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25.10.2012

10:53 Uhr

Nespresso-Konkurrenz

Schweizer Start-up greift Nestlé an

VonCarina Kontio

Wer Kaffee-Kapseln von Nespresso nutzt, produziert Müllberge. Aus Ärger darüber erfand Uhrmacher Erwin Meier eine Mehrweg-Kapsel. Im Interview erzählt er, was man damit sparen kann und ob sich Nestlé schon beschwert hat.

Mit der Mehrweg-Kapsel kann man nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Geld sparen.  (Foto: Lecker GmbH)

Mit der Mehrweg-Kapsel kann man nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Geld sparen. (Foto: Lecker GmbH)

Handelsblatt Online: Es klingt eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Sie bringen eine Edelstahlkapsel auf den Markt, die wieder befüllbar, abwaschbar und umweltschonend ist. Hat sich Nestlé schon bei Ihnen gemeldet, um sein Revier zu verteidigen? Die Anwälte des Nahrungsmittelgiganten nehmen ja derzeit jeden in die Zange, der dem milliardenschweren Kapselgeschäft gefährlich werden könnte, wie die Verfahren mit Discounter Denner oder der Westschweizer Kapselfirma Ethical Coffee Company (ECC) zeigen.

Erwin Meier: „Ich denke nicht, dass Nestlé diesen Schritt tun wird, der Imageschaden wäre zu hoch für den Versuch, ein kleines Öko-Nischenprodukt nieder zu treten. Die Kapsel wurde auch zum Patent angemeldet.“

Im vergangenen Jahr hat Nestlé mehr als fünf Milliarden Kaffeekapseln und damit mehr als 6000 Tonnen Aluminiumschrott produziert. Was kann Ihre Öko-Kapsel, was die Nespresso-Kapsel nicht kann?

Erwin Meier: „Unsere Kapsel muss nur einmal gekauft werden und kann endlos mit dem eigenen Lieblingskaffee befüllt werden.“

Welcher Kaffeetyp sind Sie?

Ländervergleich

6,4 Kilogramm Kaffee hat jeder Deutsche im Jahr 2010 verbraucht. Insgesamt gingen also 526.860 Tonnen Kaffeebohnen beziehungsweise gemahlener Kaffee über deutsche Ladentheken. Damit schaffen es deutsche Kaffeetrinker im internationalen Vergleich auf Platz drei hinter Brasilien und den USA. Grund genug für die Redaktion von brandeins Wissen, das Magazin "Kaffee in Zahlen" herauszugeben. Demnach gibt es verschiedene Kaffeetypen, wie beispielsweise den...

Puristen

Der Purist legt wenig wert auf die Kaffeemaschine an sich - oft hat er nicht einmal ein elektrisches Gerät sondern brüht per Hand. Er ist etwas älter und trinkt seinen Kaffee gern schwarz. Einmal am Tag Kaffee genügt dem Puristen. Er trinkt ihn meist morgens oder im Lauf des Vormittags. 16 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Kategorie.

Pragmatiker

Der Pragmatiker

17 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland gehören zu den Pragmatikern: Ihnen hilft Kaffee vor allem dabei, morgens schnell wach zu werden. Abends trinken sie daher kaum Kaffee. Die Pragmatiker werden als mittelalt und eher weniger zufrieden mit ihrer Lebenssituation beschrieben.

Zucker und Milch

33 Prozent der Pragmatiker trinken ihren Kaffee am liebsten mit Zucker und Milch, nur 27 Prozent bestehen auf schwarzem Kaffee. Bei 24 Prozent kommt der aus dem Espresso-Vollautomaten. Wer so ein modernes Gerät hat, nutzt es zwar entsprechend häufig, spät abends greifen nur noch 28 Prozent der Pragmatiker zur Kaffeetasse.

Die Anspruchsvollen

Die Anspruchsvollen

Für 19 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland ist Kaffee ein Genussmittel und dementsprechend viel erwarten sie von der Qualität. Die Anspruchsvollen greifen zu jeder Uhrzeit zum schwarzen Wachmacher, etwas mehr als ein Drittel trinkt ihn gern weiß und süß. Spätabends greifen immer noch 50 Prozent der Anspruchsvollen zu Kaffee und 14 Prozent haben zuhause vier oder mehr verschiedene Versionen.

