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29.03.2011

13:49 Uhr

Neuer Investor

Rätselraten um Teldafax-Investor

VonSönke Iwersen

Der Troisdorfer Stromdiscounter Teldafax pfeift aus dem letzten Loch. Fast täglich schaltet ein Netzbetreiber das Unternehmen ab, weil es nicht zahlt. Nun taucht plötzlich ein Investor auf, für den Geld keine Rolle zu spielen scheint.

Der Unternehmenssitz von TelDaFax in Troisdorf bei Bonn. Quelle: dpa

Der Unternehmenssitz von TelDaFax in Troisdorf bei Bonn.

Düsseldorf Der Billigstromanbieter Teldafax kommt komplett in die Hände ausländischer Investoren. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der zyprische Fonds Prime Mark 51 Prozent der Anteile übernommen. Die anderen 49 Prozent liegen seit kurzem beim auf den Jersey Islands ansässigen Fonds Sigma Capital. Beide Fonds werden vom Briten Richard Reinert geführt. Laut Teldafax haben die neuen Investoren bereits einen zweistelligen Millionenbetrag in das Unternehmen gesteckt.

Unklar ist, warum sie dies tun. Teldafax arbeitet hochdefizitär, wird seit Monaten von Kundenbeschwerden überflutet und ist Ziel staatsanwaltlicher Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. Reinert sagte, Teldafax habe das Potenzial, mittelfristig in die Gewinnzone zu gelangen. Üblicherweise haben Investoren weit höhere Ansprüche.

Geradezu ein Husarenstück ist der Teldafax-Deal dagegen für den Verkäufer. Der Fondsanbieter Debi Select, der erst vor zwei Wochen bei Teldafax eingestiegen war, erhält nach Informationen des Handelsblattes von Prime Mark 60 Millionen Euro für seine Teldafax-Anteile. Debi-Geschäftsführer Josef Geltinger hat damit den Zusammenbruch des Fonds abgewendet.

Debi Select war nach eigenen Angaben an seine Teldafax-Anteile gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Das Geld, das man seit 2006 bei Kleinanlegern einsammelte, vertraute man Michael Josten an, der als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater für den Fonds arbeitete. Josten war aber zugleich Aufsichtsrat von Teldafax und leitete laut Debi Select das Geld über Mittelsmänner hierin um. Jedenfalls war Debi Select plötzlich Besitzer von Schuldverschreibungen an Teldafax in Höhe von 65 bis 70 Millionen Euro.

Kommentare (8)

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Auchmalehrlichsein

29.03.2011, 15:09 Uhr

Wie ist es zu verstehen, dass Sie als Zeitung einen Sanierungsplan so dermaßen in den Dreck ziehen? Wenn wir in Deutschland jede Rettung so negativ bewerten, müssen wir uns nicht wundern, wenn die benötigten Investitionen woanders hinfließen. Ein solcher Geniestreich sollte auch mal anerkannt werden. Das kann das Handelsblatt im Fall TelDaFax aber wohl nicht. Sie haben sich da eingeschossen. Vielleicht aus eigener Initiative ?? Fakt bleibt, dass Sie im Fall nicht objektiv berichten (können).

Tage_Haeddenskjoeld

29.03.2011, 16:00 Uhr

Das sieht mehr nach einem Taschenspieler-Trick der Fondsgesellschaften nach dem Josten-Verfahren aus. Linke Tasche raus, rechte Tasche rein. Hauptsache die Gläubiger sind mal wieder eine Weile ruhig. Das scheinen sie aber nicht zu sein, da Teldafax munter weiter abgeschaltet wird.

fraenkie

29.03.2011, 17:03 Uhr

Sehr geheimnisvoller Investor. Man gebe bei Google "Prime Mark Financial Group" ein, bitte die Anführungszeichen beachten, da Google dann explizit nach diesem Begriff sucht. Das Ergebnis ist verblüffend. Man erhält eine Vielzahl ein Treffern, aber ausschließlich Pressemitteilungen die sich auf Teldafax beziehen. Nicht ein einziger Treffer zu der Fondsgesellschaft selber. So etwas gibt es nicht, dass diese nicht eine einzige Spur im Web hinterlässt. Ich denke, wie schon der Vorposter, dass es sich hier um ein Trickserei handelt.

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