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07.10.2013

14:42 Uhr

Neue Logistikzentren

Amazon weicht nach Polen aus

Der Online-Versandhändler errichtet in Polen drei riesige Verteilerzentren – nach eigenem Bekunden ohne Zusammenhang mit den Streik-Problemen in Deutschland. Gearbeitet wird aber in erster Linie für Amazon.de.

Amazon-Standort in Leipzig: Beschäftige der deutschen Zentren in Leipzig und Bad-Hersfeld haben ihre Arbeit niedergelegt. dpa

Amazon-Standort in Leipzig: Beschäftige der deutschen Zentren in Leipzig und Bad-Hersfeld haben ihre Arbeit niedergelegt.

Berlin/WarschauDer Online-Händler Amazon hat mitten in einem festgefahrenen Streit mit der Gewerkschaft Verdi drei große neue Logistikzentren in Polen angekündigt. Sie sollen binnen drei Jahren jeweils rund 2000 Arbeiter sowie in Stoßzeiten jeweils 3000 saisonale Beschäftigte haben, teilte Amazon am Montag mit. Zwei Standorte sollen bis August 2014 öffnen, der dritte Mitte 2015. Das Unternehmen betont, dass es nicht um eine Verlagerung von Logistik-Standorten aus Deutschland gehe.

Ziel sei der Ausbau des gesamten europäischen Geschäfts, betonte der für Europa zuständige Amazon-Manager Tim Collins. Polen sei wegen der günstigen geografischen Lage, der guten Anbindung und einer „großartigen Beschäftigten-Basis“ ausgesucht worden, erklärte das Unternehmen. Der polnische Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski nannte die Investition einen „Meilenstein“ für das polnische Wirtschaftswachstum.

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Der Online-Handel hat auch in Polen in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Eine polnische Amazon-Tochter gibt es aber bislang nicht. Die neuen Logistikzentren werden zunächst hauptsächlich Kunden von Amazon.de bedienen und erst später Nutzer von allen europäischen Websites, erklärte Amazon.

Amazon betreibt insgesamt acht Versandzentren in Deutschland. Zuletzt wurde ein neues Lager in Brieselang bei Berlin angekündigt. Dort sollen über die nächsten drei Jahre 1000 dauerhafte und bis zu 2000 saisonale Stellen geschaffen werden. Die Logistik-Infrastruktur in Deutschland werde also auch ausgebaut, betonte Collins. „Wir haben keine Pläne, Standorte zu schließen oder zu verlagern.“

Verdi fordert für die Beschäftigten bei Amazon einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen orientiert sich dagegen nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche und lehnt die Aufnahme von Tarifverhandlungen ab. Der Konflikt schwelt seit Monaten. Zuletzt hatten mehrere hundert Amazon-Mitarbeiter im September in den Verteilerzentren in Leipzig und Bad Hersfeld zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

07.10.2013, 12:39 Uhr

Was soll daran falsch sein, wenn der Pole was für uns arbeitet?

Die Gewerkschaft kann ja ebenfalls eine Niederlassung gründen, falls sie dort wider Erwarten willkommen sein sollte.

Account gelöscht!

07.10.2013, 12:46 Uhr

Das Gejammer bei den Gewerkschaften wird dann wieder groß sein, nachdem sie massenweise Arbeitsplätze auf dem Gewissen haben. Als nächstes kommt dann ein Schrei nach Regulierungen in irgendeiner Form.

Tomate

07.10.2013, 12:49 Uhr

Die Verbraucher haben es in der Hand, einfach nicht mehr bei Amazon shoppen wenn der Versand nicht aus Deutschland erfolgt.

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