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18.04.2013

09:14 Uhr

Nespresso-Gigant

Nestle muss noch zulegen

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern hat zwar den Umsatz gesteigert, die Erwartungen jedoch enttäuscht. Über den Gewinn schweigt der Schweizer Nespresso-Hersteller traditionell – und startet holprig ins laufende Jahr.

Nestle-Chef Paul Bulcke konnte mit den Umsätzen fürs erste Quartal nicht überzeugen. Reuters

Nestle-Chef Paul Bulcke konnte mit den Umsätzen fürs erste Quartal nicht überzeugen.

ZürichDer Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle hat nach einem verhaltenen Jahresauftakt seine Ziele für 2013 bekräftigt. „Der Start ins neue Jahr spiegelt die Vorsicht wider, die wir im Februar zum Ausdruck gebracht haben“, erklärte Konzernchef Paul Bulcke am Donnerstag bei der Veröffentlichung des Quartalsberichts. „Wir rechnen 2013 weiterhin mit einem volatilen Umfeld, bestätigen aber, dass wir erwarten, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.“

Welcher Kaffeetyp sind Sie?

Ländervergleich

6,4 Kilogramm Kaffee hat jeder Deutsche im Jahr 2010 verbraucht. Insgesamt gingen also 526.860 Tonnen Kaffeebohnen beziehungsweise gemahlener Kaffee über deutsche Ladentheken. Damit schaffen es deutsche Kaffeetrinker im internationalen Vergleich auf Platz drei hinter Brasilien und den USA. Grund genug für die Redaktion von brandeins Wissen, das Magazin "Kaffee in Zahlen" herauszugeben. Demnach gibt es verschiedene Kaffeetypen, wie beispielsweise den...

Puristen

Der Purist legt wenig wert auf die Kaffeemaschine an sich - oft hat er nicht einmal ein elektrisches Gerät sondern brüht per Hand. Er ist etwas älter und trinkt seinen Kaffee gern schwarz. Einmal am Tag Kaffee genügt dem Puristen. Er trinkt ihn meist morgens oder im Lauf des Vormittags. 16 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Kategorie.

Pragmatiker

Der Pragmatiker

17 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland gehören zu den Pragmatikern: Ihnen hilft Kaffee vor allem dabei, morgens schnell wach zu werden. Abends trinken sie daher kaum Kaffee. Die Pragmatiker werden als mittelalt und eher weniger zufrieden mit ihrer Lebenssituation beschrieben.

Zucker und Milch

33 Prozent der Pragmatiker trinken ihren Kaffee am liebsten mit Zucker und Milch, nur 27 Prozent bestehen auf schwarzem Kaffee. Bei 24 Prozent kommt der aus dem Espresso-Vollautomaten. Wer so ein modernes Gerät hat, nutzt es zwar entsprechend häufig, spät abends greifen nur noch 28 Prozent der Pragmatiker zur Kaffeetasse.

Die Anspruchsvollen

Die Anspruchsvollen

Für 19 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland ist Kaffee ein Genussmittel und dementsprechend viel erwarten sie von der Qualität. Die Anspruchsvollen greifen zu jeder Uhrzeit zum schwarzen Wachmacher, etwas mehr als ein Drittel trinkt ihn gern weiß und süß. Spätabends greifen immer noch 50 Prozent der Anspruchsvollen zu Kaffee und 14 Prozent haben zuhause vier oder mehr verschiedene Versionen.

Vollautomaten

Die Anspruchsvollen sind auch die Gruppe, in der die meisten Menschen einen Kaffee-Vollautomaten besitzen. 24 Prozent haben ein solches Gerät statt herkömmlicher Kaffee- oder Padmaschinen. 86 Prozent gaben an, ihren Kaffeewunderautomaten regelmäßig zu benutzen.

Schlemmer

Schlemmer

17 Prozent der Kaffeetrinker mögen es weiß und süß, sie bevorzugen die Milchschaumvarianten wie Latte macchiato und Cappuccino gegenüber klassischem Filterkaffee. Diese sogenannten Schlemmer sind in der Regel junge Frauen. Viele von ihnen haben zuhause eine Pad- oder Kapselkaffeemaschine. 46 Prozent von ihnen schlürfen auch spät abends noch gern einen Milchkaffee.

Variationen

Kaffeevariationen mögen übrigens alle Gruppen gerne: Sowohl Cappuccino und Latte macchiato als auch Eiskaffees und süße Milchkaffees sind überall beliebt. Außer bei der Gruppe der Puristen und der Klassiker trinkt mehr als ein Drittel der unterschiedlichen Kaffeetypen gerne süß und mit Milch.

