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18.03.2012

17:33 Uhr

Nach Verhandlungen

Weniger Kündigungen bei Schlecker

Nach Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft verdi und Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat die Drogeriekette die Zahl der Kündigungen nach unten korrigiert. Trotzdem müssen tausende um ihren Job fürchten.

Tausende Mitarbeiter der Drogeriekette Schlecker verlieren ihren Job. dpa

Tausende Mitarbeiter der Drogeriekette Schlecker verlieren ihren Job.

HamburgDie Einschnitte bei der zusammengebrochenen Drogeriekette Schlecker fallen etwas weniger drastisch aus als zuletzt befürchtet. Es sei gelungen, die Zahl der vor dem Aus stehenden Filialen von 2400 auf rund 2200 zu reduzieren, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Bernhard Franke, am Sonntag nach zweitägigen Verhandlungen mit Vertretern des Betriebsrats von Schlecker und Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Damit würden auch weniger Stellen wegfallen als die bisher erwarteten rund 12.000 von insgesamt 33.000 konzernweit. Genaue Zahlen nannte Verdi aber nicht. Der Insolvenzverwalter will die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Mitarbeiter ab Ende März in einer Auffanggesellschaft unterbringen. Allerdings ist deren Finanzierung noch offen. 

Hier müsse die Politik nun Nägel mit Köpfen machen, forderte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, damit die akut von Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Frauen eine Zukunftsperspektive haben“, sagte sie. „Wir erwarten von der Politik eine konkrete Zusage Anfang kommender Woche.“ Auch ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagte, man hoffe, dass nun Bewegung in den Prozess komme. Am Montag kommen Vertreter der Landesregierungen in Berlin zusammen, um eine gemeinsame Lösung für die Finanzierung einer Transfergesellschaft zu finden. Dem Insolvenzverwalter zufolge sind rund 71 Millionen Euro nötig. 

Einem möglichen Kredit der staatlichen Förderbank KfW zur Finanzierung der Transfergesellschaft hatte das Bundeswirtschaftsministerium bereits eine Absage erteilt. Hilfe durch den Bund komme nur dann in Betracht, wenn die zuständigen Bundesländer finanziell überfordert seien, hieß es zur Begründung. Das Land Baden-Württemberg, wo Schlecker seinen Firmensitz hat, erklärte vor wenigen Tagen, denkbar sei auch eine Beteiligung von Geschäftsbanken. 

Die vor dem Aus stehenden Schlecker-Geschäfte schließen bereits bis nächsten Samstag ihre Pforten. Zuletzt hatte die in Ehingen bei Ulm ansässige Drogeriekette noch rund 5400 Filialen. In einer Transfer-Gesellschaft bekämen die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Beschäftigten für eine Übergangszeit von voraussichtlich einem Jahr Transfer-Kurzarbeitergeld. Zudem würden sie durch Qualifizierungen und andere Hilfen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt. 

Kommentare (2)

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gostom

18.03.2012, 19:33 Uhr

Zumindest sind es weniger als angekündigt. Vor 2 Jahren bei der mißglückten Übernehame durch Schaeffler aus Herzogenaurach war es umgekehrt. Offiziell wurde keiner entlassen, aber das ist eine Lüge.

Sorgentraeger

21.03.2012, 10:42 Uhr

Ach Herr Rösler, Sie teilen die Sorge der Beschäftigten vom Schlecker? Ich würde gern die Sorge Ihrer Kündigung mit Ihnen tragen!

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