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24.06.2013

16:30 Uhr

Neue Bremsen

Bahn will Schienenlärm halbieren

Bis 2020 will die Bahn den Lärm durch Güterwagen halbieren – mit neuen Bremsen. Dafür gibt es sogar Zuschüsse vom Bund. Dennoch steht die nächste Fahrpreiserhöhung schon in den Startlöchern – die Energiewende ist Schuld.

Neue Bremsen sollen den Lärm der Güterwagen eindämmen. dpa

Neue Bremsen sollen den Lärm der Güterwagen eindämmen.

BerlinDie Bahn baut in weitere Güterwagen leisere Bremsen ein. Bis Ende 2014 erhalten 5000 Wagen einen neu zugelassenen Typ von Bremsklötzen. Sie erzeugen beim Bremsen weniger Rillen in den Rädern, die deshalb leiser rollen. Es gebe keine Entschuldigung mehr, Wagenflotten nicht umzurüsten, teilte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Montag mit. Dafür gebe es Zuschüsse. Mit den neuen Verbundstoffbremsklötzen rollen Güterzüge nach Bahnangaben zehn Dezibel leiser vorüber, was als Halbierung des Lärms empfunden werde.

Ziel sei es, den Schienenlärm bis 2020 verglichen mit 2000 zu halbieren, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. „Wir hoffen, dass sich auch die anderen deutschen und europäischen Wagenhalter und Bahnen anschließen.“ Jedoch müssen die Unternehmen die höheren Inspektions- und Instandhaltungskosten selbst tragen, die die neue Technik mit sich bringt. Seit Juni gelten auch lärmabhängige Trassenentgelte: Für laute Züge wird ein Zuschlag fällig, bei leisen ein Bonus.

Bei der Bahn ist erst ein kleiner Teil der Güterzüge auf leise Bremsen umgerüstet. Ende 2014 werden es laut Unternehmen 14 000 sein. Hörbare Erfolge gebe es erst, wenn 80 Prozent aller Güterwagen eines Zuges umgerüstet sind, hob die Bahn hervor. Dafür müssten in Deutschland 180.000 Wagen umgerüstet werden, davon 60.000 bei der Bahn.

Trennung Netz und Betrieb: Freie Fahrt für die Deutsche Bahn

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Bahn-Chef Rüdiger Grube kann aufatmen: Das Eisenbahn-Regulierungsgesetz ist gescheitert. Grube kann die Preise für die Trassen weiter in Eigenregie bestimmen und so die Konkurrenz auf Distanz halten.

Unabhängig davon hat Bahn-Chef Rüdiger Grube hat eine Erhöhung der Bahn-Fahrpreise angedeutet und dies auch mit den Kosten der Energiewende begründet. „Klar ist: Unsere Kostenbelastung steigt weiter - vor allem wegen der steigenden Umlage für Ökostrom und des jüngsten Tarifabschlusses. Diese erheblichen Zusatzkosten können wir nicht einfach ignorieren“, sagte Grube der „Bild“-Zeitung (Montag). Zu den Preisen könne aber erst im Herbst etwas gesagt werden.

Im Frühjahr sei die ICE-Flotte auf Ökostrom umgestellt worden. „Aber statt diese vorbildliche Umstellung zu fördern, sollen wir künftig 100 Millionen Euro Umlage zahlen. Damit würden Kunden, die ökologisch reisen wollen, auch noch bestraft. So darf es nicht sein“, sagte Grube.

Die Grünen wiesen darauf hin, dass „der weitaus größere Teil der Flotte mit Nah- und Güterverkehr nach wie vor fossil oder atomar unterwegs“ sei. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) diene Grube nur als Ausrede, kritisierte der Energieexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer. Tatsächlich sei die Deutsche Bahn zum großen Teil von der Zahlung der EEG-Umlage befreit. Dafür müssten die privaten Stromverbraucher jedes Jahr 230 Millionen Euro zahlen. „Allem neuen Öko-Image zum Trotz hat sich Herr Grube an teure und nicht mehr wirtschaftliche Kohlekraftwerke gebunden, die der DB jetzt die Bilanz verhageln“, sagte Krischer.

Von

dpa

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