Klassiker

Klassiker

19 Prozent der Konsumenten gehören zu den Klassikern. Das heißt, sie wollen gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschinen und Kaffees. Variationen mit Macadamia-Aroma und Sojamilchschaum sind dagegen nichts für sie. Zu dieser Gruppe gehören viele ältere Menschen, die eher in kleineren Ortschaften als in den Metropolen leben. Kaffee trinken sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt Filterkaffee.

Die Genügsamen

Die Genügsamen

Rund 12 Prozent der Kaffeetrinker zählen zur Gruppe der Genügsamen. Sie achten mehr auf den Preis als auf die Qualität, sie trinken aber auch deutlich weniger als die anderen Gruppen. Außer Haus trinken sie eher selten Kaffee. Zu den Genügsamen gehören überwiegend junge Männer.

Im ganzen Jahr will der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegeln und Maggi-Suppen organisch, also unter Ausschluss von Wechselkurs- und Akquisitionseffekten, um fünf bis sechs Prozent wachsen. In den ersten drei Monaten hinkte der Weltmarktführer diesem Zielwert mit 4,3 Prozent allerdings hinterher. Das Mengenwachstum betrug dabei 2,3 Prozent, auf Preiserhöhungen entfielen zwei Prozent.

Nestle erzielte im Zeitraum Januar bis März 21,94 Milliarden (18,1 Milliarden Euro) Umsatz. Das sind 5,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber weniger als Analysten erwartet hatten. Sie hatten im Schnitt mit 22,58 Milliarden Franken gerechnet. Der französische Konkurrent Danone hat die Verkaufserlöse im ersten Quartal um 5,6 Prozent gesteigert.

Die Big-Player im Kaffeebusiness

Coffeeshop Company

Platz 10: Coffeeshop Company

Die österreichische Kaffeehauskette Coffeeshop Company ist seit 1999 in Deutschland zu finden. 35 Filialen betreibt das Familienunternehmen der Schärf-Gruppe hierzulande, die Mehrheit davon in Österreich. Die Coffeeshop Company röstet ihren Kaffee aber noch in Österreich. Die Filialen werden als Franchise-Unternehmen geführt.

Lavazza

Platz 9: Lavazza

Die italienische Kaffee-Marke Lavazza gibt es seit mehr als 100 Jahren und ist immer noch in Familienhand. Gestartet ist der Espresso-Vertreiber an Autobahn-Raststätten, erst viel später gab es eigene Kaffeehäuser. Seit 1995 gibt es Lavazza auch in Deutschland, bisher ist sie mit 37 Filialen hierzulande vertreten. Die meisten Kaffeebars - unabhängig von der Marke - gibt es übrigens in Berlin, gefolgt von Hamburg und München. Europaweit sind London, Istanbul und Moskau führend in puncto Kaffeehäusern.

Caffè Dallucci

Platz 8: Caffè Dallucci

Die Marke Caffè Dallucci gehört zur Compass Group, einer Holding, die seit 35 Jahren in der deutschen Cateringbranche tätig ist. Die Tochtergesellschaften der Compass Group - wie Caffè Dallucci - finden sich beispielsweise in Krankenhäusern, Betrieben und Schulen . Die Kaffeemarke der Holding ist seit 2008 in Deutschland präsent und hat 43 Geschäftsstellen.

Kanne

Platz 7: Kanne

"Kanne" ist die Kaffeemarke der "Gastro Kanne", vormals Kanne-Gruppe. Das mittelständisches Unternehmen ist mit seinen Café, Bistro- und Shopkonzepten in Krankenhäusern vertreten . Die Kaffee-Marke des Unternehmens gibt es seit 1990 und ist mittlerweile in 52 medizinischen Einrichtungen präsent.

Chicco di caffè

Platz 6: Chicco di caffè
Die chicco di caffè Gesellschaft für Kaffee-Dienstleistungen mbH gibt es seit 2003. In Deutschland hat der Anbieter von Kaffeespezialitäten aus der Nähe von München 64 Filialen und beschäftigt rund 260 Mitarbeiter. Chicco di caffè bietet seinen Kaffee in den Kantinen großer Unternehmen, auf Messen und bei Events an. Außer einer kleinen Kaffeepause für Angestellte bietet das Unternehmen Schulungen für Baristas an und nimmt regelmäßig mit Erfolg an den SCAE-Barista-Meisterschaften teil.

