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09.01.2009

07:00 Uhr

Nach Lyondell-Basell-Insolvenz

Air Berlin: Großaktionär nimmt Notausstieg

Paukenschlag bei Air Berlin: Der russischstämmige Industrielle Len Blavatnik hat überraschend seinen knapp 20-prozentigen Anteil an der Fluglinie Air Berlin verkauft. Offenbar braucht Blavatnik Geld. Ein möglicher Grund: Die Insolvenz des Chemieriesen Lyondell-Basell, der zu Blavatniks Firmenimperium gehört.

Air Berlin verliert seinen Großaktionär. Foto: dpa Quelle: dpa

Air Berlin verliert seinen Großaktionär. Foto: dpa

gie/HB DÜSSELDORF. Die Freude über die guten Zahlen für das abgelaufene Quartal ist bei Air Berlin noch nicht ganz verklungen, da erreicht die Fluglinie eine überraschende Nachricht: Der russische Investor Len Blavatnik hat sich von seinem Anteil in Höhe von 18,94 Prozent an der zweitgrößten deutschen Airline getrennt.



Blavatnik war erst im Frühjahr 2008 bei Air Berlin eingestiegen. Er hatte ein Aktienpaket der Beteiligungsgesellschaft Vatas des Finanzinvestors Robert Hersov übernommen. Damals hatte Air Berlin in Blavatnik noch einen langfristigen Investor gesehen und gehofft, mit dem Eigentümerwechsel kehre Ruhe in die Aktionärsstruktur ein.

Das Unternehmen wird an der Börse immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Zuletzt tauchten Spekulationen auf, die arabische Fluggesellschaft Etihad sei an einem Einstieg bei Air Berlin interessiert. An wen Blavatnik sein Paket verkauft hat, blieb zunächst unklar.

Viel Freude dürfte die Beteiligung dem gebürtigen Russen nicht gebracht haben. Blavatniks Anteil von etwa zwölf Millionen Aktien hat seit seinem Einstieg knapp die Hälfte an Wert verloren und war am Donnerstag noch etwa 56 Millionen Euro wert.

Über die Gründe wird spekuliert. Aber am wahrscheinlichsten ist, dass Blavatnik dringend Geld benötigt. Das glaubt auch Luftfahrt-Experte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler: „Das hat nicht direkt etwas mit Air Berlin zu tun. Es ist ja kein Geheimnis, dass so mancher russische Oligarch Liquiditätsprobleme hat.“

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