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17.02.2016

13:12 Uhr

Nivea-Konzern Beiersdorf

Stefan Heidenreich wirft die Angel aus

VonChristoph Kapalschinski

Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich verspricht, nach attraktiven Zukäufen zu suchen. In den vergangenen Jahren wurde der Konsumgüterkonzern nicht fündig. Die Aktionäre sehen trotzdem nichts vom angehäuften Geld.

Der Beiersdorf-Chef sucht weiter nach Zukäufen für seinen Konzern. dpa

Stefan Heidenreich

Der Beiersdorf-Chef sucht weiter nach Zukäufen für seinen Konzern.

Hamburg„Wir fangen langsam an zu angeln.“ Mit diesen Worten verdeutlichte Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich bei der Bilanzpresskonferenz am Mittwoch: Der Konzern sucht verstärkt nach Zukaufmöglichkeiten.

Die Voraussetzungen dafür sind nach Heidenreichs Meinung geschaffen: Er hat den Vorstand in den vergangenen vier Jahren fast komplett umgebaut. Zur Hauptversammlung verlässt auch Finanzchef Ulrich Schmidt das Unternehmen und geht in Rente. Auf ihn folgt wie angekündigt der von Colgate-Palmolive geholte Finanzmanager Jesper Andersen. Vor allem aber hat sich in Heidenreichs Amtszeit die Rendite deutlich verbessert: Der Nivea-Hersteller kam 2015 auf eine operative Rendite von 14,4 Prozent - 0,7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Damit schließt er zu größeren Konkurrenten wie Unilever, L'Oréal und Henkel auf.

Beiersdorf: Nivea-Konzern trägt beim Gewinn dick auf

Beiersdorf

Nivea-Konzern trägt beim Gewinn dick auf

Beiersdorf legt bei Umsatz und Gewinn zu – und bleibt bescheiden. Der Kosmetikhersteller will sich erneut leicht steigern. Nur die Dividende, die bleibt erst einmal gleich.

Die Kasse für Zukäufe ist gut gefüllt: Drei Milliarden Euro Reserve stapeln sich inzwischen in der Bilanz. Beiersdorf gehören zudem knapp zehn Prozent eigene Aktien. Das weckt Begehrlichkeiten: Analysten hätten gern gesehen, wenn die Dividende zumindest leicht gestiegen wäre. Doch sie bleibt seit Jahren bei 70 Cent je Aktie festgedübelt.

Dabei weiß Beiersdorf bislang wenig mit seiner Reserve anzufangen. Heidenreich hat bereits mehrfach angekündigt, offen für Zukäufe zu sein. Diese Bemühungen wolle er nun verstärken, versprach er. Er ließ jedoch offen, wie ein attraktives Übernahmeziel aussehen könnte. In der Kosmetikbranche seien Gelegenheiten selten und meist teuer.

Auch Konkurrent Henkel tut sich mit größeren Übernahmen schwer. Allerdings kauften die Düsseldorfer zuletzt zumindest kleiner Marken wie den US-Haarstyling-Spezialisten Sexy Hair zu. Beiersdorf hat nur wenige Marken, darunter Nivea, die Apotheken-Marke Eucerin und die Luxus-Marke La Prairie mit Preisen bis zu über 1000 Euro je Cremetiegel.

Für den Gesamtmarkt zeigte sich Heidenreich verhalten: Er erwarte weltweit nur ein Wachstum von ein bis zwei Prozent – deutlich weniger als L'Oréal-Chef Jean-Paul Agon. Beiersdorf werde aber stärker wachsen als der Markt, nämlich um drei bis vier Prozent.

Analysten begrüßten, dass Beiersdorf seine Ziele erreicht hat. Im Branchenvergleich sei die Aktie unterbewertet und daher die Kaufgelegenheit günstig, meinten etwa die Experten der DZ-Bank.

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