Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2012

13:32 Uhr

Nach geplatztem Deal

Rhön-Gründer glaubt weiter an Verkauf

Der Gründer der Rhön-Krankenhauskette Eugen Münch glaubt weiterhin an einen Verkauf des Unternehmens an den Gesundheitskonzern Fresenius. Zuvor war der Verkauf an einem Trick des Konkurrenten Asklepios gescheitert.

Gebäude und Haupteingang des Rhön-Klinikums in Bad Neustadt an der Saale: Der Firmengründer hofft weiter auf eine Fusion mit Fresenius. Imago

Gebäude und Haupteingang des Rhön-Klinikums in Bad Neustadt an der Saale: Der Firmengründer hofft weiter auf eine Fusion mit Fresenius.

FrankfurtRhön-Klinikum -Gründer Eugen Münch will bald einen neuen Anlauf nehmen, um den fränkischen Krankenhausbetreiber an den Gesundheitskonzern Fresenius zu verkaufen. "Ich glaube, dass es ziemlich zügig eine Lösung geben wird", sagte Münch am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Münch, der auch Großaktionär und Aufsichtsratschef von Rhön ist, will in nächster Zeit das Gespräch mit Asklepios -Eigner Bernard Broermann suchen. Der Konkurrent war in der vergangenen Woche mit über fünf Prozent bei Rhön eingestiegen und hatte die 3,1 Milliarden Euro schwere Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius damit im ersten Anlauf verhindert.

Broermann habe in der heißen Phase des Übernahmeprozesses Gespräche abgelehnt und darauf verwiesen, dass diese rechtlich nicht zulässig wären, sagte Münch. "Er hat aber angekündigt, dass man in Anschluss reden kann." Münch zeigte sich zuversichtlich, dass sich alle Beteiligten in Gesprächen über die Neuordnung des deutschen Klinikmarktes auf eine Konstruktion einige könnten, mit der auch Asklepios-Eigner Broermann zufrieden ist. Asklepios war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. "An meiner Analyse, dass die Konsolidierung jetzt kommen muss, hat sich nicht geändert", betonte Münch.

Der 67-Jährige machte deutlich, dass er weiter einen Verkauf an Fresenius anstrebt und keinen Zusammenschluss mit Asklepios oder dem vierten große privaten deutschen Anbieter Sana. "Wir halten an dem Zusammenschluss mit Fresenius fest, weil er funktionell die schnellsten Fortschritte verspricht." Auch Fresenius hat betont, Möglichkeiten zu prüfen, um den Zusammenschluss mit Rhön doch noch zustande zu bringen.

Fresenius-Offerte: Rhön-Klinik-Übernahme ist geplatzt

Fresenius-Offerte

Rhön-Klinik-Übernahme ist geplatzt

Die Übernahme durch Fresenius ist gescheitert. Knapp sechs Prozent der Aktien fehlten.

Ein neues Übernahmeangebot innerhalb der nächsten zwölf Monate wäre nur erlaubt, wenn der Rhön-Vorstand zustimmt. Er gehe davon aus, dass dies rasch geschehen könne, sagte Münch. Auch eine Änderung der Rhön-Satzung, die für wichtige Entscheidungen eine Zustimmungsquote von mehr als 90 Prozent vorsieht, sei denkbar, sagte Münch. "Das wäre eine Möglichkeit."

Wegen der Rhön-Satzung hatte Fresenius-Chef Schneider eine Annahmequote von mehr als 90 Prozent als Bedingung für das Gelingen der Übernahme gesetzt. Nach dem Einstieg von Asklepios sammelte der Konzern aus Bad Homburg allerdings lediglich 84,3 Prozent der Rhön-Aktien ein. Münch, der mit seiner Frau 12,5 Prozent an Rhön hält, müsste einer Änderung der Satzung zustimmen, mit der er sein Unternehmen jahrelang vor Übernahme schützte. Er gab im Gespräch mit Reuters allerdings zu bedenken, dass eine Änderung der Satzung, für die auch mehr als 90 Prozent der Stimmen notwendig sind, ebenso wie die Übernahme durch Fresenius blockiert werden könnte.

Münch geht jedoch davon aus, dass Asklepios-Eigner Broermann kein Interesse hat, den Zusammenschluss dauerhaft zu blockieren und langfristig an Rhön beteiligt zu bleiben. Zum einen würde Asklepios ins Visier der Kartellbehörden geraten, wenn die Beteiligung sich der zehn Prozent-Grenze nähern würde, sagte Münch. Zum anderen hänge die Bewertung des Konkurrenten Asklepios, der nicht an der Börse notiert ist, vom Marktwert des vergleichbar großen Rhön-Konzerns ab, erklärte Münch. Deshalb habe auch Broermann durch den Kurssturz der Rhön-Aktie Millionen verloren und mittelfristig kein Interesse, dass der Rhön-Kurs im Keller bleibt. Die Rhön-Aktie verlor am Montag rund 12 Prozent auf 16,60 Euro. Fresenius hatte bei seiner ersten Offerte 22,50 Euro je Rhön-Papier geboten.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×