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25.08.2013

16:29 Uhr

Neue Probleme drohen

Großflughafen Berlin wird ein weiteres Mal teurer

Am geplanten Berliner Großflughafen gibt es wieder einmal Probleme mit dem Brandschutz. Deutschlands wichtigstes Infrastrukturprojekt dürfte wieder einmal teurer werden. Die Inbetriebnahme steht in den Sternen.

Blick aus einem Kleinflugzeug auf den Flughafen Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt in Schönefeld. Es wird noch länger dauern, bis dort etwas passiert. dpa

Blick aus einem Kleinflugzeug auf den Flughafen Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt in Schönefeld. Es wird noch länger dauern, bis dort etwas passiert.

Der neue Grußflughafen in Berlin könnte ein weiteres Mal teurer werden. Außerdem drohen wegen der komplizierten Bauarbeiten weitere Verzögerungen. Die „BZ am Sonntag“ berichtete, dass eine für den Brandschutz zuständige Spezial-Firma Nachforderungen in Höhe von 228 Millionen Euro stellte.

Bislang seien nur 104 Millionen Euro für den Einbau von Brandschutz wie Sprinkleranlagen, Brandmeldern und Ähnlichem einkalkuliert gewesen. Kommt die Brandschutzfirma mit ihren höheren Forderungen durch, würde die Rechnung also dreimal so hoch wie geplant ausfallen.

Fragen und Antworten zum Hauptstadtflughafen

Warum ist es so schwer, den Flughafen in Betrieb zu nehmen?

Die größten Probleme sind ungelöst: Noch haben die Ingenieure die Brandschutzanlage im Hauptgebäude des Terminals nicht im Griff. Der größte Entrauchungsabschnitt soll nun geteilt werden - in der Hoffnung, das Ungetüm dann beherrschen zu können. Außerdem strömt die Frischluft im Brandfall noch nicht so nach, wie sie sollte, und verwirbelt mit dem Rauch. Hier wird umkonzipiert. Umbauen können die Techniker aber erst, wenn ein anderes Problem gelöst ist: die hoffnungslos überbelegten Kabeltrassen zu entwirren.
Eigentlich wollte Mehdorn schon in diesen Wochen einen Inbetriebnahme-Zeitplan für den gesamten Flughafen nennen, nun hofft er, den in zwei bis drei Monaten liefern zu können. „Das muss ein Termin sein, den wir risikofrei erreichen können“, sagt Mehdorn nach der Blamage um vier geplatzte Starttermine.

Was hat Mehdorn jetzt vor?

Im Nordflügel des Terminals gibt es einen Großteil der Probleme nicht. In dem für Billigflieger gedachten Trakt will Mehdorn im März oder April die ersten Passagiere einchecken lassen. Es wäre ein Start auf Regionalflughafen-Niveau, mit höchstens fünf Starts und fünf Landungen pro Tag - gerade mal ein Prozent der Kapazität des Flughafens.
Mehdorns Kalkül: Der Großteil der Abläufe am Flughafen kann so getestet werden, bevor alle Airlines von Tegel und Schönefeld-Alt zum Neubau umziehen. Für die Gesamteröffnung wird seit längerem das Jahr 2015 genannt. Aber niemand legt sich fest.

Platzeck geht – übernimmt jetzt Wowereit?

Ja. Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) hört nach einem leichten Schlaganfall auf und gibt auch den Flughafen-Aufsichtsratsvorsitz ab. Als gewählter Stellvertreter war der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erst einmal eingesprungen. Nun übernimmt er wieder die Spitze im Aufsichtsrat – es gab schließlich keine Konkurrenz.

Seit einem Jahr ist Technikchef Amann auf der Baustelle. Was hat er bewegt?

Der Hoffnungsträger vom Frankfurter Flughafen hat sich in Schönefeld eine Mammutaufgabe gestellt: Eine Bestandsaufnahme aller Mängel, um dann planvoll neu durchzustarten. Von der gebrochenen Fliese bis zur defekten Brandschutzklappe kamen Zehntausende Mängel zusammen - für Projekte dieser Größenordnung keine ungewöhnliche Dimension. Mit dieser Akribie bringt Horst Amann aber den ungeduldigen Mehdorn auf die Palme, der dem Ingenieur im Frühjahr vor die Nase gesetzt wurde. Mehdorn nennt die Amann-Zeit „Schockstarre“ und startete sein Beschleunigungsprogramm „Sprint“. Beide Manager sind heillos zerstritten. Am Freitag brachten sie konkurrierende Konzepte für die Teileröffnung in den Aufsichtsrat.

Wie viel wird der Flughafen am Ende kosten?

Das weiß heute niemand. Bislang gilt die fast ein Jahr alte Zahl von 4,3 Milliarden Euro, doch sie ist nicht zu halten. Denn damals dachten die Verantwortlichen noch, dass in diesem Oktober die ersten Passagiere einchecken. Jeder weitere Monat Verzögerung kostet 34 Millionen Euro. Hinzu kommen Mehrkosten für den Schallschutz. Die 5-Milliarden-Marke ist also in Sichtweite.

In einer neuen Bestandsaufnahme hat Technik-Chef Horst Amann alle Mängel an Deutschlands größter Flughafen-Baustelle zusammengefasst. Das Magazin „Focus“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von insgesamt 75.000 Mängeln, von denen erst 10.000 abgearbeitet seien. Die Problem-Liste umfasst jede Kleinigkeit von der defekten Fliese bis hin zu defekten Sprinkleranlagen und dem Hauptproblem, der Entrauchungsanlage.

„Die nicht funktionierende Entrauchungsanlage bleibt für die Inbetriebnahme ein K.-o.-Kriterium“, zitiert das Nachrichtenmagazin einen Aufsichtsrat. Die Steuerung von Frischluft in einem Brandfall funktioniert angeblich nicht. Sie muss offenbar aufgrund eines Planungsfehlers von Bosch- auf Siemens-Technik umgerüstet werden.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

25.08.2013, 17:52 Uhr

Diese Projekt ist einfach nur peinlich, wurde von Dilettanten geplant und von noch größeren Dilettanten ausgeführt. Und die Dümmsten sitzen im Vorstand und im Aufsichtsrat. Den Firmen hätte ich schon lange Beine gemacht. Da hilf nur noch Eins: Alle in einen Sack und mit dem Knüppel drauf schlagen, es trifft garantiert die Richtigen. Und der Steuerzahler zahlt brav weiter.

For god's sake, wake up Germany!

Steuersklave591270736

25.08.2013, 18:14 Uhr

@ Recovery

Sie sagen es - ist doch nur anderer Leute Geld, was solls also, ist in Berlin doch üblich.
Obwohl, ich will nicht unfair sein: Auch die Elbphilharmonie in Hamburg wird inzwischen mit 789 Mio. anstatt der ursprünglich geplanten 70 Mio veranschlagt.

Mein Vorschlag:
http://www.steuerzahler.de/Home/1692b637/index.html?wcsitecontent=steuergeldverschwendung


Phil

25.08.2013, 18:24 Uhr

Wer ist Mehdorn? Was hat er bisher positives in seinem Geschäftsleben ereicht ?
Wer glaubt an Mehdorn ( die Bahn od. Air Berlin)?

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