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02.08.2012

08:38 Uhr

Nike-Rivale

Fußball-EM und China geben Adidas Wachstumsschub

Europas größter Sportausrüster freut sich über ein prächtiges zweites Quartal. Umsatz und Gewinn legen zu, für das Gesamtjahr rechnet Adidas unterm Strich mit einem Rekordniveau. Nur die Tochter Reebok macht Probleme.

Europas größter Sportausrüster Adidas profitiert von der Fußball-EM. dpa

Europas größter Sportausrüster Adidas profitiert von der Fußball-EM.

MünchenDie Fußball-Europameisterschaft sowie hohe Wachstumsraten in China und Osteuropa haben Adidas ein starkes zweites Quartal beschert. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro, der Nettogewinn stieg sogar um 18 Prozent auf 165 Millionen, teilte der nach Nike zweitgrößte Sportartikel-Hersteller am Donnerstag in Herzogenaurach mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 3,49 Milliarden Euro und einem Überschuss von 159 Millionen gerechnet. Die Titel stiegen im frühen Handel von Lang & Schwarz um knapp zwei Prozent.

Das sind die Stärken und Schwächen von Adidas

Adidas freut sich über ein Mega-Sportjahr

2012 ist für Adidas ein großes Sportjahr: Die Fußball-Europameisterschaft, die Olympischen Spiele in London und das Finale der Champions League in München beim Heim-und-Hof-Verein FC Bayern. Kein Wunder, dass die Zahlen da stimmen. Gäbe es da nicht diese Schattenseiten ... Ein Blick auf die Stärken und Schwächen.

Stärke: Null Euro Schulden

Die US-Tochter Reebok mag Adidas-Chef Herbert Hainer noch immer große Sorgen machen, denn das Geschäft läuft alles andere als rund. Zumindest finanziell haben die Franken die Übernahme aber inzwischen abgehakt. Nach dem Zukauf des drittgrößten Sportkonzerns Ende 2005 für gut drei Milliarden Euro waren die Nettofinanzschulden von Adidas auf mehr als 2,2 Milliarden Euro gestiegen. Ende 2011 hatte der Konzern nun erstmals wieder mehr Geld in der Kasse als er Verbindlichkeiten aufweist.

Stärke: Spielraum für neue Übernahmen

Diese positive Entwicklung wird sich fortsetzen, schließlich produziert das Unternehmen einen hohen Cash-Flow von zuletzt fast 800 Millionen Euro. Das schafft Spielräume für neue Investitionen, aber auch für weitere Akquisitionen. Große Übernahmen stehen nach der schlechten Erfahrung mit Reebok wohl nicht auf der Agenda. Zuletzt hat Hainer den Outdoor-Bereich sowie die Golfsparte mit kleineren Zukäufen verstärkt.

Stärke: Sinkende Rohstoffpreise

Wichtige Grundstoffe sind vergangenes Jahr sehr viel teurer geworden. Das hat die gesamte Sportbranche schwer belastet. In den vergangenen Monaten sind die Preise allerdings wieder abgebröckelt, vor allem Baumwolle und Gummi sind jetzt deutlich günstiger zu haben als noch vor Jahresfrist. Bei anderen Rohstoffen wie Öl sind zumindest die scharfen Preissteigerungen vorüber.

Stärke: Höhere Margen

Diese Entwicklung entlastet Adidas und führt tendenziell zu höheren Margen bei dem Sportartikelkonzern. Meist wirken sich Preisschwankungen bei Adidas aber erst mit einer Zeitverzögerung von mehreren Monaten aus, weil die Einkäufer die Konditionen lange vor der tatsächlichen Abnahme aushandeln.

Stärke: Steigende Rohstoffkosten verkraftbar

Im vergangenen Jahr hat der Konzern bewiesen, dass er mit steigenden Preisen in der Beschaffung gut umgehen kann. In einigen Sparten wie den eigenen Geschäften sowie bei Reebok ist die Rendite 2011 sogar leicht gestiegen.

Schwäche: China wird zum Risiko

Erklärtes Ziel von Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer ist es, die Nummer eins im Geschäft mit Turnschuhen und Trikots zu werden. Doch noch ist der US-Konzern Nike mit weitem Abstand Weltmarktführer.