Vollautomaten

Die Anspruchsvollen sind auch die Gruppe, in der die meisten Menschen einen Kaffee-Vollautomaten besitzen. 24 Prozent haben ein solches Gerät statt herkömmlicher Kaffee- oder Padmaschinen. 86 Prozent gaben an, ihren Kaffeewunderautomaten regelmäßig zu benutzen.

Schlemmer

Schlemmer

17 Prozent der Kaffeetrinker mögen es weiß und süß, sie bevorzugen die Milchschaumvarianten wie Latte macchiato und Cappuccino gegenüber klassischem Filterkaffee. Diese sogenannten Schlemmer sind in der Regel junge Frauen. Viele von ihnen haben zuhause eine Pad- oder Kapselkaffeemaschine. 46 Prozent von ihnen schlürfen auch spät abends noch gern einen Milchkaffee.

Variationen

Kaffeevariationen mögen übrigens alle Gruppen gerne: Sowohl Cappuccino und Latte macchiato als auch Eiskaffees und süße Milchkaffees sind überall beliebt. Außer bei der Gruppe der Puristen und der Klassiker trinkt mehr als ein Drittel der unterschiedlichen Kaffeetypen gerne süß und mit Milch.

Klassiker

Klassiker

19 Prozent der Konsumenten gehören zu den Klassikern. Das heißt, sie wollen gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschinen und Kaffees. Variationen mit Macadamia-Aroma und Sojamilchschaum sind dagegen nichts für sie. Zu dieser Gruppe gehören viele ältere Menschen, die eher in kleineren Ortschaften als in den Metropolen leben. Kaffee trinken sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt Filterkaffee.

Die Genügsamen

Die Genügsamen

Rund 12 Prozent der Kaffeetrinker zählen zur Gruppe der Genügsamen. Sie achten mehr auf den Preis als auf die Qualität, sie trinken aber auch deutlich weniger als die anderen Gruppen. Außer Haus trinken sie eher selten Kaffee. Zu den Genügsamen gehören überwiegend junge Männer.

Sie sind eigentlich gelernter Uhrmacher. Was hat Ihren Erfindergeist geweckt und Sie auf die Idee gebracht, in den Ring mit einem globalen Player im Kaffee-Business zu steigen?

Erwin Meier: „Ich habe das Nespresso-System vor zweieinhalb Jahren bei einer Freundin kennengelernt und hatte als Tüftler sofort die Idee, die Kapsel wieder befüllbar zu machen. Am gleichen Abend baute ich aus Karton und Silberfolie einen Prototypen, dann ließ ich in einer Feinmechanik-Werkstatt diverse Prototypen in Edelstahl anfertigen, bis der perfekte funktionstüchtige Rohling geboren war.“

Die Big-Player im Kaffeebusiness

Coffeeshop Company

Platz 10: Coffeeshop Company

Die österreichische Kaffeehauskette Coffeeshop Company ist seit 1999 in Deutschland zu finden. 35 Filialen betreibt das Familienunternehmen der Schärf-Gruppe hierzulande, die Mehrheit davon in Österreich. Die Coffeeshop Company röstet ihren Kaffee aber noch in Österreich. Die Filialen werden als Franchise-Unternehmen geführt.

Lavazza

Platz 9: Lavazza

Die italienische Kaffee-Marke Lavazza gibt es seit mehr als 100 Jahren und ist immer noch in Familienhand. Gestartet ist der Espresso-Vertreiber an Autobahn-Raststätten, erst viel später gab es eigene Kaffeehäuser. Seit 1995 gibt es Lavazza auch in Deutschland, bisher ist sie mit 37 Filialen hierzulande vertreten. Die meisten Kaffeebars - unabhängig von der Marke - gibt es übrigens in Berlin, gefolgt von Hamburg und München. Europaweit sind London, Istanbul und Moskau führend in puncto Kaffeehäusern.

Caffè Dallucci

Platz 8: Caffè Dallucci

Die Marke Caffè Dallucci gehört zur Compass Group, einer Holding, die seit 35 Jahren in der deutschen Cateringbranche tätig ist. Die Tochtergesellschaften der Compass Group - wie Caffè Dallucci - finden sich beispielsweise in Krankenhäusern, Betrieben und Schulen . Die Kaffeemarke der Holding ist seit 2008 in Deutschland präsent und hat 43 Geschäftsstellen.

