Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.06.2015

14:15 Uhr

Nestlé droht Niederlage

Kein Patent für Kitkat-Finger

Nicht nur über Patente für Smartphones und Tablets wird gestritten: Nestlé versucht seit Jahren, seinen Vierfinger-Riegel Kitkat vor Schokoladen-Konkurrenz zu schützen. Doch damit droht dem Konzern nun eine Niederlage.

Sogar Google benannte eine Version seines Android-Betriebssystem nach dem Schokoriegel mit der charakteristischen Form: Kitkat könnte das Viererpack als sein Alleinstellungsmerkmal verlieren. ap

Wertvolle Form

Sogar Google benannte eine Version seines Android-Betriebssystem nach dem Schokoriegel mit der charakteristischen Form: Kitkat könnte das Viererpack als sein Alleinstellungsmerkmal verlieren.

Diese Riegel sind weltbekannt und sehen heute noch fast genauso aus wie zu Beginn des Verkaufs 1935: Kitkat, das sind schon immer vier aneinander verschmolzene Schokoriegel mit Nougat-Waffelfüllung. Und diese einzigartige Form hat der Hersteller Nestlé sich 2006 patentieren lassen, um sich gegen Konkurrenten wie Cadbury zu schützen. Da die Briten dennoch ebenfalls Vier-Finger-Riegel anboten und das Patent 2010 anfochten, zogen die beiden Konkurrenten vor Gericht. Sie wollten klären lassen, ob die Form exklusiv von Kitkat genutzt werden darf.

Zunächst sah es aus, als könne Cadbury den Fall für sich entscheiden, doch 2013 triumphierte Kitkat in der zweiten Instanz vor dem Hohen Gerichtshof von England und Wales. Cadbury darf die Form seitdem eigentlich nicht mehr nutzen. Der Süßwarenhersteller focht die Entscheidung erneut an und der Fall landete zur Vorabentscheidung beim Europäischen Gerichtshof. Dort könnte Kitkat nun eine empfindliche Niederlage erfahren: Der Generalanwalt des EuGH empfahl in seinem Schlussantrag dem Gericht, den Anspruch auf Markenschutz Kitkats für nichtig zu erklären. Dieser sei nicht mit EU-Regelungen vereinbar.

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Nestlé will jetzt abwarten, wie das Gericht entscheidet und ob es der Empfehlung des Generalanwalts folgt. Eine Sprecherin gab sich gegenüber dem Portal Business Insider aber kämpferisch: „Kitkat ist sehr beliebt und durch seine einzigartige Form, die es seit 80 Jahren trägt, weltweit bekannt.“ Das werde sich auch dann nicht ändern, wenn jetzt nach einer entsprechenden Entscheidung des EuGH noch mehr Vierfinger-Riegel auf den Markt kommen sollten.

Von

kag

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×