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02.08.2012

16:18 Uhr

Neustart im Netz

Serviette.de übernimmt Hertie

Zwei Internet-Investoren haben die Kaufhausmarke Hertie aus der Insolvenzmasse gekauft. Das Duo will die Marke jetzt als Online-Shop wiederbeleben. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich. Die Marke gilt als „verstaubt“.

Die Marke Hertie kommt zurück - als Online-Shop. ap

Die Marke Hertie kommt zurück - als Online-Shop.

OsnabrückDie Kaufhausmarke Hertie soll als Online-Shop zurück auf den Markt. Mit Nils und Jan Klöker haben zwei Unternehmer aus dem niedersächsischen Osnabrück die Namensrechte an dem 2008 in die Insolvenz gegangenen Unternehmen gekauft. „Das kann ich bestätigen“, sagte Nils Klöker am Donnerstag zu einem entsprechenden Bericht der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“.

Der Hertie-Neustart soll zwischen Ende 2012 und Mitte 2013 erfolgen. Vorbild für das neue Online-Kaufhaus sind Amazon und Otto. Zielgruppe sollen Familien sein. Ein detailliertes Konzept gibt es noch nicht, wohl aber bereits einen Slogan: Mit „Hertie - Viel Spaß beim Einkaufen“ sollen künftig Kunden auf die Shop-Seiten gelockt werden. Schon jetzt kann man sich dort für einen E-Mail-Newsletter registrieren.

Zu Details wollte er sich aber noch nicht äußern, auch nicht zum Kaufpreis für die Markenrechte. Auch ein Sprecher von Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr machte keine Angaben zum Preis. „Die Marke war noch aus der Insolvenzmasse zu haben“, sagte er nur. Dem Bericht zufolge gab es mehrere Kaufinteressenten. Im Sommer 2008 stellte Hertie mit mehr als 4000 Beschäftigten Insolvenzantrag.

Die Drogeriekette Schlecker gibt es nicht mehr, die Discountermarke Plus ist nach der Übernahme durch Edeka aus den Städten verschwunden, der Versandhändler Quelle ging in die Insolvenz. Die Online-Ableger dieser Marken existierten aber noch und seien erfolgreich, sagt der Trendforscher Marco Atzberger vom Handelsinstitut EHI in Köln.

Jan (l.) und Nils Klöker beleben Hertie wieder. PR

Jan (l.) und Nils Klöker beleben Hertie wieder.

Unternehmer hätten im Augenblick wohl mehr Fantasie, eine Marke im Internet wiederzubeleben als im stationären Einzelhandel, konstatiert Atzberger. Allerdings sei das Hertie-Vorhaben kein Selbstläufer. „Das Image von Hertie ist freundlich, aber auch ein bisschen verstaubt.“ Entscheidend sei letztlich das Konzept, mit dem die Unternehmer punkten wollen.

Jan und Nils Klöker führen die HDK AG in Osnabrück. Das Unternehmen betreibt eigenen Angaben zufolge mehr als 20 Online-Shops mit 40 Mitarbeitern in verschiedenen Sortimentsbereichen. Unter anderem gehören Telefon.de, das Teppichkaufhaus Tepgo.de und der Tischdeko-Shop Serviette.de zu HDK.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo: Die Hamburger erzielten 2010 einen Umsatz von 945 Millionen Euro und landen damit in der Liste der Top 10 Textilhändler in Deutschland, die jährlich von der Fachzeitschrift Textil Wirtschaft veröffentlicht wird, auf Rang 10.

Rang 9

Aldi-Gruppe: Aldi Nord und Aldi Süd erzielten 2010 zusammengerechnet einen Umsatz von 1,03 Milliarden Euro. Damit zählt der große Player des Lebensmitteleinzelhandels auch im Bereich der Textilwirtschaft zu einem der größten Händler und belegt den neunten Platz.

Rang 8

Lidl: Auch die Neckarsulmer, kein Leichtgewicht im Lebensmitteleinzelhandel, sind vertreten. Mit einem Jahresumsatz (2010) von rund 1,05 Milliarden Euro rangieren sie auf Platz 8.

Rang 7

Tengelmann: Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2010 einen Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Damit landet das Familienunternehmen Tengelmann auf Platz 7.

Rang 6

Peek & Cloppenburg: Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz (2010) von 1,33 Milliarden Euro Platz 6.

Rang 5

Karstadt: 1,97 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2010 - das verhilft dem Essener Konzern ins Mittelfeld auf Platz 5.

Platz 4

Metro: Die Düsseldorfer Metro-Group belegt den vierten Platz. Jahresumsatz in 2010 2,42 Milliarden Euro.

Platz 3

C&A: Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von über 3 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland.

Platz 2

H&M: Der zweitgrößte Textil-Player in Deutschland ist die Hamburger Modekette H&M mit einem Jahresumsatz von 3,2 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto: Der größte Textileinzelhändler in Deutschland ist die Hamburger Otto Group mit einem Jahresumsatz (2010) von 4,16 Milliarden Euro.

Von

dpa

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