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12.02.2014

16:05 Uhr

Neuer Hauptstadtflughafen

BER-Chef Mehdorn feuert Chefplanerin

Regina Töpfer sollte den neuen Hauptstadtflughafen zu Ende bauen. Die Projektleiterin hat aber offenbar nicht mal die Probezeit überstanden. BER-Chef Hartmut Mehdorn soll die Reißleine gezogen haben.

Hartmut Mehdorn im Brandenburger Landtag: Der Flughafen-Chef muss sich offenbar einen neuen Chefplaner suchen. dpa

Hartmut Mehdorn im Brandenburger Landtag: Der Flughafen-Chef muss sich offenbar einen neuen Chefplaner suchen.

BerlinNeuer Ärger um den Hauptstadtflughafen BER: Geschäftsführer Hartmut Mehdorn hat nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ seine Chefplanerin Regina Töpfer entlassen. Die 46 Jahre alte Bauingenieurin sollte als Projektleiterin den BER zu Ende bauen, habe aber offenbar die hohen Erwartungen der Geschäftsführung nicht erfüllen können, schreibt das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise.

Töpfers Vertrag sei daher nicht über die Probezeit hinaus verlängert worden, die in diesem Monat endet. Sie soll ihren Posten schon geräumt haben. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest. Flughafensprecher Ralf Kunkel wollte sich gegenüber der FAZ nicht zu „Interna“ äußern.

Für den mühsamen Bau des Flughafens ist Töpfers Scheitern ein neues Hemmnis. Sie hatte die Aufgabe erst im Herbst übernommen, nachdem das Zerwürfnis zwischen Mehdorn und dem damaligen technischen Geschäftsführer Horst Amann nicht mehr zu heilen war.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Nach dem Rauswurf befürchten die Berliner Grünen eine weitere Verteuerung des Großprojekts. „Wieder nichts als Querelen am BER“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, Handelsblatt Online. „Es droht der Stillstand auf der Baustelle und eine weitere Kostenexplosion.“

Aus Sicht des Grünen-Landesvorsitzenden Daniel Wesener offenbart die Entlassung Töpfers ein „desolates Bild der Lage“. Flughafenchef Hartmut Mehdorn und der Aufsichtsrat hätten „ein weiteres Bauernopfer ausgemacht, das davon ablenken soll, dass sich am BER seit Monaten so gut wie gar nichts bewegt“, sagte Wesener Handelsblatt Online. Das Bau- und Finanzierungschaos werde jetzt durch ein Personalchaos komplettiert, denn auch für Töpfer sei keine Nachfolge in Sicht. „Der Termin für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens rückt damit in immer weitere Ferne“, sagte Wesener.

Kommentare (17)

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Heinz

12.02.2014, 08:52 Uhr

Dann ist der Tag ja nicht mehr fern, andem dieser Mann vor dem Spiegel steht und sich selbst feuert.
Würde dem Projekt gut tun.

sogehts

12.02.2014, 09:12 Uhr

vermutlich hat diese dame zu wenig geld ausgegeben. dann macht frau sich in gewissen kreisen unbeliebt.

Marc

12.02.2014, 09:37 Uhr

Ach in BER wird auch geplant? Macht nichts, sind ja nur Steuergelder und geht nicht ans Portmonee der "Planer".

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