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13.02.2014

12:17 Uhr

Nahrungsmittel

Nestlé will sich gesund futtern

VonFranz Hubik

Nestlé drängt in den Gesundheitsmarkt. Weil das Kerngeschäft mit Lebensmitteln langsamer wächst, investieren die Schweizer Milliarden in Hautpflege und medizinische Nahrung. Rechtliche Hürden stehen der Strategie im Weg.

Nestlé-Fabrik in Portugal: Das Geschäft mit Klassikern wächst langsamer. Imago

Nestlé-Fabrik in Portugal: Das Geschäft mit Klassikern wächst langsamer.

DüsseldorfDer weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé wendet sich zusehends von seinem Kerngeschäft ab. Firmenchef Paul Bulcke und Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Letmathe wollen künftig nicht mehr nur Nahrungsmittel anbieten, sondern ihr Sortiment um Produkte mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen erweitern. Jüngster Clou in diese Richtung: die Komplettübernahme von Galderma, einem Spezialisten für Haut-Pharmazeutik. Galderma stellt vor allem Cremes gegen trockene Haut, Shampoos gegen Haarausfall und Pillen gegen Nagelpilz her.

Nestlé verspricht sich von dem Engagement im Gesundheitssektor langfristig hohe Gewinne, die im Kerngeschäft zunehmend ausbleiben. Die Machtverhältnisse im Lebensmittelsektor verschieben sich: weg von den Produzenten, hin zu den Händlern. Das bekommt auch Nestlé zu spüren, wie die heute Donnerstag präsentierten Geschäftszahlen der Schweizer belegen.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Der Lebensmittelmulti erwirtschaftete 2013 einen Umsatz von rund 75 Milliarden Euro. Erstmals seit 2009 blieb Nestlé mit 4,6 Prozent organischem Wachstum unter dem selbst gesteckten Ziel von fünf bis sechs Prozent. In den Schwellenländern sackte die Nachfrage ein, der Gewinn sank leicht auf 8,2 Milliarden Euro. Um wieder in alter Stärke zu wachsen, ändert Nestlé die Schlagrichtung. Motto: Hauptsache gesund.

Nestlé war schon bisher zu fünfzig Prozent an Galderma beteiligt. Am Dienstag hatte der Konzern bekannt gegeben, auch die restliche Hälfte des eidgenössischen Unternehmens zu kaufen. Zur Finanzierung lässt Nestlé seinen Anteil an dem französischen Kosmetikriesen L’Oreal von 29,4 Prozent auf 23,3 Prozent abschmelzen. Im Gegenzug erhält Nestlé 3,4 Milliarden Euro in bar und die restlichen fünfzig Prozent von Galderma, die bisher im Besitz von L’Oreal standen.

Noch ist das Geschäft mit der Hautpflege klein. Mit einem Jahresumsatz in der Höhe von 1,6 Milliarden Euro ist Galderma aktuell nur eine Randnotiz im Reich des Lebensmittelriesen. Experten sehen aber großes Potential. „Der Markt mit gesundheitsfördernden Produkten wird stark wachsen“, sagt Mark Sievers, Partner bei der Unternehmensberatung KPMG im Gespräch mit Handelsblatt Online. Gerade in den Schwellenländern gebe es eine zunehmende Bereitschaft der Konsumenten für Gesundheitsartikel Geld auszugeben.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.02.2014, 12:42 Uhr

Die Börse traut Nestle und seinem Management seit rund einem Jahr nichts mehr zu.
Produkte, die Gesundheit vorschwindeln oder zu völlig überteuerten Preisen Einzigartigkeit vorgaukeln, scheinen ausgespielt zu haben. Nun sollen Frauen ihre Haut für Nestle und deren Cremes zu Markte tragen. Sehr originell und bislang wirklich einzigartig, diese Neuasurichtung.

mmnews_de

13.02.2014, 14:14 Uhr

"Weil das Kerngeschäft mit Lebensmitteln langsamer wächst"

Kann eine Gesellschaft ewig wachsen?

Es ist schlicht falsch, davon auszugehen, unbegrenztes Wachstum wäre auf einem begrenzten Planeten möglich!

Warum stehen alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang?

Der Grund liegt im verzinsten Kreditgeldsystem der inter. Bankster!

Das 1x1 des Kreditgeldsystem:

Geld entsteht nur über Kredit!

Geld=Schuld

Bsp. Sie gehen zu einem Bankster und bekommen einen Kredit über 1000 Euro/Dollar.
Somit wurden eben 1000 Euro/Dollar aus dem NICHTS geschaffen.

Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss +Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

Problem Zins/Zinseszins:

Die Gesamtgeldmenge X wird im Durchschnitt im Jahr mit 5% verzinst.
Am Ende des Jahres ist die Geldmenge X um +5% gewachsen.
Wie Sie oben erfahren haben entsteht Geld aber nur über Kredit, was bedeutet das für die jährlich anfallenden Zinsen?

Das die int. Bankster jedes Jahr neue Schuldner finden müssen, die sich verschulden um die Zinsen (Neues Geld) zu schaffen!

Bankster verleien ihr aus der Luft geschaffenes Kreditgeld nur gegen "Sicherheiten"!
Wenn wir nicht mehr produzieren, gibt es für die int. Bankster keine neuen Pfandobjekte und damit kein neues Geld!

Verstehen Sie jetzt warum alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang stehen?

Achtung: Kriege schaffen Wachstum! ( Absatz von Rüstungsgütern )
Das wissen auch die int. Bankster und ihre Marionettenregierungen weltweit!

Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

Geldreform?

Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" oder "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" suche

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