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29.09.2013

14:12 Uhr

Noch vor Jahresende

Bahnfahren dürfte teurer werden

Personalmangel hatte in Mainz kürzlich viele Tage für Chaos im Bahnverkehr gesorgt. Die Preise könnte die Deutsche Bahn aber dennoch mit Hinweis auf gestiegene Personalkosten erhöhen, so Medienberichte.

Reisende beim Fahrkartenkauf an einem Bahnhof. dpa

Reisende beim Fahrkartenkauf an einem Bahnhof.

BerlinAb Mitte Dezember könnte Bahnfahren in Deutschland auf vielen Strecken teurer werden: Laut „Bild am Sonntag“ soll ein Großteil der Tickets mit Beginn des neuen Winterfahrplans am 15. Dezember zwei bis drei Prozent mehr kosten. Eine Bahn-Sprecherin bestätigte die Berichte am Sonntag nicht. Sie verwies auf eine geplante Presseinformation am kommenden Dienstag.

Schon im Juni dieses Jahres hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube eine Erhöhung der Bahn-Fahrpreise angedeutet und dies auch mit den Kosten der Energiewende begründet. Seit die Deutsche Bahn 1994 in ihrer jetzigen Form als Aktiengesellschaft gegründet wurde, hob sie die Preise 15-mal an. Seit 2003 tat sie das im Jahrestakt. Ein Mal, im Jahr 2002, wurden sie mit der Einführung eines neuen Preissystems gesenkt. 2010 blieben Preise des Fernverkehrs stabil.

Die „Bild am Sonntag“ berichtete weiter, Grund für die Preiserhöhung seien um rund 220 Millionen Euro gestiegene Personalkosten der Bahn. Der Konzern habe 2012 etwa 10 000 und 2013 bislang 7000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Der Zeitung zufolge sollen die höheren Preise aber nicht für das gesamte Streckennetz und auch nicht für alle Tickets gelten. So würden Reisende auf der Strecke zwischen Berlin und Köln, für die seit mehreren Monaten ein Ersatzfahrplan gilt, nicht mehr zahlen müssen. Die Verbindung war vom Juni-Hochwasser betroffen, die Züge müssen deshalb einen Umweg fahren und brauchen erheblich länger. Auch die Bahncard und Monatskarten für Schüler, Studenten und Senioren würden nicht teurer.

„Der Spiegel“ berichtete unterdessen ebenfalls von möglicherweise steigenden Kosten für Bahnkunden. Das Magazin nannte aber eine andere Ursache: Vergangenen Donnerstag hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Bahnkunden auch bei Verspätungen durch höhere Gewalt - wie Unwetter und Streiks - grundsätzlich ihr Geld zurückbekommen müssen. In der Berliner Konzernzentrale schließe man deshalb höhere Ticketpreise nicht aus, schrieb das Nachrichtenmagazin.

Von

dpa

Kommentare (5)

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so_simply_clear

29.09.2013, 15:11 Uhr

Die Bahn kommt: es ist Preiserhöhungszeit.
Fast so pünktlich wie die neue MonCherie-Saison.
Im Markenkern bleibt die Deutsche Bahn sich also treu.
Teurer bleibt billiger?
Ja, stimmt: die Lufthansa liefert mich wenigstens planbar zu Terminen ab, wohingegen eine Bahnreise häufiger als einem lieb sein kann zum Adventure-Game gerät: "aus" (irgendwelchen) "Gründen haben wir eine Verspätung"

Ich_kritisch

29.09.2013, 15:28 Uhr

das ist doch inzwischen etwas selbstverständliches - Fahrplanwechsel = Preiserhöhung

ich fahr schon lange nicht mehr Bahn
zu teuer
zu unbequem
zu unpünktlich
zu dreckig (Bahnhöfe)
eben einfach zu zug

Merbod

29.09.2013, 15:40 Uhr

Dass die Preise erhöht werden würden, war mir klar, als von der EU (!) die "gute Nachricht" kam, dass Passagiere nunmehr auch bei höherer Gewalt entschädigt werden müssen. Diese Gerichtsentscheidung ist an Absurdität nicht zu übertreffen. Ich warte auf den Tag, an dem die Bundesrepublik Deutschland von jemandem verklagt wird, weil er sterben muss oder weil er eine bestimmte Krankheit bekommen hat.
Dass diese Nachricht dann auch noch von verschiedenen Leuten positiv kommentiert wurde, kann ich nur auf beschränkte Denkfähigkeit zurückführen.

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