsche Flughäfen mehrfach weitgehend lahm. In Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es zu massiven Behinderungen.

22. April 2013

Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem ganztägigen Warnstreik auf, um Forderungen nach Jobgarantien und 5,2 Prozent mehr Geld durchzudrücken. Das Bodenpersonal der Lufthansa sorgt dafür, dass von 1.720 geplanten Flügen nur noch 32 stattfinden.

21. Februar 2014

Private Sicherheitsleute legen mit einem 21-stündigen Warnstreik den Frankfurter Flughafen nahezu lahm. Verdi fordert für die Beschäftigten einen Einheitsstundenlohn von 16 Euro.

2. April 2014

Im April kommt es zum längsten Arbeitskampf der Piloten bei der Lufthansa jemals. Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft ihre Mitglieder bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings auf, für drei Tage die Arbeit niederzulegen. Die Lufthansa reduzierte in diesen Tagen ihr Flugplanangebot stark und strich insgesamt 3800 Flüge, wodurch weit über 400.000 Passagiere betroffen waren.

29. August 2014

Die Gewerkschaft Cockpit ruft Piloten der Lufthansatochter Germanwings zum Arbeitsausstand auf. Streitpunkt sind vor allem die Regelungen zur Übergangsversorgung der bei Lufthansa angestellten Piloten. Von dem sechsstündigen Streik an sieben Standorten sind 116 von 164 Germanwings-Flügen an dem Tag betroffen, 15.000 Passagiere können nach Angaben der Airline nicht wie gewohnt reisen.

In dem Tarifkonflikt geht es neben Lohnerhöhungen vor allem um die sogenannte Übergangsversorgung, die es den Piloten bislang erlaubt, ab 55 in einen bezahlten Frühruhestand zu gehen. Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Dagegen protestierte die Vereinigung Cockpit mit dem Streik. Weitere Arbeitsniederlegungen soll es frühestens nach Ende der Osterferien geben.

Von

afp

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