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31.01.2005

16:34 Uhr

Neue Eignerstruktur rettet den grünen Punkt

Kartellamt stellt Verfahren gegen Duales System ein

Der Grüne Punkt bleibt erhalten. Das Bundeskartellamt hat sein Untersagungsverfahren gegen das Duale System Deutschland (DSD) eingestellt. Mit der erwarteten Entscheidung reagierte die Wettbewerbsbehörde am Montag in Bonn auf die erfolgte Änderung der Eignerstruktur des Kölner Unternehmens.

HB BONN/KÖLN. Damit sei der Fortbestand der Sammlung von gebrauchten Verkaufsverpackungen bei Privathaushalten gesichert, sagte der Vorstandschef der Dualen System Deutschland AG, Peter Zühlsdorff. Auch für Kunden, Mitarbeiter und Partner des Unternehmens gebe es nun Rechtssicherheit.

Das Kartellamt hatte zuvor keinen Hehl aus seiner Absicht gemacht, das Duale System wegen „kartellartiger Gesellschafterstrukturen“ verbieten zu wollen. Eigner waren beim politisch untermauerten Entsorgungssystem zugleich auch Kunden. Das privatwirtschaftliche Unternehmen mit dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne reagierte aber auf das drohende Aus mit einer Umstrukturierung und einer Auflösung der beanstandeten Eigentümerstruktur. Damit soll es künftig mehr Wettbewerb geben, nachdem das DSD den Abfallteilmarkt bislang als „Quasi-Monopolist“ beherrschte. 

Kartellamtspräsident Ulf Böge begrüßte diese Entwicklung: „Mit der jetzt abgeschlossenen Umstrukturierung hat das DSD eine wichtige Voraussetzung für mehr Wettbewerb auf dem Markt für die Rücknahme von Verkaufsverpackungen geschaffen.“ Da das DSD aber nach wie vor aber eine marktbeherrschende Stellung habe, werde das Amt die Entwicklung auf diesem Markt weiter beobachten.

Laut Zühlsdorff kann das DSD künftig auch seine Tätigkeitsbereiche erweitern, etwa im Bereich von Pfandlösungen. Bislang beschränkte sich das Unternehmen darauf, im Auftrag seiner Lizenznehmer aus Industrie und Handel Verkaufsverpackungen zu sammeln, zu sortieren, zu entsorgen und zu verwerten. Die Kunden, die Waren mit einem „Grünen Punkt“ kaufen, bezahlen für die ökologisch begründete Mülltrennung mit einem höheren Preis.

Bei der Umstrukturierung wurden die Aktien der DSD vom US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernommen. Die Beteiligungsfirma will das Unternehmen reif für die Börse machen und es zu einem führenden deutschen Umweltdienstleister entwickeln.

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