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17.03.2012

12:57 Uhr

Nach Insolvenz

Gesucht: Investor für Schlecker

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will zügig über einen Schlecker-Investor entscheiden. Daneben wird derzeit auch über eine Auffanggesellschaften für Schlecker-Mitarbeiter verhandelt.

Eine Passantin geht in der Innenstadt von Dresden an einer Schlecker-Filiale vorbei. dapd

Eine Passantin geht in der Innenstadt von Dresden an einer Schlecker-Filiale vorbei.

Kassel/DüsseldorfSchlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will bis Pfingsten einen Investor für die Drogeriekette auswählen. „Läuft alles nach Plan, können wir bis Pfingsten mit dem Investorenprozess durch sein“, sagte Geiwitz der „Wirtschaftswoche“ laut Vorabbericht. Rund zwei Dutzend potenzielle Investoren hätten Interesse signalisiert. „Aus dem Kreis werden wir in den nächsten Tagen eine Vorauswahl treffen. Dann beginnen intensive Verhandlungen“, sagte er.

Als am geeignetsten bezeichnete Geiwitz einen Investor, „der Erfahrung im Handelsbereich hat und sich mit mittelständischen Führungsstrukturen auskennt“. Wesentliche Gläubigergruppen wie die Lieferanten legten Wert auf einen verlässlichen Partner, mit dem das Geschäft fortgeführt werden könne, sagte er weiter. Ziel bleibe es, für Schlecker und die Schwesterkette Ihr Platz möglichst einen gemeinsamen Investor zu finden.

Die Beratungen über die Zukunft der 12.000 von Jobverlust bedrohten Schlecker-Mitarbeiter haben am Samstagmorgen in Kassel begonnen. Schlecker will über 2.000 Filialen schließen und 12.000 Mitarbeitern zum Monatsende kündigen. Daran sind der Insolvenzverwalter, Betriebsräte, Träger von Transfergesellschaften und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di beteiligt. Ziel ist es, gekündigten Beschäftigten ein Jahr lang einen gesicherten Neustart in Auffanggesellschaften zu ermöglichen.

Transfer-Kurzarbeitergeld und Maßnahmen von Auffanggesellschaften für die gekündigten Mitarbeiter soll die Bundesagentur für Arbeit zahlen. Offen ist, wer die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung in Höhe von 75 Millionen Euro übernimmt.

Bund und Länder wollen am Montag darüber sprechen, wer für diese Kosten aufkommen soll.

Von

dapd

Kommentare (1)

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Untertan

17.03.2012, 11:10 Uhr

Noch nicht lange her: in Presse Funk und Fernsehen und hier insbesondere in allen möglichen Talkshows zog man gegen Schlecker her und forderte den "mündigen" Verbraucher auf mit den Füßen abzustimmen. Jetzt har er abgestimmt und man wundert sich über die Insolvenz.
Wo sind denn all die Besserwisser, Klug- und Dummschwätzer die scheinheilig wehklagen.
Nun ist eben der Geist aus der Flasche und will nicht mehr zurück. Wen wunderts.

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