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06.06.2014

09:30 Uhr

Neue Terminals

Fernbusse wollen Städten unter die Arme greifen

ExklusivEin Wetterschutz, eine Toilette und ein Fahrkartenschalter: Die Fernbusbranche will an den Busbahnhöfen ein Mindestmaß an Komfort bieten. Dazu wollen die Unternehmen sich an Kosten der Kommunen beteiligen.

Fernbusse am Omnibusbahnhof in Hannover: Die Unternehmen wollen die Kommunen bei der Finanzierung der Terminals unterstützen. dpa

Fernbusse am Omnibusbahnhof in Hannover: Die Unternehmen wollen die Kommunen bei der Finanzierung der Terminals unterstützen.

BerlinAngesichts des rasanten Wachstums des Fernbusmarktes sind die Unternehmen aus der Branche bereit, sich an der Finanzierung neuer Busbahnhöfe in Städten zu beteiligen. „Die Fernbusbranche möchte sich über Stationsentgelte an den Kosten der Busterminals in den Kommunen beteiligen“, sagte der Präsident des Busverbandes BDO, Wolfgang Steinbrück, dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Die Branche brauche keine „Glaspaläste“, sondern ein Mindestmaß an Komfort. „Dazu gehört ein Wetterschutz, eine Toilette, ein Fahrkartenschalter und ein Kiosk“, sagte Steinbrück.

In einer Studie für den Marktführer „Mein Fernbus“ sowie „ADAC Postbus“ kommt die Beratungsgesellschaft KCW zu dem Schluss, dass zunächst die „Aufwertung vorhandener Flächen in den Kommunen“ zu Haltestellen wichtig sei. Da drei Viertel der Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen würden, sei „ein gut erreichbares Terminal von Vorteil“, heißt es in der Studie, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Deutsche Bahn, die selbst Fernbusse betreibt, will Busbahnhöfe in Eigenregie betreiben. Sie versichert auf Nachfrage, allen Busbetreibern einen diskriminierungsfreien Zugang zu gewähren. Skepsis herrscht aber bei den privaten Konkurrenten. „Die Pläne der Bahn dürfen nicht dazu führen, dass der Wettbewerb über die Stationsentgelte verzerrt wird oder Busunternehmen an den Bahnhöfen benachteiligt werden“, sagt BDO-Präsident Steinbrück. „Es dürfen nur die Betriebskosten in Rechnung gestellt werden“, mahnt er.

Private Busanbieter dürfen seit Anfang 2013 im gesamten Bundesgebiet Linienverbindungen zwischen Städten anbieten. Zuvor durften Fernbusse nur auf Strecken fahren, auf denen sie der Bahn keine Konkurrenz machten. Seitdem die Neuregelung in Kraft ist, spürt auch die Bahn zunehmend den Druck durch die Buskonkurrenz.

Einer Studie des Marktforschungsunternehmens IGES zufolge sind 44 Prozent der Fernbuskunden früher Zug gefahren. In der Gesamtheit der Kunden bleibt die Bahn aber dem Fernbus weit voraus: IGES-Schätzungen zufolge fuhren 2013 neun Millionen Menschen Fernbus, während 130 Millionen mit der Bahn reisten.

Kommentare (2)

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06.06.2014, 09:57 Uhr

Und wenn dann auch noch die Autobahnmaut für die Fernbusse kommt (wieso sind die eigentlich bisher ausgenommen? Wiegen die nix?), dann werden die Kampfpreise auch schnell der Vergangenheit angehören... ...recht so... (BWL I)

Account gelöscht!

06.06.2014, 11:23 Uhr

Deutschland zerstört sein Bahnnetz durch Privatisierung. Die dort vorhandene Infrastruktur wird ohne Sinn und Verstand kaputtgemacht.
Nun wird den Buskonzernen vom Steuerzahler wiederum ein Netzaufbau zur Verfügung gestellt, der Netzbetrieb (Ausnahme von Maut) subventioniert.
Das ist schon fast pervers.
Wäre es in einem angeblichen Hochtechnologie-Land wie Deutschland nicht denkbar, das Bahnnetz zu flexiblisieren?

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