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21.02.2013

21:50 Uhr

Nach Sparprogrammen

Air Berlin erzielt wieder Gewinn

Erstmals seit fünf Jahren schreibt Air Berlin wieder schwarze Zahlen. Dabei profitiert die Fluggesellschaft aber vor allem vom Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad. Und nun wird weiter gespart.

Air Berlin aus den schwarzen Zahlen

Video: Air Berlin aus den schwarzen Zahlen

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BerlinDer neue Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer kann mit einem Gewinn in sein Amt starten: Erstmals seit fünf Jahren kann Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft wieder ein Plus vorlegen - und zwar 6,8 Millionen Euro. Der Konzernumsatz wuchs leicht auf 4,31 Milliarden Euro. Dabei profitiert die Airline aber vor allem vom Verkauf des Vielfliegerprogramms „Topbonus“, das die Berliner für 184,4 Millionen Euro an Großaktionär Etihad verkauft hatten.

„Wir sind noch nicht am Ziel und sind uns bewusst, dass zum Ergebnis in 2012 auch Einmaleffekte beigetragen haben“, kommentierte Prock-Schauer das Ergebnis in einer ersten Stellungnahme. Denn es gab auch weniger gute Nachrichten.

Auf Druck der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung muss Air Berlin das Ergebnis für das Jahr 2011 drastisch nach unten korrigieren. Der Verlust fällt mit 420,4 Millionen Euro um 149 Millionen Euro höher aus als ursprünglich ausgewiesen. Damit schrumpft auch das Eigenkapital kräftig. Von den einst für Ende 2011 ausgewiesenen 254 Millionen Euro bleiben nach der Korrektur und dem überraschenden Gewinn Ende 2012 nur noch 130 Millionen Euro übrig.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Die „Bilanzpolizei“ DPR hatte eine Korrektur des Wertansatzes von Steuervorteilen verlangt. Solche latenten Steuern fallen etwa dank Verlustvorträgen an, mit denen ein Unternehmen die Steuerlast in den Folgejahren senken kann - allerdings fallen sie nur dann ins Gewicht, wenn es dann tatsächlich Gewinne schreibt.

2012 schnitt Air Berlin im operativen Geschäft besser ab als von Analysten erwartet. Vor Steuern und Zinsen schrieb die Gesellschaft einen Gewinn (EBIT) von 70 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Minus von 247 Millionen gestanden hatte. Analysten waren von roten Zahlen ausgegangen.

Auch die Zahl der Fluggäste der Airline stieg: 2012 steigerte sie sich um 5,5 Prozent auf 33,3 Millionen, die Auslastung stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 79,80 Prozent. Pro Passagier verdient Air Berlin nun durchschnittlich rund 120 Euro - etwa 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die strategische Partnerschaft mit Etihad hat den Berlinern laut eigenen Angaben 219.000 zusätzlich Fluggäste und einen Umsatz von 50 Millionen Euro eingebracht. Durch die Verbindung der Streckennetze und Vielfliegerprogramme hatten die Airline ihr Angebot im vergangenen Jahr enger verknüpft. „Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit Etihad im laufenden Jahr unseren Umsatz ausbauen und vor allem weitere Kostensynergien erreichen werden“, so Prock-Schauer.

Kommentare (1)

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KORRUPTUS

21.02.2013, 22:06 Uhr

er Verkauf schmälert zunächst einmal die Aktiva, zugunsten der Passiva. Im Klartext von Gewinn kann hier überhaupt keine Rede sein. Das HB wird mit seinen Artikeln auch immer dämlicher. Was hier zum Verlustausgleich veräußert wurde kommt eher einer Teilzerschlagung gleich. Profitable Bereiche werden verkauft, jetzt kommt wohl das "Mitarbeiter-Sanierungsprogramm"!

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