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05.12.2014

09:28 Uhr

Nach Pilotenstreik

Bei der Lufthansa kehrt der Alltag ein

Der Flugebtrieb bei der Lufthansa läuft wieder normal. Alle Flüge werden abgewickelt, einige werden nachgeholt. Der gestrige Pilotenstreik war bereits der zehnte in diesem Jahr – und hatte nur eine begrenzte Wirkung.

Ein Flieger der Lufthansa hebt ab. Der Flugverkehr läuft nach dem Pilotenstreik wieder nach Plan. Reuters

Ein Flieger der Lufthansa hebt ab. Der Flugverkehr läuft nach dem Pilotenstreik wieder nach Plan.

FrankfurtNach dem Ende des Pilotenstreiks läuft der Flugbetrieb bei der Lufthansa wieder normal. „Alles wird heute flugplanmäßig abgewickelt“, sagte ein Sprecher der Airline am Freitagmorgen. Einige Langstreckenverbindungen, die am späten Donnerstagabend ausgefallen waren, würden am Morgen nachgeholt.

Am Donnerstag hatte die Fluggesellschaft mitgeteilt, dass sie trotz des Streiks rund 60 Prozent des geplanten Langstrecken-Programms habe fliegen können. Bei der Fracht-Tochter Cargo seien es 93 Prozent gewesen, zum Teil aber mit veränderten Abflugzeiten.

Die längsten Streiks der deutschen Geschichte

Tarifkampf

Im Tarifstreit bei der Bahn hat die Lokführer-Gewerkschaft GDL mehrfach gestreikt. Der längste Ausstand dauerte 109 Stunden im Güterverkehr und 98 Stunden im Personenverkehr, der längste in der Geschichte der Deutschen Bahn. Im Vergleich zu anderen Branchen ist dies noch moderat. Es folgt eine Zusammenstellung besonders langer Streiks in Deutschland.

1956/1957

1956/57 dauerte der Streik in der Metallindustrie in Schleswig-Holstein 16 Wochen. 34.000 Beschäftigte setzten sich für eine höhere Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ein. Sie erreichten eine Aufstockung auf 90 Prozent des Nettoeinkommens.

1984

1984 streikten die Beschäftigten der Metallindustrie in Hessen und Baden-Württemberg sieben Wochen lang für die 35-Stunden-Woche. Die Drucker waren bundesweit sogar zwölf Wochen im Ausstand. Die Arbeitgeber reagierten mit massiven Aussperrungen. Am Ende wurde in beiden Branchen die 38,5-Stunden-Woche vereinbart.

1994

1994 legten 100.000 Drucker 17 Wochen lang die Arbeit nieder, um Vorruhestand-Regelungen und einen besseren Gesundheitsschutz sowie eine Gleichstellung von Frauen durchzusetzen. Die Arbeitgeber verpflichteten sich am Ende nur, über diese Themen zu verhandeln.

2004

2004 blieben in Leverkusen die Busse 395 Tage lang in den Depots, weil die Mitarbeiter einer Tochterfirma der Kraftverkehr Wupper-Sieg (KWS) höhere Löhne verlangten.

2012/2013

2012/2013 streikten Beschäftigte des Verpackungsherstellers Neupack in Hamburg acht Monate lang, um einen Tarifvertrag durchzusetzen. Erreicht wurde eine tarifvertragsähnliche Vereinbarung mit dem Betriebsrat.

2013

2013 legten Beschäftigte im Einzelhandel über einen Zeitraum von acht Monaten immer wieder die Arbeit nieder, bis Anfang 2014 die letzten Lohn-Abschlüsse unter Dach und Fach waren. In mehr als 950 Betrieben wurde vorübergehend nicht gearbeitet.

Die Piloten der Lufthansa hatten am Donnerstag zum zehnten Mal in diesem Jahr gestreikt. Sie kämpfen für die Beibehaltung ihrer Frührenten-Regelung sowie gegen die Pläne der Konzernleitung für eine neue Langstrecken-Billig-Linie. Die Streiks verursachten direkt und durch Buchungsausfälle bereits Schäden von 160 Millionen Euro - die Ausstände in dieser Woche noch nicht mitgerechnet. Die Piloten-Gewerkschaft hat bereits damit gedroht, bis nächstes Jahr weiter zu streiken.

Von

rtr

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