Schwäche: Nike ist besser

Das zeigt der direkte Vergleich: Adidas erzielte vergangenes Jahr 13,3 Milliarden Euro Umsatz. Das aktuelle Geschäftsjahr von Nike endet erst Ende Mai. In den vergangenen vier Quartalen kam der Konzern aber auf umgerechnet 16,9 Milliarden Euro.  Der Vorsprung ist ein wichtiges Pfund für die Firma von der amerikanischen Westküste, da in der Sportbranche Größe zählt.

Schwäche: Geringeres Marketing-Budget

Beispiel Marketing: Die Konzerne geben jedes Jahr einen festen Prozentsatz vom Umsatz für Werbung aus. Bei Adidas sind das gut 13 Prozent - und somit knapp 1,8 Milliarden Euro. Nike kann sich da schon ein üppigeres Budget leisten.

Schwäche: Niedrige Margen

Gleichwohl erreichen die Amerikaner bessere Margen: Die operative Rendite von Adidas lag 2011 bei knapp acht Prozent, Nike kam zuletzt auf 13 Prozent.

Schwäche: Kein Billigstandort

In riesigen Fabriken lässt Adidas seine Turnschuhe und T-Shirts in China billig produzieren. Weltweit wird die Ware dann teuer verkauft. Ein geniales Geschäftsmodell. Doch kräftig steigende Löhne in der Volksrepublik machen dem Konzern immer mehr zu schaffen.

Schwäche: Löhne steigen weiter

Zuletzt sind die Löhne der Arbeiter in den Fabriken im Jahresvergleich um knapp ein Fünftel gestiegen. Die Steigerungsraten bewegten sich in den vergangenen Monaten am oberen Rand dessen, was in den vergangenen vier Jahren üblich war.

Schwäche: Neue Standorte nötig

Den Analysten von Barclay's Capital zufolge wird sich an der für die Hersteller ungünstigen Entwicklung bis ins kommende Jahr hinein vermutlich nichts ändern. Möglicherweise werden die Produzenten den Experten zufolge irgendwann sogar über andere Fertigungsstandorte nachdenken müssen.

Sorgenkind des Dax-Konzerns bleibt die US-Tochter Reebok, deren Umsatz von April bis Juni um gut 26 Prozent einbrach. Hier wirkt sich unter anderem aus, dass Reebok nicht mehr Ausrüster der American-Football-Liga NFL ist und Einnahmen fehlen. Außerdem gab es negative Effekte nach den Unregelmäßigkeiten in Indien. Details wollte Adidas zunächst nicht nennen. Reebok verhagelte dem Konzern auch die Bilanz in Lateinamerika, bislang einem der größeren Wachstumsregionen. Hier fielen die Erlöse nun um zwei Prozent. In Westeuropa, wo der Lokalrivale Puma zuletzt schwächelte und deswegen auf Sparmodus umgestellt hat, konnte Adidas noch mehr als fünf Prozent zulegen.

Im Gesamtjahr rechnet die Marke mit den drei Streifen konzernweit weiterhin damit, den Umsatz währungsbereinigt um knapp zehn Prozent steigern zu können. Beim Gewinn wird unter dem Strich ebenfalls mit einem neuen Rekordniveau von 770 bis 785 Millionen Euro kalkuliert. Bisher hatte das Management 750 bis 785 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Positiv läuft es für Adidas in den eigenen Shops, während es im Großhandel schwieriger ist. "Aktuell konzentrieren wir uns auf unser Engagement bei den Olympischen Spielen in London", sagte Vorstandschef Herbert Hainer. Allerdings steckt Adidas rund um die EM und Olympia besonders viel Geld in Marketing.

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Deswegen war der Gewinn im ersten Quartal 2012 noch deutlich besser ausgefallen. Höhere Beschaffungskosten - teurere Rohmaterialien und steigende Löhne in den asiatischen Produktionsländern - drückten zudem auf die wichtige Rohertragsmarge, die von April bis Juni auf 48,2 (Vorjahr: 49,2) Prozent fiel. Hier schlägt sich Adidas trotzdem noch immer viel besser als Nike.

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Video: Das Geschäft mit Olympia

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Von

rtr

Kommentare (1)

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adidas

02.08.2012, 13:49 Uhr

Wieso kann eigentlich kaum jemand den Firmennamen korrekt schreiben?

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