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17.10.2013

16:18 Uhr

Neues Einkaufszentrum in Düsseldorf

Alle Kö-Klischees sind vertreten

VonAlexander Möthe

In Düsseldorf eröffnet das Nobel-Einkaufszentrum Kö-Bogen, getragen vom Nobel-Kaufhaus Breuninger. Beide profitieren von der alten Weisheit, dass Luxus immer geht. Düsseldorf inszeniert sich dafür als Anti-Berlin.

Neues Kaufhaus eröffnet

Breuninger strahlt im Düsseldorfer Kö-Bogen

Neues Kaufhaus eröffnet: Breuninger strahlt im Düsseldorfer Kö-Bogen

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DüsseldorfDie offizielle Eröffnung des Einkaufscentrums „Kö-Bogen“ in Düsseldorf ist eigentlich eine Teil-Eröffnung. Zunächst öffnet nur ein Teil des neuen Luxusbaus am nördlichen Ende der namensgebenden Königsallee die Pforten. Den Anfang macht die Filiale des Hauptmieters. Das Edel-Warenhaus Breuninger sperrt am Mittwochmorgen die Türen auf, mehrere hundert Neugierige drängeln sich vor dem Haupteingang zwischen Straßenbahnhaltestelle und Türe, die warmen Worte von Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) sowie die mutmaßliche Zerteilung des roten Bandes gehen in der Menge unter.

Die Menschentraube schiebt sich unter dem Applaus der Angestellten gemächlich in das fünfstöckige Designergebäude, wo eine Armada aus perfekt gestylten Verkäuferinnen und Verkäufern lächelt. Das aufregendste Ereignis ist, als sich Elbers im Untergeschoss auf dem Rundgang mit Breuninger-Chef Willy Oergel mit dem Jackett in einem Schuhregal verfängt und es beinahe abräumt.

Die eigentliche Sause stieg am Abend zuvor. Gemeinsam baten die Stadt Düsseldorf, Breuninger und die Betreibergesellschaft des Kö-Bogen auf den nach eigenen Angaben längsten Roten Teppich der Welt. Es kamen Prominente wie die Schauspielerinnen Brooke Shields und Katja Flint, Moderatorin Sonya Kraus und Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder. Star des Abends war der Architekt: Daniel Libeskind, nach dessen Entwürfen der Kö-Bogen gebaut wurde.

Ein Bauprojekt und eine Präsentation, die exemplarisch für das Düsseldorf der jüngeren Vergangenheit stehen: Die Stadt investiert in ihr Image – denn davon lebt sie mittlerweile. Dass sich Breuninger in das umkämpfte Haifischbecken Königsallee wirft, beweist, dass das Prinzip Luxus im Handel konkurrenzlose Attraktivität vermittelt.

Luxus geht immer. Es ist eine alte Weisheit und eine treffende Wahrheit. Das Prinzip dahinter ist nicht sonderlich kompliziert: Wer viel Geld hat, gibt auch viel Geld aus. Das liegt nicht nur daran, dass sich mit steigendem Einkommen die Relation zum Geld verändert. Luxusartikel sind immer Statussymbol, Markenimage, Exklusivität und Material- wie Verarbeitungsqualität sind darin eingepreist. Immer, das heißt auch in Krisenzeiten. Einzig auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise machten sich bei Konzernen wie LVMH oder Prada Umsatzdellen bemerkbar. Im zweiten Quartal 2013 waren zumindest die börsennotierten Unternehmen wieder beinahe geschlossen auf Wachstumskurs.

Kommentare (3)

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spr

17.10.2013, 19:06 Uhr

Luxus? Mit Breuningers Sortiment der "starken Mitte"? Da gibt es doch das gleiche wie bei P&C gegenüber. Bewirtet von mit Expresso von Poccino (Stiftung Warentest: befriedigend) und einem Franchise der Sansibar, jener süddeutschen Enklave, die labskausgequälten Hamburgern auf Sylt unprotestantische Lebenart suggeriert. Aufwachen, Handelsblatt.

Amadei

18.10.2013, 00:05 Uhr

Ich finde das neue Zentrum (KÖ-Bogen) total überflüssig in Düsseldorf.

Alles, was bereits auf der Königsalle zu finden ist, wurde einfach bei Breuninger zusammengepackt.

Natürlich lassen sich Konsumprodukte viel einfacher und übersichtlicher finden, aber ist es denn so viel wert??

Wieso Kö-Bogen?



bruno

18.10.2013, 14:22 Uhr

Schikies lassen grüssen

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