Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.04.2015

10:03 Uhr

Nestlé

China spielt wieder mit

Anleger können aufatmen: Nestlé verzeichnet gute Verkaufszahlen für das erste Quartal. Um daran festzuhalten, will Präsident Peter Brabeck-Lemathe künftig auf eine Sparte verzichten.

Der Lebensmittel-Konzern Nestlé hatte schon immer viele verschiedene Sparten im Visier. Jetzt muss er sich von einigen trennen. dpa

Kaffee, Schokolade, Maggi

Der Lebensmittel-Konzern Nestlé hatte schon immer viele verschiedene Sparten im Visier. Jetzt muss er sich von einigen trennen.

Vevey/ ZürichNestlé hat zugelegt: dank einer starken Nachfrage nach Süßwaren und Wasser. Bereinigt um Währungseffekte sowie um Zu- und Verkäufe stieg der Umsatz im ersten Quartal um 4,4 Prozent auf 20,9 Milliarden Schweizer Franken (20,3 Mrd Euro), wie der Hersteller von Kitkat-Schokoriegeln und Nescafé am Freitag in Vevey mitteilte. Allerdings wurde dieses Plus angesichts der Franken-Stärke bei der Umrechnung in die Heimatwährung fast aufgefressen und betrug am Ende nur 0,5 Prozent.

Das Oster-Geschäft kurbelte besonders den Absatz von Süßwaren an. Außerdem waren Tiernahrung, Kaffee und Wasser gefragt. Zuletzt hatte der Konzern mit einer schwachen Entwicklung in China zu kämpfen. Zudem lief es in der Tiefkühlkost-Sparte in Amerika nicht gut. Beide Problemfelder ist der Konzern inzwischen jedoch angegangen. Er erwarte, dass die gestarteten Initiativen im Laufe des Jahres an Zugkraft gewinnen, sagte Konzernchef Paul Bulcke laut Mitteilung. Den Ausblick für 2015 bestätigte Nestlé. Der Umsatz soll aus eigener Kraft um fünf Prozent zulegen, der Gewinn sich weiter verbessern. Vor allem auf Schwellenländer hat es der Maggi-Hersteller weiterhin abgesehen.

Gerhard Berssenbrügge: „In-vitro-Fleisch wird selbstverständlich wie Sushi“

Gerhard Berssenbrügge

Premium „In-vitro-Fleisch wird selbstverständlich wie Sushi“

Ernährung wird immer mehr zu einer Frage von Weltanschauung und Sozialprestige. Künstliches Fleisch wird salonfähig, weil es Ressourcen schont, ist der Nestlé-Deutschland-Chef überzeugt.

Der Weltmarktführer wuchs zuletzt nicht mehr so schnell wie gewohnt: Das Mittelfristziel für das organische Wachstum lautet fünf bis sechs Prozent. Zudem legten Konkurrenten teilweise deutlich stärker zu. Danone bescherten bessere Geschäfte mit Babynahrung in China und die weiter wachsende Nachfrage nach Tafelwasser zum Jahresanfang auf vergleichbarer Basis um 4,8 Prozent höhere Einnahmen.

Der Konsumgüterkonzern Unilever steigerte den Umsatz dank besserer Geschäfte unter anderem in China ohne Währungseffekte, Zukäufe und Veräußerungen um 2,8 Prozent. Auch Großfusionen sorgen für Aufsehen. So hatten vor einem Monat der Ketchup-Hersteller Heinz und Kraft Foods ihren Zusammenschluss zum drittgrößten Nahrungsmittel- und Getränkekonzern Nordamerikas angekündigt.

Deshalb soll der Konzernumbau von Nestlé schnell vorantrieben werden, wie Präsident Peter Brabeck-Lemathe erst am Vortag auf der Generalversammlung den Aktionären sagte. Schwächelnde Sparten sollen saniert oder verkauft werden. Der größte Teil der Diätsparte Jenny Craig wurde bereits veräußert, auch von der Sportnahrungsmarke Power Bar und den Juicy-Juice-Fruchtsäften trennte sich Nestle. Der Verkauf der Tiefkühlkost-Tochter Davigel steht bevor.

An den Zielen für das Gesamtjahr hält der Konzern fest. Angepeilt wird ein organisches Wachstum von rund fünf Prozent und eine bessere Rentabilität. Gewinnzahlen gibt der in Vevey am Genfersee ansässige Konzern nur zum Halbjahr und am Jahresende bekannt. An der Börse schlug der Quartalsbericht daher keine großen Wellen, die Aktien notierten auf dem Vortagesniveau.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×