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19.01.2016

17:02 Uhr

Nespresso & Co.

Hamburg verbietet Kapsel-Kaffee

VonChristoph Kapalschinski

Die Hansestadt Hamburg verbietet es ihren Mitarbeitern, Nespresso-Kapseln zu kaufen – zumindest auf Staatskosten. Ein neues, 150-seitiges Bürokratie-Werk macht Beamten und Angestellten noch einige andere Vorschriften.

Die Hansestadt Hamburg verbietet ihren Beamten und Angestellten den Kauf von Nespresso-Kapseln – zumindest auf Staatskosten. dpa

Kaffeekapseln nicht für Hamburger Bürokraten

Die Hansestadt Hamburg verbietet ihren Beamten und Angestellten den Kauf von Nespresso-Kapseln – zumindest auf Staatskosten.

HamburgDie Hansestadt Hamburg verbietet ihren Beamten und Angestellten den Kauf von Nespresso-Kapseln – zumindest auf Staatskosten. Das geht aus den neuen „Leitfaden zur umweltverträglichen Beschaffung“ hervor. Neben Kaffeemaschinen mit Alukapseln sind künftig Mineralwasser aus Einwegflaschen sowie chlorhaltige Putzmittel verboten.

Der Grüne Umweltsenator Jens Kerstan will der Stadt damit bei der ökologischen Beschaffung zu einer „Vorreiterrolle in Deutschland“ verhelfen. „Mit ihrer Einkaufsmacht von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr kann die Stadt mit dafür sorgen, dass umweltschädliche Produkte sich seltener verkaufen“, erklärte er am Dienstag.

Welcher Kaffeetyp sind Sie?

Ländervergleich

6,4 Kilogramm Kaffee hat jeder Deutsche im Jahr 2010 verbraucht. Insgesamt gingen also 526.860 Tonnen Kaffeebohnen beziehungsweise gemahlener Kaffee über deutsche Ladentheken. Damit schaffen es deutsche Kaffeetrinker im internationalen Vergleich auf Platz drei hinter Brasilien und den USA. Grund genug für die Redaktion von brandeins Wissen, das Magazin "Kaffee in Zahlen" herauszugeben. Demnach gibt es verschiedene Kaffeetypen, wie beispielsweise den...

Puristen

Der Purist legt wenig wert auf die Kaffeemaschine an sich - oft hat er nicht einmal ein elektrisches Gerät sondern brüht per Hand. Er ist etwas älter und trinkt seinen Kaffee gern schwarz. Einmal am Tag Kaffee genügt dem Puristen. Er trinkt ihn meist morgens oder im Lauf des Vormittags. 16 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Kategorie.

Pragmatiker

Der Pragmatiker

17 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland gehören zu den Pragmatikern: Ihnen hilft Kaffee vor allem dabei, morgens schnell wach zu werden. Abends trinken sie daher kaum Kaffee. Die Pragmatiker werden als mittelalt und eher weniger zufrieden mit ihrer Lebenssituation beschrieben.

Zucker und Milch

33 Prozent der Pragmatiker trinken ihren Kaffee am liebsten mit Zucker und Milch, nur 27 Prozent bestehen auf schwarzem Kaffee. Bei 24 Prozent kommt der aus dem Espresso-Vollautomaten. Wer so ein modernes Gerät hat, nutzt es zwar entsprechend häufig, spät abends greifen nur noch 28 Prozent der Pragmatiker zur Kaffeetasse.

Die Anspruchsvollen

Die Anspruchsvollen

Für 19 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland ist Kaffee ein Genussmittel und dementsprechend viel erwarten sie von der Qualität. Die Anspruchsvollen greifen zu jeder Uhrzeit zum schwarzen Wachmacher, etwas mehr als ein Drittel trinkt ihn gern weiß und süß. Spätabends greifen immer noch 50 Prozent der Anspruchsvollen zu Kaffee und 14 Prozent haben zuhause vier oder mehr verschiedene Versionen.

Vollautomaten

Die Anspruchsvollen sind auch die Gruppe, in der die meisten Menschen einen Kaffee-Vollautomaten besitzen. 24 Prozent haben ein solches Gerät statt herkömmlicher Kaffee- oder Padmaschinen. 86 Prozent gaben an, ihren Kaffeewunderautomaten regelmäßig zu benutzen.

