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09.03.2014

19:57 Uhr

Neuer Berliner Flughafen

Mehdorn will BER bis 2015 fertigstellen

Der Bau des neuen Berliner Flughafens zieht sich seit Jahren hin. Nun verkündet Chef Hartmut Mehdorn: Im nächsten Jahr soll der Airport fertig sein. Und er fügt hinzu: In einer Diktatur wäre es wohl schneller gegangen.

BER-Chef Mehdorn: „Alle technischen Probleme sind gelöst.“ dpa

BER-Chef Mehdorn: „Alle technischen Probleme sind gelöst.“

BerlinDer Berliner Großflughafen BER wird bis Frühjahr 2015 fertig sein – davon zumindest ist Flughafenchef Hartmut Mehdorn überzeugt. Ziel sei es, das Bauende „noch in diesem Jahr, spätestens im nächsten Frühjahr zu erreichen", sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“. Dann könne der Flughafen getestet werden und in Betrieb gehen. Er werde den BER während seiner Amtszeit bis Februar 2016 „ans Netz bringen“.

Mehdorn sagte der Zeitung, dass alle technischen Probleme gelöst seien. Das gelte auch für die Brandschutzanlage, die 2012 die Eröffnung des BER verhindert hatte. Die ursprünglich geplante Anlage sei „sehr vereinfacht, zu klein ausgelegt“ gewesen. Bei Beginn der Planungen sei von 17 Millionen Passagieren ausgegangen worden. „Wenn wir den Flughafen aufmachen, wird er an die 30 Millionen Passagiere haben.“ Genehmigt worden sei der Flughafen für 45 Millionen Passagiere.

Deshalb müsse auch mit weiteren Bauarbeiten nach der Eröffnung gerechnet werden. Der Flughafen müsse schließlich laufend den steigenden Passagierzahlen angepasst werden, sagte Mehdorn der „Bild am Sonntag“.

Das Nachtflugverbot für den Großflughafen stellte der Manager grundsätzlich in Frage. „Ein Hauptstadt-Airport sollte nach meiner Überzeugung überhaupt keinerlei zeitlichen Einschränkungen unterliegen, 24 Stunden offen sein. So ist es auf der ganzen Welt.“ Eine Ausweitung des Nachtflugverbots am BER würde das komplette Großprojekt ad absurdum führen, sagte Mehdorn der Zeitung. Sollte sich das Land Brandenburg mit seiner Forderung durchsetzen, „hätte man diesen Flughafen gar nicht bauen müssen“.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will eine längere Nachtruhe - die beiden anderen Flughafen-Eigentümer, das Land Berlin und der Bund, nicht. Mehdorn versicherte, die Sorgen der Anwohner und deren Furcht vor Lärmbelästigung nehme er ernst. „Deswegen gibt es hier schon lange einen sorgsam austarierten und sehr anwohnerfreundlichen Kompromiss bei den Flugzeiten.“ Zugleich kritisierte der Flughafenchef die Anspruchshaltung vieler Deutscher: „Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und wollen stets pünktlich nach Mallorca kommen. Doch den Lärm sollen andere haben. Das geht nicht.“

Diktaturen bei Großprojekten im Vorteil

Deutschland sei beim Bau von Großprojekten gegenüber Diktaturen im Nachteil, fügte Mehdorn hinzu: In einer Diktatur wie China gehe alles ganz schnell, Budgets würden nicht demokratisch kontrolliert. „Bei uns sind die Spielregeln nicht mehr klar, weil das Baurecht von niemandem mehr überblickt wird.“

Der Flughafen BER sollte ursprünglich im Juni 2012 in Betrieb genommen werden. Bis heute ist nach mehrfachen Verschiebungen und Terminabsagen ungewiss, wann er in Betrieb gehen kann.

Kritik an den gestiegenen Kosten für den Flughafen nannte Mehdorn ungerechtfertigt. Seit den ersten Planungen habe sich die Zahl der Passagiere und die Zahl der Quadratmeter annähernd verdoppelt. „Wen überrascht es, dass dies auch für die Kosten gilt?“ Am Ende werde der BER im internationalen Vergleich ein preiswerter Airport sein, sagte Mehdorn. Er lehnte es jedoch ab, die Kosten zu beziffern.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bot Mehdorn bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg am Sonntag seine Hilfe bei der Bewältigung der Aufgaben am BER an. „Unter einer Prämisse: Für mich gibt es nur einen Euro“, sagte Schröder nach Angaben der „Zeit“.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 08:37 Uhr

Mehdorn ist und bleibt ein Blender und Selbstdarsteller!

Der Mann hat überall, wo er als Vorstand tätig war. versagt.

Bekannte Beispiele sind die Deutsche Bahn AG sowie insbesondere die Airberlin Fluggesellschaft, die nie aus den roten Zahlen heraus gekommen ist.

Es ist unglaublich wie besonders Politiker in Berlin-Brandenburg auf diesen Gaukler reinfallen.

So wie ich den HB-Artikel verstanden habe, möchte Herr Mehdorn die „Sache BER“ durch peitschen. Das wird ohne kompetente Mitarbeiter wie einen versierten Flughafen-Ingenieur nicht klappen.

Mehdorn fühlt sich wohl als „General Manager“. Aber man sollte bedenken, dass nicht jeder leitender Mitarbeiter, der aus fremden Branchen stammt, für diesen Job geeignet ist.

Wenn man sich die Reihe von Pleiten auf deutschen Großbaustellen ansieht, so muss man konstatieren, dass es mit der deutschen Ingenieurskunst nicht mehr weit her ist. Oder die wirklich guten Ingenieure haben längst das Weite gesucht und sind nun in Dubai, den USA, Brasilien und anderswo zu finden.

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