Kanne

Platz 7: Kanne

"Kanne" ist die Kaffeemarke der "Gastro Kanne", vormals Kanne-Gruppe. Das mittelständisches Unternehmen ist mit seinen Café, Bistro- und Shopkonzepten in Krankenhäusern vertreten . Die Kaffee-Marke des Unternehmens gibt es seit 1990 und ist mittlerweile in 52 medizinischen Einrichtungen präsent.

Chicco di caffè

Platz 6: Chicco di caffè
Die chicco di caffè Gesellschaft für Kaffee-Dienstleistungen mbH gibt es seit 2003. In Deutschland hat der Anbieter von Kaffeespezialitäten aus der Nähe von München 64 Filialen und beschäftigt rund 260 Mitarbeiter. Chicco di caffè bietet seinen Kaffee in den Kantinen großer Unternehmen, auf Messen und bei Events an. Außer einer kleinen Kaffeepause für Angestellte bietet das Unternehmen Schulungen für Baristas an und nimmt regelmäßig mit Erfolg an den SCAE-Barista-Meisterschaften teil.

Coffee fellows

Coffee Fellows gibt es seit 1999. Das erste Geschäft eröffnete damals in der Leopoldstraße 70 in München. Mittlerweile gibt es deutschlandweit 67 Standorte, an denen rund 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, der Schwerpunkt ist aber bislang Süddeutschland geblieben. Neben Kaffee bietet das Franchiseunternehmen auch herzhafte Snacks wie belegte Bagels an. 2009 wurde Coffee Fellows mit dem Coffee Shop Award ausgezeichnet.

Segafredo

Platz 4: Segafredo
Den Grundstein für die Kaffeemarke Segafredo legte Massimo Zanetti Anfang der 70er Jahre im italienischen Bologna. Heute ist das Unternehmen Segafredo Zanetti international tätig und bekannt. Die erste Filiale außerhalb Italiens entstand 1983 in Österreich. 1989 folgte die deutsche Tochtergesellschaft in München. Bisher gibt es in Deutschland 100 Segafredo-Kaffeehäuser. Und seit dem Jahr 2005 können Freunde des italienischen Kaffees die Shops auch in den USA besuchen.

Starbucks

Platz 3: Starbucks

Die amerikanische Kaffeehaus-Kette Starbucks begann 2002 ihren Siegeszug durch deutsche Fußgängerzonen und Geschäftsviertel. 153 Filialen hat das Unternehmen mittlerweile hierzulande. International sind es rund 17.700 Shops in 50 Ländern.

Weltweit wuchs die Kette im Jahr 2011 - ohne Neueröffnungen - um rund neun Prozent, der Gesamtumsatz stieg um 16 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte ebenfalls zu - zehn Prozent mehr im Vergleich zu 2010 bescheren Starbucks 382 Millionen Dollar. Im abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal 2012 sieht es schon düsterer aus: Der Umsatz beträgt noch 3,3 Milliarden und der Gewinn nur noch 333 Millionen Dollar.

Tchibo

Platz 2: Tchibo

Die Tchibo GmbH gibt es seit 1949, die erste Filiale öffnete 1955 in Hamburg. Das Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen gehört mittlerweile vollständig zur Maxingvest AG. Ursprünglich sollte Tchibo ein Postversand für Kaffee werden, mittlerweile verkauft Tchibo in seinen 534 deutschen Filialen neben Kaffeebohnen, Kaffeepulver und frisch gebrühtem Kaffee auch alle möglichen Non-Food-Artikel von der Herrenjacke über das Kinderspielzeug bis zur Tischdekoration.

McCafe

Platz 1: McCafe

Die Kaffeemarke von McDonalds ist in Deutschland - gemessen an der Zahl ihrer Geschäfte - Marktführer. 2003 öffnete das erste McCafe in einem deutschen McDonalds, mittlerweile sind es 783. Die Kaffeehäuser von McDonalds haben gegenüber vielen Wettbewerbern den ganz entscheidenden Vorteil, die Infrastruktur der Fastfood-Kette nutzen zu können und sich nicht nach eigenen Ladenflächen umsehen zu müssen. Bei über 1.400 McDonald's-Restaurants hierzulande, hat sich also in mehr als der Hälfte ein Café eingenistet.

