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23.04.2011

08:44 Uhr

Neue Verpackungsformen

Joghurtbecher aus Mais

VonChristoph Kapalschinski, Regine Palm

Weltweit wird eine enorme Zahl von Lebensmitteln weggeworfen. Nun sind einige Unternehmen auf der Suche nach neuen Verpackungsformen - denn die sind für die Lagerung der Lebensmittel sehr wichtig.

Ein Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln. Quelle: dpa

Ein Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln.

DüsseldorfGlanzpapier oder Folie, Ketchupflasche oder Joghurtbecher aus Pflanzenrohstoffen – die Lebensmittelindustrie sucht nach immer neuen Verpackungen. Und zwar nicht nur, um mehr zu verkaufen. Weltweit werden tonnenweise Lebensmittel weggeworfen, weil selbst in Industrieländern die Verpackung nicht stimmt oder nicht ausreicht. Diesen Missstand wollen Messe Düsseldorf und die Welternährungsorganisation FAO auf dem Fachkongress Save Food Mitte Mai anprangern.

„Schätzungen zufolge liegt der weltweite Nahrungsmittelverlust je nach Art des Lebensmittels zwischen 20 und 75 Prozent mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,2 Milliarden Tonnen“, sagte Robert van Otterdijk, Beauftragter der FAO bei der Vorstellung der Initiative Ende Januar. In Industrieländern werde der Pro-Kopf-Verlust im Jahr auf rund 300 Kilogramm geschätzt. Allein in der EU würden jährlich mehr als 70 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen.

Der größte Teil der Nahrungsmittel verdirbt in den Industrieländern erst beim Verbraucher. Das steht im krassen Gegensatz zu den Entwicklungsländern. Dort verdirbt laut van Otterdijk der größte Teil der Nahrungsmittel bereits bei der Produktion. Der Grund seien unterentwickelte Produktions-, Konservierungs- und Verpackungsmethoden ebenso wie falsche Lagerung oder schlechte Transportbedingungen und Infrastrukturen. „In den wenig entwickelten Ländern verderben jeden Tag bis zu 40 Prozent der Nahrungsmittel, bevor sie den Konsumenten erreichen“, berichtete Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. Das liege auch an einer zum Teil völlig fehlenden Verpackung.

Das Thema Verpackung hat FAO und Messe Düsseldorf zusammengebracht. Alle drei Jahre findet in den Messehallen am Rhein die Interpack statt, in diesem Jahr vom 12. bis zum 18. Mai. Zu der bedeutendsten Fachmesse der Verpackungsbranche und Prozessindustrie werden rund 2700 Aussteller aus 60 Ländern erwartet. Der Kongress Save Food tagt am 16. und 17. Mai. Dann wird die FAO drei Studien ausführlich vorstellen. Ein erstes Fazit zogen vorab gestern die Forscher des Swedish Institute for Food and Biotechnology und die Universität der Philippinen: „Angesichts weltweit knapper werdender Ressourcen ist es wirksamer, Lebensmittelverluste zu reduzieren, als die Produktion zu erhöhen.“ Innovative Verpackungslösungen spielten dabei eine zentrale Rolle.

Kommentare (2)

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23.04.2011, 11:50 Uhr

Ich sehe da noch riesiges Wachstumspotential, wenn man die Inhalte der Verpackung weiter reduziert. Das könnte gut auch gegen Null gehen - dann spart man sich auch das mühselige Öffnen, was bei einigen Verpackung nur noch Sprengstoffexperten gelingt.

Irrsinn

23.04.2011, 11:54 Uhr

Das wird aber auch Zeit, daß a was passiert! Nicht nur bei Lebensmitteln sondern bei überdimensionierten Plastikverpackungen. Der gelbe Mülleimer ist mit Verpackungen voll, vom Volumen schätze ich 80 Verpackung 20 % Inhalt.
Dazu kommt noch der rößte Wahn aller Zeiten: Die Plastikverpckungen sollen auch noch von Speiseresten gereinigt werden >Wasserverbrauch usw!
Der allergrößte Wahnsinn sit aber daßß wir Milch und Wasser quer durch Europa transportieren wie Peligrino
Evian Pierrier usw. Das bedeutet doch, dass der Transport viel zu billig ist!
Die Maut gehört auf das 5-facher erhöht und auf alle Straßen ausgedehnt

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