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08.12.2016

19:13 Uhr

Nach Kritik an Steuerpraktiken

McDonald's verlegt Zentrale nach Großbritannien

Wegen seiner Steuerpraktiken gerät der Fast-Food-Riese McDonald's immer mehr unter Druck. Das Unternehmen plant nun seine Auslandszentrale von Luxemburg nach Großbritannien zu verlegen.

Zwischen dem amerikanischen Unternehmen und Luxemburg soll es ein Geheimabkommen gegeben haben, das extrem niedrige Steuersätze festlegt. AFP; Files; Francois Guillot

McDonald's Steuertricks

Zwischen dem amerikanischen Unternehmen und Luxemburg soll es ein Geheimabkommen gegeben haben, das extrem niedrige Steuersätze festlegt.

New YorkDer wegen seiner Steuerpraktiken in der EU unter Druck geratene US-Fast-Food-Riese McDonald's verlegt seine Zentrale im Ausland von Luxemburg nach Großbritannien. Bei der neuen Holding würden die Lizenzgebühren aus den meisten Franchiseverträgen außerhalb der USA eingehen, und die Gewinne würden in Großbritannien versteuert, teilte ein Konzernsprecher am Donnerstag mit.

Das McDonald's-Büro in Luxemburg bleibt den Angaben zufolge zwar offen, wird aber nur noch für die Geschäfte innerhalb dieses Landes zuständig sein. Die EU-Kommission hat die Steuerpraktiken des Gastronomie-Giganten unter die Lupe genommen. Zuvor hatte es Enthüllungen gegeben, wonach McDonald's und andere Konzerne in Geheimabkommen mit dem luxemburgischen Staat extrem niedrige Steuersätze von teilweise nur ein Prozent vereinbart hatten.

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McDonald's bestreitet derart niedrige Steuerzahlungen. Der Konzern zahle in der EU „eine bedeutende Summe an Unternehmenssteuern“, sagte der Sprecher. Nach seinen Angaben beliefen sich diese in den Jahren 2011 bis 2015 auf mehr als 2,5 Milliarden Dollar (2,35 Milliarden Euro), was einem Durchschnittssatz von 27 Prozent entspreche.

Die Verlegung der Zentrale von Luxemburg nach London erfolge vielmehr im Rahmen der globalen Neuorganisation des Konzerns, die der neue Unternehmenschef Steve Easterbrook in Angriff genommen habe, führte der Sprecher aus. Großbritannien sei als Standort ausgewählt worden, da es dort eine hohe Zahl von Mitarbeitern mit den für das internationale Geschäft notwendigen Sprachkenntnissen und Verbindungen gebe.

Nach dem Brexit-Referendum im Juni will Großbritannien im März seinen Austritt aus der EU beantragen.

Von

afp

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