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27.06.2014

07:26 Uhr

Nike attackiert Adidas

Die Aufholjagd der Amerikaner

VonAxel Postinett

Das US-Fußballteam mag verloren haben, aber der Sportausrüster Nike hat gewonnen. Die steigende Nachfrage nach Fanartikeln vor der Fifa-WM rettet das Ergebnis im ersten Quartal - und es soll noch besser werden.

Nike gegen Adidas

Die Materialschlacht der Ausstatter

Nike gegen Adidas: Die Materialschlacht der Ausstatter

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BeavertonAm Ende waren alle zufrieden. Trotz der knappen 1:0-Niederlage des US-Teams gegen die deutsche Nationalmannschaft ziehen beide Teams ins Achtelfinale der Fußball-WM in Brasilien ein. Das dürfte vor allem die Ausrüster aufatmen lassen, sowohl Adidas (Deutschland) als auch Nike (USA) haben nun ein Team mehr in der Runde der letzten 16. Während die Deutschen auf dem Platz die Nase leicht vorne haben, sieht es im Duell der Ausrüster nach einer Aufholjagd der Amerikaner aus.

Denn das gestiegene Interesse am Fußball spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen von Nike wider. Die massiven Investitionen in Marketing und Produkte vor der Fußball-WM in Brasilien scheinen sich ausgezahlt zu haben. Eine spürbar gestiegene Nachfrage in den USA und Europa sorgte für einen kräftiges Umsatzplus und einen Anstieg des Nettogewinns im vierten Quartal des Geschäftsjahres um ein Prozent auf 698 Millionen Dollar in den Monaten März bis Mai. „Wir sind in den zehn wichtigsten europäischen Städten die Nummer eins“, betont Markenchef Trevor Edwards bei der Vorstellung der Zahlen.

Ein kleiner Seitenhieb auf den Dauerrivalen Adidas. Denn der deutsche Konkurrent hatte bereits am Dienstag Zahlen vorgelegt. Die beiden Firmen machen den Löwenanteil des sportlichen Geschäfts mit der WM alleine unter sich aus. Für beide ist der WM der Schlüssel, um die Umsätze massiv zu steigern. „Wir werden unser anvisiertes Ziel von zwei Milliarden Euro Umsatz im Fußball-Bereich dieses Jahr erreichen“, gibt sich Vorstandschef Herbert Hainer zufrieden mit dem Verlauf in Brasilien. 14 Millionen offizielle WM-Fußbälle sind verkauft, das Stück zu weit über 100 Euro. Über acht Millionen Trikots des deutschen Teams will Hainer absetzen, „signifikant mehr“ als in 2010.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Beim Fußball verweist Adidas den US-Konkurrenten damit zwar immer noch auf den zweiten Platz - doch der Vorsprung schrumpft. Auch wenn Nike im Fußballbereich derzeit rund zwei Milliarden Dollar weniger Umsatz macht als die Herzogenauracher: Nach Berechnungen von Euromonitor kommt Nike in Westeuropa bereits auf einen Marktanteil von 12 Prozent und liegt damit nur noch hauchdünn hinter Adidas mit 12,6 Prozent.

Denn Nike setzte insgesamt mit 7,4 Milliarden Dollar fast zwölf Prozent mehr um als Adidas. Der US-Hersteller dominiert in zahlreichen Sportarten - von Basketball bis zum American Football. Und was die WM angeht, will Nike nun einen weiteren Sieg verbuchen: „Es tragen mehr Spieler Nike-Schuhe als die von allen anderen Marken zusammen“, so Edwards. Außer die deutschen Hersteller Adidas und Puma gibt es in diesem Bereich kaum Konkurrenten.

Doch der Erfolg hat seinen Preis. Die Aufwendungen für Marketing stiegen im Quartal um 36 Prozent. Begründet wird das praktisch ausschließlich mit der Fußball-WM.

Die Aktie stieg nachbörslich deutlich an, nicht zuletzt, weil die „unglaubliche Energie“ rund um die WM laut Nike dafür sorgen werde, dass auch das laufende Quartal, das erste des laufenden Geschäftsjahres, ein „deutliches zweistelliges“ Wachstum in Prozent ergeben werde. Die Bestellungen für Sportschuhe und Bekleidung für den Zeitraum Juni bis November liege bereits zwölf Prozent über Vorjahr.

Und überlebt das US-Team unter Jürgen Klinsmann auch noch die Runde der letzten 16, dann gibt es kein Halten mehr in den sportbegeisterten USA.

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