Böse Zungen behaupten, dass Ihre abwaschbare Mehrweg-Kapsel chancenlos ist, weil Nestlé mit seinem Produkt auch einen bestimmten Lifestyle verkauft. Außerdem sei die Benutzung aufwendig, weil im Büro-Betrieb die wenigsten Lust haben, ständig die Kapsel auszuspülen. Ihr Gegenargument?

Erwin Meier: „Lifestyle sollte in der heutigen Zeit auch Umweltbewusstsein beinhalten und dringend vom Abfallbergeproduzieren wegkommen und 30 Sekunden Aufwand, um die Kapsel zu befüllen, ist ja auch nicht die Welt. Zumal die Nespresso-Maschine ja mindestens diese Zeit braucht, bis sie aufgeheizt und startbereit ist. Bei vier Tassen Kaffee am Tag spart der Kunde im Jahr fast 500 Euro, denn rechnet man den Inhalt einer Nespresso-Kapsel hoch, bezahlt man fast 100 Euro für 1 Kilogramm Kaffee...“

Kaffee in der Kapsel

Siegeszug

Der Siegeszug der Kaffeekapselsysteme ist ungebrochen. Vor allem der Marktführer Nespresso konnte mit der Palette an bunten Kapseln die Verbraucher überzeugen. Wurden 2005 in Deutschland etwa 400 Tonnen Kaffee in Kapseln verkauft, waren es 2010 bereits 5100. Alle führenden Produzenten bieten inzwischen Systeme an, zuletzt kam in Deutschland die italienische Marke Illy mit ihrem Iperespresso hinzu.

Vorteil

Der Vorzug der Kapselmaschinen gegenüber klassischen Siebträgern ist die spielend leichte Bedienung, der geringere Stromverbrauch und die geringere Größe der Maschinen; zudem kann das Kaffeemehl nicht oxidieren. Die Nachteile: ein deutlich höherer Kilopreis des Kaffees von mindestens 37 Euro, die geringere Vielfalt an Bohnen und die nicht kompatiblen Systeme. Die Kunden müssen sich für eine Marke entscheiden, die Kapseln der Anbieter passen nicht in die Maschinen anderer Anbieter.

4 Kaffeesysteme im Vergleich:

Illy

Illy

Preis der Maschinen: 155 bis 500 Euro je nach Ausstattung

Preis pro Kapsel: 42 bis 45 Cent

Vielfalt der Sorten: Vier Espressoröstungen, davon eine entkoffeinierte

Besonderheiten: Die Kunststoffkapseln werden über die gelbe Tonne entsorgt

Cafissimo

Cafissimo

Preis der Maschinen: 49 bis 89 Euro je nach Ausstattung

Preis pro Kapsel: 25 bis 40 Cent

Vielfalt der Sorten: Neun Röstungen für Espresso bis Caffè Crema für große Tassen

Besonderheiten: Neben den Standartröstungen regelmäßig Editionen für kurze Zeit

Tassimo

Tassimo

Preis der Maschinen: 110 bis 200 Euro

Preis pro Kapsel: 30 bis 33 Cent (für die Kaffeevarianten)

Vielfalt der Sorten: 26 Kaffees von Jacobs Krönung bis Café Hag. Dazu Tees, Schokoladen und Milchkaffee

Besonderheiten: Sehr große Auswahl an Heißgetränken bis hin zum Milchschaum

Nespresso

Nespresso

Preis der Maschinen: 100 bis 500 Euro je nach Ausstattung

Preis pro Kapsel: 35 bis 42 Cent

Vielfalt der Sorten: 16 Röstungen, zusätzlich regelmäßig Sondereditionen

Besonderheiten: Große Geräteauswahl verschiedener Hersteller

Bislang ist ihre Kapsel, die sie auf den Namen „mycoffeestar“ getauft haben, nur über ihre Website für 33 Euro erhältlich. Denken Sie auch über den Handel als Vertriebsweg nach?

Erwin Meier: „Wir haben viele Anfragen aus dem In-und Ausland und ab 2013 dürfte das Produkt sicher in der Schweiz, Deutschland und Frankreich und weiteren Länder in die Läden kommen.“

Sie betreten mit Ihrem Produkt einen boomenden Markt, seit Nestlé die Kapseln im großen Stil eingeführt hat. Der Konzern verdiente im vergangenen Jahr drei Milliarden Franken. Experten gehen davon aus, dass der Markt in zwei Jahren rund acht Milliarden Franken schwer sein kann. Können Sie über Absatzziele oder Umsatzzahlen sprechen?

