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30.09.2013

13:06 Uhr

Neue Werke in Osteuropa

Amazon plant Logistikzentren

Das Online-Versandhaus Amazon setzt offenbar verstärkt auf Osteuropa. Laut Medienberichten sind fünf Logistikzentren in Polen und Tschechien geplant. Deutsche Angestellte könnten von der Verlagerung betroffen sein.

Die Mitarbeiter der Versandabteilung des Amazon-Logistikzentrums in Pforzheim sind womöglich von den Plänen der Geschäftsführung betroffen. dpa

Die Mitarbeiter der Versandabteilung des Amazon-Logistikzentrums in Pforzheim sind womöglich von den Plänen der Geschäftsführung betroffen.

WarschauAmazon will einem Pressebericht zufolge fünf Logistikzentren in Polen und Tschechien eröffnen und einen Teil seiner Deutschland-Aktivitäten dorthin verlagern. Die polnische Tageszeitung „Puls Biznesu” berichtete am Montag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, Amazon wolle im Westen Polens drei Logistikzentren errichten: zwei in der Nähe von Breslau und eines in Posen. Eine Vertreterin der Behörde für regionale Entwicklung in Breslau bestätigte gegenüber der Zeitung, es liefen Gespräche mit Amazon.

In den drei polnischen Logistikzentren sollen dem Bericht zufolge rund 6000 Menschen arbeiten. Das erste Zentrum solle im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen. Die Zentren sollen jeweils eine Größe von rund 100.000 Quadratmetern haben und 50 bis 60 Millionen Euro kosten.

Der Zeitung zufolge plant Amazon zwei ähnliche Zentren in Tschechien. Die tschechische Zeitung „Hospodarske Noviny” hatte im Sommer berichtet, dass in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Prag ein Logistikzentrum von 25.000 Quadratmetern Fläche geplant sei. Polnischen und tschechischen Presseberichten zufolge will der US-Internetriese einen Teil seiner aktuellen Deutschland-Aktivitäten in die Nachbarländer verlagern.

Was Paketlogistik im E-Commerce-Zeitalter leisten muss

Packstation

Ende 2001 wurden in Dortmund und Mainz die ersten Packstationen in Betrieb genommen, heute stehen mehr als 2.500 dieser Automaten in ganz Deutschland den Kunden von DHL zur Verfügung. An sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr können sie hier ihre Pakete abholen. Insbesondere für Berufstätige ist die Zustellung an eine Packstation eine sinnvolle Alternative zur Heimzustellung.

Online-Retoure

Für den Betreiber fällt damit die kostenintensive und wenig umweltfreundliche Produktion vieler ungenutzter Retouren-Label weg. Der Käufer muss nicht wie bisher üblich diese Label lange aufbewahren, sondern kann sie bei Bedarf zuhause ausdrucken. Der Shop-Betreiber wiederum hat die Möglichkeit zu wissen, welche Retouren überhaupt zu ihm unterwegs sind – und kann sie bereits für den Wiederverkauf einplanen, wenn sie noch gar nicht wieder bei ihm angekommen sind. Das erhöht die Umlaufgeschwindigkeit der Ware und verringert die Kapitalbindung.

Wunschzustellung

Registrierte DHL-Kunden können bei der Bestellung ihrem Händler ihre DHL-Kundennummer angeben. Sie werden dann von DHL per SMS kostenlos über den voraussichtlichen Zustelltag informiert. Ebenfalls per SMS kann der Kunde antworten und, für einen geringen Preisaufschlag, einen anderen Zustelltag vereinbaren und damit selbst bestimmen, wann er sein Paket empfangen möchte.

Internationale Retouren

Dank dieses vollständig webbasierten Verfahrens können Kunden die Sendungen bei allen Filialen der Postgesellschaften im Zielland zurückgeben. Den Online-Händlern stehen dabei drei unterschiedliche Varianten zur Verfügung, von einer Online-Buchungsmaske mit Link zum Retouren-Label bis zur Vollintegration in den eigenen Webauftritt.

Angebote für Shop-Betreiber

Vom Aufbau eines Web-Shops über die logistische Abwicklung und Lagerhaltung bis hin zum Kunden- und Debitoren-Management reichen die Fulfillment-Lösungen, die DHL für Versandhändler offeriert. Damit kann der Händler sehr flexibel auf die Nachfrage in seinem Shop reagieren und die von seinen Kunden erwartete Servicequalität sichern. Hinzu kommen spezielle Angebote für Powerseller wie der kostenlos herunterladbare DHL Versandhelfer: Mit Portorechner, Ausfüllhilfe, Online-Frankierung, Sendungsverfolgung, Postfinder und Adressbuch.

Amazon beschäftigt in Deutschland 9000 der weltweit mehr als 88.000 Mitarbeiter. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kämpft seit Monaten für einen Tarifvertrag bei dem US-Konzern und rief die Beschäftigten immer wieder zu Warnstreiks auf. Verdi fordert von Amazon eine Bezahlung, die dem Branchentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels entspricht. Das Amazon-Management lehnt eine solche Tarifbindung bisher ab. Das US-Unternehmen orientiert sich an der niedrigeren Bezahlung in der Logistikbranche.

Von

afp

Kommentare (8)

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Gerdi

30.09.2013, 14:46 Uhr

Wer menschenunwürdige Löhne zahlt mußDeutschland verlassen, Amazonen hat verstanden.

blubbber

30.09.2013, 16:57 Uhr

wer wie Verdi fordert, dass Mitarbeiter eines LOGISTIKzentrums EINZELHANDELslöhne bekommt, hat nen Knall. Wo hat ein Logistikzentrum was mit Einzelhandel zu tun?
Da braucht sich die Gewerkschaft nicht wundern, wenn Amazon sagt "leckt uns" . Ich kann da Amazon gut verstehen.

Account gelöscht!

01.10.2013, 11:26 Uhr

was ist ein menschenunwürdiger Lohn?
was machen wir dann mit den ganzen frisuerbetrieben ... alle raus???

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