Coffee fellows

Coffee Fellows gibt es seit 1999. Das erste Geschäft eröffnete damals in der Leopoldstraße 70 in München. Mittlerweile gibt es deutschlandweit 67 Standorte, an denen rund 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, der Schwerpunkt ist aber bislang Süddeutschland geblieben. Neben Kaffee bietet das Franchiseunternehmen auch herzhafte Snacks wie belegte Bagels an. 2009 wurde Coffee Fellows mit dem Coffee Shop Award ausgezeichnet.

Segafredo

Platz 4: Segafredo
Den Grundstein für die Kaffeemarke Segafredo legte Massimo Zanetti Anfang der 70er Jahre im italienischen Bologna. Heute ist das Unternehmen Segafredo Zanetti international tätig und bekannt. Die erste Filiale außerhalb Italiens entstand 1983 in Österreich. 1989 folgte die deutsche Tochtergesellschaft in München. Bisher gibt es in Deutschland 100 Segafredo-Kaffeehäuser. Und seit dem Jahr 2005 können Freunde des italienischen Kaffees die Shops auch in den USA besuchen.

Starbucks

Platz 3: Starbucks

Die amerikanische Kaffeehaus-Kette Starbucks begann 2002 ihren Siegeszug durch deutsche Fußgängerzonen und Geschäftsviertel. 153 Filialen hat das Unternehmen mittlerweile hierzulande. International sind es rund 17.700 Shops in 50 Ländern.

Weltweit wuchs die Kette im Jahr 2011 - ohne Neueröffnungen - um rund neun Prozent, der Gesamtumsatz stieg um 16 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte ebenfalls zu - zehn Prozent mehr im Vergleich zu 2010 bescheren Starbucks 382 Millionen Dollar. Im abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal 2012 sieht es schon düsterer aus: Der Umsatz beträgt noch 3,3 Milliarden und der Gewinn nur noch 333 Millionen Dollar.

Tchibo

Platz 2: Tchibo

Die Tchibo GmbH gibt es seit 1949, die erste Filiale öffnete 1955 in Hamburg. Das Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen gehört mittlerweile vollständig zur Maxingvest AG. Ursprünglich sollte Tchibo ein Postversand für Kaffee werden, mittlerweile verkauft Tchibo in seinen 534 deutschen Filialen neben Kaffeebohnen, Kaffeepulver und frisch gebrühtem Kaffee auch alle möglichen Non-Food-Artikel von der Herrenjacke über das Kinderspielzeug bis zur Tischdekoration.

McCafe

Platz 1: McCafe

Die Kaffeemarke von McDonalds ist in Deutschland - gemessen an der Zahl ihrer Geschäfte - Marktführer. 2003 öffnete das erste McCafe in einem deutschen McDonalds, mittlerweile sind es 783. Die Kaffeehäuser von McDonalds haben gegenüber vielen Wettbewerbern den ganz entscheidenden Vorteil, die Infrastruktur der Fastfood-Kette nutzen zu können und sich nicht nach eigenen Ladenflächen umsehen zu müssen. Bei über 1.400 McDonald's-Restaurants hierzulande, hat sich also in mehr als der Hälfte ein Café eingenistet.

In Europa bleibt die Konsumentenstimmung nach Nestle-Angaben verhalten, organisch betrug das Wachstum hier ein Prozent. Zu schaffen machte Nestle auch das kalte Wetter. Fortschritte macht der Konzern in Nordamerika. Wachstumstreiber blieben aber die aufstrebenden Märkte mit einem Plus von 8,4 Prozent. Aus den Schwellenländern kommt inzwischen fast die Hälfte der Verkaufserlöse.

Gewinnzahlen veröffentlicht das in Vevey am Genfersee ansässige Unternehmen nur zum Halbjahr und am Jahresende. Nestle peilt 2013 eine Verbesserung der operativen Gewinnmarge an. Im Vorjahr betrug sie 15,2 Prozent.

Kommentare (3)

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rosinenpicker

18.04.2013, 08:55 Uhr

Top-Unternehmen und für mich ein langfristiges Basisinvestment mit über 3% Dividendenrendite.

Spätestens unter 50 Euro ein schöner Kauf.

stefanz

18.04.2013, 23:34 Uhr

Der Kafee Verbrauch in Deutschland stagniert seit 3 Jahren. Deutschland im pro Kopf Verbrauch ist nicht auf 3er Stelle. Leader sind Finnland, Daenemark und Norwegen..!

Account gelöscht!

19.04.2013, 10:35 Uhr

Wenn die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt wurden, so vermute ich dass es denen zu gut geht. Höhere Kosten für Miete, Kraftstoffe, Heizung und Strom können diese Leute locker bezahlen. Sparen müssen Nestle Kunden, die weniger verdienen.

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