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15.04.2011

16:45 Uhr

Nach langem Ringen

Deutsche Bahn und Lokführer legen Tarifstreit bei

Monatelang haben sie miteinander gerungen, jetzt haben die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn ihren Tarifstreit beigelegt. Die GDL verstärkt nun ihren Arbeitskampf bei der Bahn-Konkurrenz.

Lokführer der Deutschen Bahn während eines Streiks. Quelle: dpa

Lokführer der Deutschen Bahn während eines Streiks.

Der monatelange Tarifkonflikt der Lokführer mit der Deutschen Bahn ist beigelegt. Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn einigten sich am Freitag in Frankfurt auf einen Rahmentarifvertrag für die 20.000 DB-Lokführer im Personen- und Güterverkehr. Neben anderen Verbesserungen sieht der Kompromiss nun zwei Prozent mehr Geld vor. Das teilten GDL und der Bahn während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit. „Vor Ihnen steht ein sehr erleichterter Bundesvorsitzender“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. „Es lief sehr vernünftig und partnerschaftlich“, sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber, der sich wie Weselsky zufrieden mit dem Abschluss zeigte.

Der Kompromiss beinhaltet folgendes: Die Lokführer erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2,0 Prozent mehr Geld. Diese Steigerung gilt für alle Entgelte in der bisherigen Verdiensttabelle, egal ob die Lokführer Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr transportieren oder im Güterverkehr unterwegs sind. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten und reicht damit bis zum 30. Juni nächsten Jahres.

Mit dem Durchbruch sind neue Streiks im Nah- und Fernverkehr des DB-Netzes abgewendet. Ein Ergebnis für die etwa 6000 Lokführer bei den Konkurrenzunternehmen des staatseigenen Konzerns fehlt hingegen noch. Bei 20 DB-Wettbewerbern streikt die GDL derzeit, der am Donnerstag begonnene 48-Stunden-Ausstand läuft noch bis Samstag.

Mit der Einigung bei der DB steht auch ein Rahmentarifvertrag, der zentrale Beschäftigungsstandards wie Bezahlung, vier wichtige Zulagen und die wöchentliche Arbeitszeit festlegt. Die GDL will, dass das hohe Niveau dieses Rahmentarifs auch für alle DB-Wettbewerber gilt. Das Ziel, diesen als Flächentarif gedachten Vertrag auch bei der übrigen Branche in Kraft zu setzen, ist jedoch noch weit entfernt.

Dem Kompromiss mit der DB müssen Gremien beider Tarifparteien noch zustimmen - in der Regel ist das aber nur noch ein formaler Akt. Die DB-Lokführer hatten zuletzt 2008 ein Tarifplus von 11 Prozent erkämpft. 2009 betrug die Steigerung 4,5 Prozent. Ein DB-Lokführer verdient derzeit im Schnitt 2700 Euro brutto plus Zulagen. Die ausgehandelten zwei Prozent wären bei 2700 Euro brutto 54 Euro.

Derweil will die GDL nun den Druck auf die Bahn-Konkurrenten erhöhen. „Wir werden die Arbeitgeber der Privatbahnen weiter bestreiken, und zwar sicherlich auch noch etwas intensiver in schnellerer Folge und solange, bis sie zu Verhandlungen bereit sind“, sagte Weselsky der Nachrichtenagentur dpa. Eine Einigung mit den DB-Konkurrenten sei sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich möglich.

Der derzeit laufende 48-Stunden-Streik der Lokführer bei den Bahn-Konkurrenten hat auch am Freitag erneut bundesweit Ausfälle und Behinderungen im regionalen Zugverkehr verursacht. Nach Angaben der Gewerkschaft GDL blieben bei den Bahn-Konkurrenten rund 70 Prozent der Züge stehen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

15.04.2011, 15:39 Uhr

Nach "zähem Ringen" hat man sich auf das geeinigt, was im Grunde schon voher für alle feststand !!!!

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