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01.03.2012

12:17 Uhr

Nach Streikende

„Absolut Normalbetrieb“ am Frankfurter Flughafen

Nach dem Verbot des Streiks läuft der Flugbetrieb in Frankfurt wieder weitestgehend normal. Die Gewerkschaft der Flugsicherung will sich erst in den nächsten Tagen beraten. Es sieht nach einer längeren Zeit der Ruhe aus.

Und sie arbeiten wieder: „Follow-Me“-Fahrzeug auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens. dpa

Und sie arbeiten wieder: „Follow-Me“-Fahrzeug auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens.

FrankfurtEinen Tag nach dem Ende des Vorfeld-Streiks läuft der Betrieb am Frankfurter Flughafen wieder reibungslos. Am Donnerstag dürften aller Voraussicht nach noch 22 Flüge ausfallen, sagte ein Sprecher des Flughafens. Insgesamt könnten am Donnerstag bis zu 25 Flüge gestrichen werden. Das sei eine Größenordnung, die auch an anderen Tagen üblich sei. „Wir haben absolut Normalbetrieb.“

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hatte die tagelangen Streiks von Vorfeldbeschäftigten des Frankfurter Flughafens am Mittwoch vorzeitig gestoppt. Es gab damit einem entsprechenden Eilantrag von Fraport und der Lufthansa statt. Eigentlich hätte der Streik bis Donnerstagfrüh um 5 Uhr andauern sollen. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit formalen Einwänden: Die Gewerkschaft verstieß demnach in zwei Punkten gegen die Friedenspflicht.

Die 200 Fraport-Angestellten mussten nach tagelangen Streiks wieder zur Arbeit - die Übergabe fand in der Nacht statt. Der von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) organisierte Streik hatte Deutschlands größten Airport aus dem Takt gebracht - im Schnitt waren ein Sechstel der täglich gut 1200 Flüge ausgefallen. Fraport hatte sich vorbereitet und eigenes Personal für die Vorfeld-Aufgaben geschult. Die GdF gratulierte Fraport zu dem gerichtlichen Erfolg. Sie will nach Angaben eines Sprechers in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen beraten.

Unterdessen ist die Höhe der Schadenersatzforderung der Lufthansa an die GdF wegen der Flughafenstreiks ist noch offen. Vorstandschef Christoph Franz sagte am Donnerstag in Berlin, es sei ein „substanzieller zweistelliger Millionenschaden“ entstanden. Er sagte aber nichts dazu, ob der Schaden auch in voller Höhe geltend gemacht werde.

Allein wegen der bloßen Ankündigung, die Towerlotsen mit einzubeziehen, habe die Lufthansa zehn Fernflüge streichen müssen, sagte Franz. Viel größer als der Schaden durch die bisher entgangenen Einnahmen sei aber der durch die Verunsicherung der Fluggäste wirkende Rückgang der Buchungen. „Die Marke Frankfurt“ als zuverlässiges Drehkreuz, an dem so gut wie nie arbeitskampfbedingte Flugausfälle drohten, sei nachhaltig geschädigt worden, sagte Franz. Das gelte auch für den Flughafenbetreiber Fraport.

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