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04.08.2015

15:46 Uhr

Neues Brandt-Kind

Bloß kein Kevin!

VonCatrin Bialek

Brandt sucht ein neues Werbekind für seine Zwieback-Packungen – zumindest auf Zeit. Doch solch ein Gesichtswechsel kann für eine Marke gefährlich werden. Gerade die treuesten Kunden verzeihen den Austausch selten.

In der 102-jährigen Firmengeschichte gab es erst vier unterschiedliche Kinder auf der Zwieback-Packung. Imago

Brandt-Kinder

In der 102-jährigen Firmengeschichte gab es erst vier unterschiedliche Kinder auf der Zwieback-Packung.

DüsseldorfEs dauerte keine zwei Tage, bis die ersten Bewerbungen kamen. Nachdem der Hagener Zwieback-Hersteller Brandt am Wochenende verkündet hatte, er suche im Herbst über eine Casting-Aktion ein neues Brandt-Kind, ergriffen erste Eltern die Initiative und meldeten ihre Sprösslinge an. Seit 1983 lacht der flachsblonde, blauäugige Junge von der orangenen Zwieback-Packung – inzwischen ist er Mitte 30 und soll nun markentechnisch in Rente gehen.

Das neue Kindergesicht wäre seit 1929 erst das fünfte in Folge. Kontinuität ist Pflicht. Deshalb: „Wir wollen das Brandt-Gesicht erstmal nur temporär austauschen“, sagt Brandt-Marketingleiter Andreas Loch gegenüber dem Handelsblatt. In einer Aktionsauflage würden die Konterfeie von sieben in Internet gewählten Kindern zu sehen sein. Patin der Casting-Aktion ist die Hagener Sängerin Nena, ein Casting-Profi. Das Unternehmen halte es sich offen, ob aus der Werbeaktion, die über zwei Jahre laufen soll, ein gänzlich neues Markengesicht entstünde, sagt Loch weiter.

In der über 100-jährigen Firmengeschichte von Brandt gab es bisher erst vier Kinder, die die Packungen zierten. Die ersten waren noch gezeichnet. Die Traditionsfirma, die neben Zwieback auch Knäckebrot und Schokoladen-Produkte herstellt, setzte 2014 rund 180 Millionen Euro um. Den Werbeaufwand liegt bei jährlich etwa fünf Millionen Euro. Das Familienunternehmen will das Logo nur dann tauschen, wenn es sich der breiten Kundenunterstützung sicher ist. Ein behutsames Vorgehen, das nicht jedes Unternehmen beherzigt.

Deutschlands größte Süßwaren-Hersteller

Intersnack Gruppe

Marken: Chio, Funny Frisch, Ültje

Jahresumsatz 2014: 620 Millionen Euro (geschätzt)

Quelle: Statista

Haribo

680 Millionen Euro (geschätzt)

Mars (inkl. Wrigley)

Marken: Mars, Snickers, Balisto, M&Ms, Wrigley

750 Millionen Euro (geschätzt)

Storck

Marken: Merci, Knoppers, nimm2, Toffifee, Werther's Original

Jahresumsatz 2014: 830 Millionen Euro (geschätzt)

Ferrero

Marken: Nutella, Mon Cheri, Duplo, Hanuta, Kinder-Schokolade

Jahresumsatz 2014: 1,94 Milliarden Euro

So erlebte der Süßwarenhersteller Ferrero 2005 einen regelrechten Proteststurm, als er auf der Verpackung der Kinder Schokolade das Jungengesicht veränderte: Aus dem braungelockten, sanften „Günther“ wurde der freche, gelfrisierte „Kevin“. Der Protest gipfelte in einer Petition auf der Internetseite „Weg mit Kevin“, an der 80.000 Menschen teilgenommen haben sollen. Doch der Widerstand nutzte nichts – Ferrero ließ sich nicht beirren.

Kommentare (3)

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Herr Joachim Buch

04.08.2015, 17:15 Uhr

Den größten Mist hat vor kurzem ORANGINA gebaut. Man vergleiche nur mal das alte, frische Design, mit dem neuen absolut faden Label.

Account gelöscht!

04.08.2015, 17:50 Uhr

Angesichts der gewandelten Zeiten und leider auch weitgehend egalisierten Menschen im Lande wäre KEVIN jedenfalls eher zu erwarten als Maximilian.

Herr aus NRW

05.08.2015, 11:30 Uhr

Ist Fatima Roth im Urlaub? Gab noch keine Forderung nach Mohammed, Aisha etc. Oder einen Vorschlag für ein Transgender Gesicht von Volker Beck.

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