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15.04.2015

16:59 Uhr

Neues Abfertigungsgebäude

Fraport gibt Startschuss für umstrittenes Terminal 3

Ende des Jahres sollen die ersten Bagger rollen: Deutschlands größter Flughafen bekommt ein weiteres Abfertigungsgebäude. Die Entscheidung für das Milliardenprojekt ist gefallen, der Streit darüber dürfte weitergehen.

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Frankfurter Flughafen. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. dpa

Umstrittenes Projekt

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Frankfurter Flughafen. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen.

FrankfurtDer Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport beginnt noch in diesem Jahr mit dem Bau des umstrittenen Terminals 3. Das kündigte Vorstandschef Stefan Schulte am Mittwoch an. Das neue Abfertigungsgebäudes soll trotz politischen Gegenwinds und Bedenken von Bürgerinitiativen im Süden des Airports entstehen. Die ersten Erdaushubarbeiten sollen Ende des Jahres losgehen.

„Mit einem Investitionsvolumen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro ist der Bau des Terminals 3 eines der großen Infrastrukturprojekte in Deutschland“, sagte Schulte. Das neue Gebäude soll im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden. Der Flughafenbetreiber begründet den geplanten Bau mit Kapazitätsengpässen an den bestehenden Abfertigungsgebäuden und der erwarteten Zunahme des Luftverkehrs. „Um der prognostizierten Verkehrsentwicklung Rechnung zu tragen, ist es nunmehr erforderlich, in diesem Jahr mit dem Bau des dritten Terminals zu beginnen“, sagte Schulte.

Das Baurecht für ein drittes Terminal an Deutschlands größtem Flughafen liegt bereits vor. Die Vorfeldflächen mit der Versorgungsinfrastruktur sind laut Fraport schon zum Großteil fertiggestellt.

Um die Ausbaupläne gibt es seit langem Streit. Die Luftfahrtbranche fordert einhellig den Bau des neuen Abfertigungsgebäudes. Kritiker befürchten dagegen, dass größere Kapazitäten des Airports zu mehr Verkehr und damit zu mehr Lärm führen. Außerdem bezweifeln sie die Notwendigkeit eines weiteren Terminals.

An welchen Flughäfen Fraport beteiligt ist

Bulgarien

Airports Burgas und Varna: Fraport hält 60 Prozent an der deutsch-bulgarischen Gesellschaft Fraport Twin Star Airport Management. Die Verträge haben eine Laufzeit von 35 Jahren.

China

Xi'an Xianyang International Airport: Fraport hält 24,5 Prozent. Der Konzern ist der erste ausländische Flughafenbetreiber, der sich an einem nicht börsennotierten Flughafen in China engagiert.

Deutschland

Flughafen Hannover-Langenhagen: Fraport hält seit 2001 an dem Airport 30 Prozent der Anteile, die anderen 70 Prozent teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen.

Griechenland

14 Regionalflughäfen: Es galt bereits als ausgemacht, dass Fraport den Betrieb von 14 Regionalflughäfen übernimmt. Die neue griechische Regierung stellte das Vorhaben zunächst infrage, im Dezember 2015 wurden dann aber die Verträge für das 1,23-Milliarden-Euro-Investment unterschrieben

Indien

Delhi International Airport: Fraport ist seit 2006 für 30 Jahre mit zehn Prozent an dem Betrieb des Flughafens in der indischen Hauptstadt beteiligt.

Peru

Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, Lima: Fraport hält 70 Prozent der Anteile und ist langfristig im Rahmen eines Konzessionsvertrags engagiert.

Russland

Pulkovo Airport St. Petersburg: Fraport ist an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt. Der Anteil beträgt 35,5 Prozent.

Senegal

Aéroport Blaise Diagne, Dakar, im Bau: Die Fraport-Beteiligung Daport betreibt den Flughafen nach Fertigstellung für 22 Jahre.

Slowenien

Aerodrom Ljubljana: Fraport hält 97,99 Prozent an dem Flughafen in Slowenien.

Türkei

Antalya Airport: Im Rahmen des Joint Ventures ICF Airports betreibt Fraport mit der türkischen IC Holding den Flughafen von Antalya. Fraport hält mit 51 Prozent die Mehrheit.

Fraport-Gutachten vom September 2014 erwarten bis zum Jahr 2021 einen Anstieg auf 68 bis 73 Millionen Passagiere jährlich. Die Auslastungsgrenze der zwei bestehenden Terminals von 64 Millionen Passagieren werde schon vorher deutlich überschritten, sagte Schult. Das neue Gebäude soll jährlich von etwa 14 Millionen Fluggästen genutzt werden.

Von

dpa

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