Erwin Meier: „Ich denke es ist noch zu früh, um Prognosen zu stellen. Aber unsere Idee stößt auf großes Interesse. Viele Nespresso-Kunden bemerken erst nach dem Kauf einer Nespresso-Maschine, wie teuer der Lifestyle sie am Ende zu stehen kommt. Die Wiederbefüllung ist mit einem kleinen Zeitaufwand verbunden und somit sicher eine große Konkurrenz zur schnellen Einwegkapsel von Nestlé.“

Herr Meier, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Kommentare (16)

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25.10.2012, 11:20 Uhr

Tolles Produkt!

Aber es gibt ein kleines Nischenprodukt. Eine Maschine, die man mit Wasser und Kaffeebohnen befüllt uuuuuuuund schwups macht die einen super Espresso oder sogar eine Latte Machiato sogar mit heißer aufgeschäumter Milch.

Kein extra Kaffeemalen, keine 100 Euro pro Kilo Kaffee kein befüllen fummelnder Dosen.

Die Welt ist doch völlig verrückt.

Account gelöscht!

25.10.2012, 11:41 Uhr

Dieser Erfindung kann man jetzt schon den Mißerfolg voraussagen.

Als ehemaliger Heavy-User von Nespresso und anschließender Verwendung der Kunststoff-Kapseln des Erfinders, der eine Alternative mit "Ethical Coffee" angeboten hat, habe ich festgestellt, daß das Original unschlagbar ist.
Warum?
Der Hauptgrund für den Nespresso-User ist die blitzschnelle Zubereitung im Standby-Betrieb eines guten Espresso oder Lungo.
Das Abfallproblem wird überhaupt nicht berücksichtigt.

Nespresso ist ein Lifestile-Produkt genau wie Apples Sachen.

Die Kunststoff-Kapsel von "Ethical Coffee" erfordert eine Vorwässerung der Kapsel-Aufnahme und ist nur mit erheblichem Druck auf den Kapsel-Schließmechanismus zu realisieren. Die Kaffee-Qualität bei den Nachahmer-Kapseln, die man bei Rewe kaufen kann, ist bescheiden, im Vergleich zum Original.

Da die Nespresso-Maschinen zwar relativ teuer sind, aber ihre Kunststoffteile die Prozedur bei den Kunststoff-Kapseln nicht lange aushalten, sind Probleme bei den Maschinen zu erwarten. Garantie entfällt in diesem Fall.

Eine wiederbefüllbare Edelstahlkapsel kann man sicherlich verwenden, aber dann würde ich eine original italienische manuelle Bialetti-Espressokanne (25 €) vorziehen oder das Coffee-Press-Verfahren z.B.von WMF, die den Kaffee nach franz.Art ohne Filter zubereitet.

Was den Coffein-Gehalt aller Kapseln betrifft, kann man sagen, daß er so gering ist, daß man mehrere Espresso oder Lungi benötigt, um den typischen "Hallo-Wach-Effekt" eines Mokka zu erreichen.

Nestle wird auf die Angriffe der Nachahmer so reagieren, wie es Weltkonzerne tun:

Abschmettern! Verbieten! Preise senken! Geräte-Garantie erlöschen lassen! etc.
Same procedere as always.

Account gelöscht!

25.10.2012, 12:01 Uhr

Ich habe 2 solcher "Nischen-Produkte" für weit über 1000 €/Stück besessen.
Probleme mit Wartung, Platzbedarf etc.
Hohe Service- und Reparaturkosten.

Wer verpackt denn schon gerne einen Vollautomaten wieder (wenn er die aufwendige Original-Verpackung noch hat!) und schleppt das Ding zu DHL.

Ich nicht mehr.
Für eine Tasse mache ich Filter-Kaffee nach Hausfrauenart oder wenns ein paar Tassen für den Besuch sein sollen, verwende ich die WMF-Coffeepress-Kanne (45 €), für 1-2 Espresso habe ich eine Bialetti-Kanne für 25 €, die ich sogar in meinem Reisemobil aufs Gas stellen kann.

Geschmacklich ist das alles einwandfrei.

Meine Nespresso-Maschine verwende ich nur noch, wenn ich einem Besucher imponieren will.

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