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05.02.2014

17:16 Uhr

Neuer Reiseanbieter

Tourismus-Pionier Öger ist zurück

VonPatrick Schwarz

Nach drei Jahren Pause feiert Vural Öger mit „V.Ö. Travel“ sein Comeback als Reiseanbieter. Die harte Konkurrenz schreckt den Gründer von Öger Tours nicht ab – schließlich kann er auf Starthilfe zählen.

Vural Öger will es mit 72 Jahren nochmal wissen: Er startet eine neue Touristik-Firma. Imago

Vural Öger will es mit 72 Jahren nochmal wissen: Er startet eine neue Touristik-Firma.

DüsseldorfEs sah wie der endgültige Abschied von Vural Öger als Reiseanbieter aus, als er vor gut drei Jahren sein Unternehmen Öger Tours verkaufte. 30 Millionen Euro hat ihm der Tourismuskonzern Thomas Cook damals überwiesen – mehr als genug für einen angenehmen Ruhestand des heute 72-Jährigen. Doch Skifahren in den Alpen und Segeln in der Karibik reichten dem Gründer nicht. Ab April kann man bei seiner neuen Firma „V. Ö. Travel“ wieder Reisen in die Türkei buchen. Und nicht nur das: noch in diesem Jahr wird auf Vox die Show „Die Höhle der Löwen“ anlaufen, bei der Jung-Unternehmer bei Öger und vier anderen Investoren für ihre Ideen werben. „Ich brauche diese Aufregung einfach, ich fühle mich frisch genug dafür“, sagt der Deutsch-Türke.

Vural Öger gilt als der Pionier des Türkei-Tourismus. 1969 bot er als erster mit der Fluggesellschaft Öger Türk Tur Direktflüge von Hamburg in die Türkei an, damals noch als Flugdienst für Gastarbeiter. Später gründete er Öger Tours und etablierte sich als führender deutscher Anbieter von Pauschalreisen in sein Geburtsland. Im Jahr vor der Übernahme durch Thomas Cook machte Öger Tours 256 Millionen Euro Umsatz, aber auch einen Verlust von 7,3 Millionen Euro.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Ganz freiwillig war die Pause von Vural Öger nicht. Eine Klausel in dem Verkaufsvertrag von Öger Tours verpflichtete ihn, drei Jahre lang nicht in der Tourismusbranche tätig zu werden. Pünktlich zum Ende der Sperrfrist ist er nun zurück und hat sich große Ziele gesteckt: Im laufenden Jahr will er zusammen mit seinen 16 Mitarbeitern bei V.Ö. Travel 100.000 Reisen vermitteln und bis zu 10.000 Reisebüros als Vertriebspartner gewinnen. „Wir wollen uns als mittelständischer Veranstalter etablieren“, erklärt der Firmenchef gegenüber Handelsblatt Online.

Damit grenzt er sich klar von den Riesenkonzernen ab, die hauptsächlich über den Preis miteinander konkurrieren. Zuletzt musste sich der Reiseanbieter GTI dem brutalen Wettbewerb beugen und Insolvenz anmelden. Öger will dagegen ein Unternehmen aufbauen, bei dem „die Kunden noch den Inhaber kennen“ und „Qualität im Vordergrund steht.“

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