Schlemmer

Schlemmer

17 Prozent der Kaffeetrinker mögen es weiß und süß, sie bevorzugen die Milchschaumvarianten wie Latte macchiato und Cappuccino gegenüber klassischem Filterkaffee. Diese sogenannten Schlemmer sind in der Regel junge Frauen. Viele von ihnen haben zuhause eine Pad- oder Kapselkaffeemaschine. 46 Prozent von ihnen schlürfen auch spät abends noch gern einen Milchkaffee.

Variationen

Kaffeevariationen mögen übrigens alle Gruppen gerne: Sowohl Cappuccino und Latte macchiato als auch Eiskaffees und süße Milchkaffees sind überall beliebt. Außer bei der Gruppe der Puristen und der Klassiker trinkt mehr als ein Drittel der unterschiedlichen Kaffeetypen gerne süß und mit Milch.

Klassiker

Klassiker

19 Prozent der Konsumenten gehören zu den Klassikern. Das heißt, sie wollen gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschinen und Kaffees. Variationen mit Macadamia-Aroma und Sojamilchschaum sind dagegen nichts für sie. Zu dieser Gruppe gehören viele ältere Menschen, die eher in kleineren Ortschaften als in den Metropolen leben. Kaffee trinken sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt Filterkaffee.

Die Genügsamen

Die Genügsamen

Rund 12 Prozent der Kaffeetrinker zählen zur Gruppe der Genügsamen. Sie achten mehr auf den Preis als auf die Qualität, sie trinken aber auch deutlich weniger als die anderen Gruppen. Außer Haus trinken sie eher selten Kaffee. Zu den Genügsamen gehören überwiegend junge Männer.

Nespresso-Kapseln gelten als umweltschädlich, weil sie aus Aluminium bestehen – einem Material, dessen Herstellung viel Energie kostet. Andere Systeme wie Senseo kommen mit Zellstoff aus. Allerdings: Die Nestlé-Tochter Nespresso selbst rechnet den Energieeinsatz schön: „Die Nachhaltigkeit wird nicht nur von der Verpackung beeinflusst. Vollautomaten mahlen jedes Mal eine Portion Bohnen. Das ist viel weniger effizient, als wenn Sie alles - wie bei Nespresso - direkt in der Rösterei mahlen“, sagte Nespresso-Deutschlandchef Niels Kuijer kürzlich im Handelsblatt-Interview. Zudem lasse sich Aluminium gut wiederverwerten.

Umweltschützer sehen den Kaffeekapsel-Müllberg weitaus kritischer. 4000 Tonnen Alu- und Plastikmüll erzeugen die Deutschen im Jahr, hat etwa das Freiburger Öko-Institut errechnet.

Nespresso-Chef im Interview: „Da ist für viele Spieler Platz“

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Premium „Da ist für viele Spieler Platz“

Niels Kuijer, Deutschland-Chef von Nespresso, fürchtet Vollautomaten mehr als neue Kapsel-Konkurrenten, verteidigt seine Werbefigur George Clooney und hofft auf neue Märkte unter Büro-Kaffeetrinkern.

Bei der Berliner Energieagentur, die den ausführlichen Kriterienkatalog für die Hansestadt erarbeitet hat, zogen die Argumente von Nestlé offenbar ebenfalls nicht. Allerdings führt die Fleißarbeit der Öko-Experten zu einiger Bürokratie: 150 Seiten umfasst die neue Drucksache, an die sich Hamburgs Staatsdiener künftig halten müssen. Eine Vorläuferregelung von 2007 war noch mit vergleichsweise mageren 22 Seiten ausgekommen.

Eine gute Nachricht enthält das Druckwerk jedoch für die Hersteller von Elektroautos: Der Fuhrpark der „Kernverwaltung“ soll bis 2020 zur Hälfte aus E-Autos bestehen. Bislang werde rund ein Viertel der 315 „Mittelklasse-Pkw“ elektrisch betrieben, meldete der rot-grüne Senat des Stadtstaats.

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