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29.07.2011

13:30 Uhr

Nach Ehec-Krise

Metro-Finanzchef kippt Umsatzprognose

Metro-Finanzchef Olaf Koch hat die bisherige Umsatzprognose von „gut vier Prozent“ nach unten korrigiert. Null bis vier Prozent seien nun drin. Die Ehec-Krise habe in Deutschland das Geschäft gedämpft.

Einkaufswagen vor einem Metro-Geschäft in Düsseldorf Quelle: AFP

Einkaufswagen vor einem Metro-Geschäft in Düsseldorf

DüsseldorfDem Handelsriesen Metro liegt die Ehec-Krise schwer im Magen: Finanzchef Olaf Koch kippte die bisherige Prognose eines Umsatzwachstums von „gut vier Prozent“ im Jahr 2011. Koch habe im Gespräch mit Analysten angekündigt, dass Metro beim Umsatz nur noch ein Plus von null bis vier Prozent erwarte, bestätigte ein Metro-Sprecher am Freitag.

In Deutschland habe die Sorge der Verbraucher angesichts der Ehec-Krise das Geschäft gedämpft - Kunden ließen Frische-Produkte wie Gurken, Obst und Gemüse in den Regalen liegen, weil dort die Ursache für teils tödliche Darmerkrankungen vermutet wurde. Auch die Schuldenkrise in Südeuropa, wo die Verbraucher ihr Geld zusammenhalten, drückt auf die Umsätze.

Schon am Dienstag hatte die Metro eingeräumt, dass bei der lange erfolgsverwöhnten Tochter Media-Saturn die Geschäfte nicht rund laufen. Europas größte Elektromarktkette habe im zweiten Quartal bei Umsatzeinbrüchen vor allem im deutschen Heimatmarkt einen operativen Verlust von 44 Millionen Euro erlitten. Das Gewinnziel der Metro für 2011 sei dadurch aber nicht in Gefahr.

„Außer Media-Saturn bewegen sich alle Vertriebslinien der Metro Group im Rahmen der Markterwartungen“, betonte Koch. Das Management hofft außerdem auf das Weihnachtsgeschäft, das den Handelskonzernen traditionell den Löwenanteil ihrer Erträge einbringt. Das Konzernergebnis vor Sonderfaktoren soll 2011 weiter um rund zehn Prozent steigen von 2,4 Milliarden Euro im Vorjahr.

Metro-Aktien verloren am Freitag zeitweise bis zu drei Prozent, erholten sich in einem schwachen Gesamtmarkt am Mittag aber bei einem Minus von knapp einem Prozent auf 38,29 Euro.

Media-Saturn setzt nun auf eine Online-Offensive, um verlorenen Boden gutzumachen. Nach langem Zögern sollen sowohl Saturn als auch Media Markt eigene Shops im Internet erhalten, wo beispielsweise Platzhirsch Amazon.com Kaufkraft aus den realen Läden abzieht. Im Jahr 2015 soll der Umsatz aus dem Online-Bereich bei fünf Milliarden Euro liegen. Begleitet wird der Sprung ins Internet von einem Sparprogramm, dem rund 3000 Stellen zum Opfer fallen sollen, und einer Preis-Offensive.

Zwischen der Konzernzentrale in Düsseldorf und der Elektronik-Tochter in Ingolstadt knirscht es seit Monaten. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte Konzernkreisen zufolge das Management der Kette bereits in der Vergangenheit vor dem „süßen Gift des Erfolgs“ gewarnt. Zudem liefert er sich einen Machtkampf mit den Media-Saturn-Alteignern, die auf umfassenden Minderheitsrechten bestehen.

Diese verzögern aus Cordes Sicht Entscheidungen. Die Alteigner sehen dagegen ihr Lebenswerk gefährdet. Media-Saturn ist indes nicht die einzige Baustelle im Konzern. Cordes hat auch die Supermarktkette Real und die Kaufhof-Warenhäuser zur Disposition gestellt. Für beide prüft der Konzern Optionen, die von einem Verkauf bis hin zu Partnerschaften reichen.

Von

rtr

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