Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.08.2013

09:18 Uhr

Neuer Großinvestor

Tengelmann versilbert Zalando-Anteile

VonCarina Kontio

Der Berliner E-Commerce-Gigant Zalando holt den dänischen Bestseller-Chef Anders Holch Povlsen an Bord. Dafür zieht sich die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet indirekt zurück. Tengelmann macht's möglich.

Schritt für Schritt erfolgreicher: Der Online-Modehändler Zalando wächst rasant. dpa

Schritt für Schritt erfolgreicher: Der Online-Modehändler Zalando wächst rasant.

DüsseldorfDer Chef der Bestseller-Gruppe, Anders Holch Povlsen, zählt zu den reichsten Menschen in Dänemark. Man kann sein Unternehmen gut als das Inditex Skandinaviens bezeichnen. So verbergen sich hinter dem dänischen Modegiganten zahlreiche Marken wie Vero Moda, Only oder Jack & Jones. Der Umsatz des Geschäftsjahres 2011/2012 belief sich auf 2,446 Milliarden Euro.

Nun steigt Povlsen bei dem Berliner Online-Händler Zalando mit zehn Prozent ein. Dafür dürfte der Modezar einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag hingelegt haben. Schon im vergangenen Jahr war das 2008 gegründete Internet-Start-up mit 2,8 Milliarden Euro bewertet worden, seither dürfte sich der Firmenwert noch erhöht haben. 2012 hatte Zalando 1,15 Milliarden Euro umgesetzt, schrieb aber noch Verluste.

Gleichzeitig, das berichtet das Blog „Excitingcommerce“, steigt der Zalando-Gesellschafter Rocket Internet bei Zalando aus, indem er seine Anteile an dem Online-Händler an die eigenen Teilhaber Kinnevik, European Founders Found (EFF) und Access Industries überträgt. Alle Rocket Internet Gesellschafter wandeln ihre indirekten Anteile an Zalando also in direkte. Die Samwers, so heißt es in einer Pressemitteilung von Zalando, sind nun über den European Founders Fund bei Zalando mit 18 Prozent an Bord.

Was den Deutschen beim Online-Shopping wichtig ist

Zahlungsmethode

„Die von mir bevorzugte Zahlungsmöglichkeit aus­wählen zu können“ nennt mit 87 Prozent eine über­wältigende Mehrheit der Deutschen als wesentliche Anforderung beim Online-Einkauf. Die klassische Rechnung ist dabei nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel. Paypal und Lastschrift/Bankeinzug stehen ebenfalls hoch im Kurs.

Retouren

Unkomplizierte Rücksendemöglichkeiten fordern 80 Prozent der Befragten von ihren Online-Händlern.

Tempo

Besonders geduldig sind die Deutschen nicht, wenn es um ihre Online-Einkäufe geht. Eine schnelle Lieferung ist 80 Prozent der Befragten wichtig.

Lieferkosten

Am besten umsonst: 77 Prozent der Befragten fordern eine kostenlose Lieferung ihrer Ware.

Schnäppchenjäger

Auf das Gefühl, den besten Preis gefunden zu haben, legen 77 Prozent der deutschen Online-Shopper Wert.

Transparenz

75 Prozent der Befragten in Deutschland ist eine transparente Darstellung der Lieferbedingungen wichtig.

Informationen

Die Auswahl an Produkten im Online-Handel ist enorm. Über das gesamte Angebotsspektrum wollen sich 74 Prozent der Befragten gut informiert fühlen.

Produktpräsentation

Vor allem wer viel Geld dafür ausgibt möchte sich die Ware vorher ganz genau ansehen – und das nicht nur im Laden sondern auch online. Eine anschauliche Darstellung des Produkts ist 64 Prozent der Befragten wichtig.

Versandunternehmen

Dass das Versandunternehmen ihm bekannt ist bzw. dass er es vertrauenswürdig findet, erwarten 62 Prozent der deutschen Online-Einkäufer. Elf Prozent der Befragten machen den Einkauf sogar vom Versandunternehmen abhängig. Konkret möchten 30 Prozent der Online-Shopper in Deutschland von DHL beliefert werden, 13 Prozent nannten Hermes.

Nachverfolgung

Sie wollen ganz genau wissen wann ihre Ware wo ist, und wann sie sie endlich in den Händen halten können. 61 Prozent der Befragten wollen daher die Möglichkeit haben, ihre Sendung online nachzuverfolgen.

Flexibilität

Flexible Lieferung ist für 51 Prozent der Befragten wichtig. Wunsch-Lieferkonzepte stehen dabei hoch im Kurs. Jeder Fünfte möch­te wählen können, wo und wann sein Paket zugestellt wird – beispiels­weise bei einem Nachbarn, einer Packstation oder an einem bestimmten Wunschtag. Jeder Vierte der befragten Online-Shopper ist als Kunde bei einer DHL-Packstation registriert.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Größter Anteilseigner bleibt aber das schwedische Investmenthaus Kinnevik, dass durch diese Aktion nun 37 Prozent der Anteile von Zalando direkt hält. „Der Schritt unterstreicht ein weiteres Mal die langfristige Ausrichtung unserer Partnerschaft. Wir begrüßen mit Access Industries zudem einen neuen Gesellschafter und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, kommentiert Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter. „Wir freuen uns über diese Entwicklung, die es Kinnevik als größtem Gesellschafter erlaubt, Zalando noch besser beim erfolgreichen Unternehmensaufbau zu unterstützen“, so Mia Brunell Livfors, Vorstandsvorsitzende von Kinnevik.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Treuloser

13.08.2013, 14:23 Uhr

Künstlich erzeugter Umsatz mit treulosen Käufern! Weg mit der Internetblase! Wer ist noch so bildungsfern so etwas zu kaufen?

Account gelöscht!

13.08.2013, 14:27 Uhr

Was hat der Bedarf an Schuhen und Bekleidung, den nun mal jeder Mensch hat, mit "Bildungsferne" zu tun?

Christine

13.08.2013, 15:13 Uhr

Was kann das Zalando Management außer: Verluste produzieren, Niedriglohn-Mitarbeiter generieren, Margen deformieren, ...

Auf Dauer, davon geh ich fest aus, wird der Löffel der Samwers nebst ihren Investoren nicht lang genug um sich am Markt zu etablieren und da zu bleiben.

Und; Das neue Marketingsprüchlein für Zalando:

Ich bin dann mal weg!


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×